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04.09.2026
11:48 Uhr
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Brandmauer wackelt: CDU will die AfD plötzlich regieren lassen!

Brandmauer wackelt: CDU will die AfD plötzlich regieren lassen!
Symbolbild: KI-generiert

Zwei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bricht in der CDU ein Tabu auf. Erste Christdemokraten wollen der AfD und ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund den Regierungsauftrag zusprechen – falls die Partei am 6. September stĂ€rkste Kraft wird. Ausgerechnet jene Union, die jahrelang vor genau diesem Szenario gewarnt hat.

Vom Bollwerk zum Ballabgeber

Der Bundestagsabgeordnete Sepp MĂŒller erklĂ€rte im GesprĂ€ch mit einem Hauptstadtmedium, natĂŒrlich wolle die CDU den MinisterprĂ€sidenten stellen. Doch dann folgte der bemerkenswerte Nachsatz: In einer Demokratie mĂŒsse man den WĂ€hlerwillen akzeptieren – wĂŒrden die Umfragen zu Wahlergebnissen, habe Siegmund mit der AfD einen Regierungsbildungsauftrag. Persönlich, so MĂŒller, wĂŒrde er das „sehr bedauern“.

Bedauern? Über eine SelbstverstĂ€ndlichkeit? In jeder westlichen Demokratie ist es NormalitĂ€t, dass die stĂ€rkste Kraft zuerst sondieren darf. In Ostdeutschland gilt diese Regel seit Jahren nicht mehr – man denke an ThĂŒringen, wo die AfD bereits seit 2024 stĂ€rkste Fraktion ist, ohne je einen Auftrag erhalten zu haben.

Die eigentliche Angst heißt: Linkspartei

Wer die Wortmeldungen sortiert, erkennt das Muster. Es sind vor allem jene Unionspolitiker, die mit aller Kraft gegen eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei kÀmpfen, die jetzt der AfD den Ball zuspielen. Dazu zÀhlt der Landtagsabgeordnete Alexander RÀuscher, Verfasser eines Anti-Links-Papiers aus dem Kreisverband Harz.

RĂ€uscher forderte Medienberichten zufolge, man mĂŒsse genau prĂŒfen, wer nach dem 6. September den Regierungsauftrag bekomme. Werde die AfD stĂ€rkste Partei, mĂŒsse sie Verantwortung ĂŒbernehmen. Man solle es ihr nicht erlauben, sich in der Opposition bequem einzurichten.

Seine Attacken gegen Siegmund fielen scharf aus: Der AfD-Fraktionschef habe nur deshalb „eine so große Klappe“, weil er keine Verantwortung trage. Dessen Bedingung, nur bei absoluter Mehrheit anzutreten, sei „lĂ€cherlich“.

Siegmund bleibt hart – und die Zahlen sprechen fĂŒr ihn

Der Angesprochene lĂ€sst sich nicht locken. Im ZDF bekrĂ€ftigte Siegmund, er wolle sich nur zum MinisterprĂ€sidenten wĂ€hlen lassen, wenn die AfD allein ĂŒber eine Mehrheit verfĂŒge. Zur Kooperation sei man grundsĂ€tzlich bereit – bei Migration, Energiepolitik und, wie er sagte, dem „ganzen Genderquatsch“. Nur: Einen solchen Partner gebe es in diesem Land nicht.

Die Umfragelage untermauert seine Position. Laut aktuellen Erhebungen liegt die AfD bei rund 41 Prozent, die CDU nur noch bei etwa 23 Prozent. Zum Vergleich: 2021 gewann die CDU die Wahl mit 37,1 Prozent, die AfD kam auf 20,8 Prozent. Ein kompletter Rollentausch binnen fĂŒnf Jahren.

Ein Offenbarungseid der Volkspartei

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart dieses Manöver vor allem eines: die strategische Ratlosigkeit einer Partei, die zwischen Linkspartei und AfD zerrieben zu werden droht. Kritiker in den eigenen Reihen sehen darin den Preis fĂŒr Jahre, in denen die Union konservative Positionen gerĂ€umt hat – erst unter Angela Merkel, heute unter Friedrich Merz, dessen Berliner Schuldenpakete viele StammwĂ€hler verprellt haben dĂŒrften.

Am Sonntag entscheiden die BĂŒrger Sachsen-Anhalts. Und die Republik schaut zu – denn was in Magdeburg passiert, wird die Statik der deutschen Parteienlandschaft verĂ€ndern.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschÀtzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar.

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