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03.10.2026
11:14 Uhr
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Umfrage-Beben: AfD erstmals bei 30 Prozent – Merz-Union stürzt ab!

Umfrage-Beben: AfD erstmals bei 30 Prozent – Merz-Union stürzt ab!
Symbolbild: KI-generiert

Ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit gibt es ein politisches Erdbeben: In der neuen INSA-Sonntagsfrage für die „Bild am Sonntag“ kommt die AfD erstmals auf 30 Prozent. Die Union von Bundeskanzler Friedrich Merz rutscht dagegen auf 18 Prozent ab. So schlecht stand sie in dieser Umfragereihe noch nie da.

Zwölf Punkte Abstand: Ein Rekord, der wehtut

Im Vergleich zur Erhebung vom 26. September legt die AfD einen Prozentpunkt zu, CDU und CSU verlieren genau einen. Damit wächst der Abstand zwischen den beiden auf zwölf Prozentpunkte. Auch das hat es bei INSA noch nie gegeben.

Man muss sich das klarmachen: Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 lag die Union mit 28,5 Prozent noch deutlich vor der AfD mit 20,8 Prozent. Gut eineinhalb Jahre später haben sich die Verhältnisse komplett umgedreht. Dabei ist INSA kein Ausreißer. Medienberichten zufolge hatte die Union bereits vor zwei Wochen in einer YouGov-Erhebung bei 18 Prozent gelegen.

Der Rest des Feldes: Stillstand und Absturz

Glänzen kann die Konkurrenz auch nicht. Die Zahlen im Überblick:

  • AfD: 30 Prozent (+1)
  • CDU/CSU: 18 Prozent (−1)
  • SPD: 14 Prozent (±0)
  • Grüne: 14 Prozent (−1)
  • Linke: 10 Prozent (±0)
  • BSW: 4 Prozent (+1)
  • FDP: 4 Prozent (±0)
  • Sonstige: 6 Prozent

BSW und FDP würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Für die Liberalen, einst Stimme des Mittelstands, wird die Bedeutungslosigkeit zum Dauerzustand.

Schwarz-Rot ohne Mehrheit – und nun?

INSA hat die Werte auch in Sitze umgerechnet, unter der Annahme, die Umfrage entspräche einem echten Wahlergebnis. Bei 630 Sitzen wären 316 für die absolute Mehrheit nötig. Die AfD käme auf 220 Mandate, die Union auf 132, die SPD auf 103, die Grünen auf 102 und die Linke auf 73.

Die Rechnung ist bitter für das Kanzleramt. Die schwarz-rote Koalition käme nur noch auf 235 Sitze und wäre damit weit von einer Mehrheit entfernt. Ein Linksbündnis aus SPD, Grünen und Linken hätte ebenfalls keine Chance. Solange die Brandmauer steht, bliebe nur ein Dreierbündnis aus Union, SPD und Grünen. Ausgerechnet die Grünen wären also die Mehrheitsbeschaffer einer Union, die im Wahlkampf noch einen Politikwechsel versprochen hatte.

Warum die Union so tief fällt

Beobachter sehen die Ursachen vor allem in Berlin. Merz war mit dem Versprechen angetreten, keine neuen Schulden zu machen. Herausgekommen ist ein 500-Milliarden-Sondervermögen, dazu die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045. Kritiker sprechen von einer Last, die Steuerzahler und künftige Generationen schultern müssen. Viele frühere Unionswähler fühlen sich offenbar getäuscht.

Ganz neu ist die Entwicklung nicht. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September holte die AfD laut amtlichem Ergebnis 43,8 Prozent. Die CDU kam auf nur 17,2 Prozent, ihr schlechtestes Ergebnis in diesem Bundesland überhaupt. Was im Osten begann, zeigt sich nun auch in den bundesweiten Zahlen.

Eine Momentaufnahme mit Sprengkraft

Natürlich ist eine Umfrage noch keine Wahl. Doch die Richtung ist seit Monaten dieselbe, und sie zeigt nach unten für die Regierungsparteien. Die Brandmauer hält die AfD zwar von der Macht fern. Gleichzeitig zwingt sie die Union in immer kompliziertere Bündnisse mit immer kleineren Partnern.

Wie lange kann eine Volkspartei mit 18 Prozent noch so tun, als habe sie die Lage im Griff? Im Konrad-Adenauer-Haus dürfte man sich diese Frage spätestens jetzt stellen müssen. Die Wähler beantworten sie offenbar schon.

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