Kettner Edelmetalle
22.07.2026
09:39 Uhr

Wenn die Argumente ausgehen: CDU-MinisterprÀsident greift zur Marionetten-Rhetorik

Wenn die Argumente ausgehen: CDU-MinisterprÀsident greift zur Marionetten-Rhetorik
Symbolbild: KI-generiert

Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt biegt in die entscheidende Zielgerade ein – und die politische NervositĂ€t in den Reihen der etablierten Parteien ist mit HĂ€nden zu greifen. MinisterprĂ€sident Sven Schulze (CDU), der sein Amt bekanntlich nie durch einen Wahlsieg als Spitzenkandidat erlangt hat, sondern ĂŒber den Weg der Nachfolge, hat nun zu einer bemerkenswert schrillen Tonlage gefunden. In einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe attackierte er gleich zwei politische Konkurrenten in einem Aufwasch.

Der Vorwurf der Fernsteuerung

KernstĂŒck seiner verbalen Offensive: AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sei nichts weiter als eine „Marionette von Alice Weidel". Ein Satz, der viel ĂŒber den Zustand einer Partei verrĂ€t, die im eigenen Bundesland offenbar keine ĂŒberzeugenden Argumente mehr aufzubieten hat. Schulze warnte zudem davor, dass das BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) nach der Wahl mit der AfD gemeinsame Sache machen könnte. Er sei ĂŒberzeugt, dass beide Parteien kooperieren wĂŒrden, sobald sich die Gelegenheit dazu ergebe.

„Ich möchte nicht, dass Sachsen-Anhalt von Frau Weidel aus der Schweiz und von Frau Wagenknecht aus dem Saarland regiert wird."

Man reibt sich verwundert die Augen. Ausgerechnet ein Vertreter jener CDU, deren Bundespartei in Berlin sitzt und die LandesverbĂ€nde seit Jahrzehnten an der kurzen Leine hĂ€lt, empört sich ĂŒber angebliche Steuerung „von außen". Wer im Glashaus sitzt, so möchte man rufen, sollte mit dem Werfen von Steinen vorsichtiger umgehen.

Ein durchschaubares Manöver

Die Rechnung dahinter ist leicht zu entschlĂŒsseln. Wenn eine Partei in den Umfragen bei rund 40 Prozent verharrt – und genau dort steht die AfD in Sachsen-Anhalt aktuellen Erhebungen zufolge –, dann wird der amtierende MinisterprĂ€sident nervös. Statt mit eigenen Konzepten und einer Bilanz zu ĂŒberzeugen, die WĂ€hler tatsĂ€chlich hinter sich versammelt, setzt man auf Diffamierung und das altbekannte Muster der Angstmache. Das Argument der „Fernsteuerung" aus der Schweiz oder dem Saarland ist derart dĂŒnn, dass es fast schon rĂŒhrend wirkt.

Bezeichnend ist auch, wie Schulze der Frage nach der sogenannten Brandmauer geschickt auswich. Diese Diskussion fĂŒhre er nicht, erklĂ€rte er, er beschĂ€ftige sich vor der Wahl nicht damit, wie es danach weitergehe. Eine elegante HintertĂŒr – oder ein EingestĂ€ndnis, dass man sich alle Optionen offenhalten möchte, wenn die WĂ€hler erst einmal gesprochen haben.

Das BSW gibt sich differenzierter

Interessant ist der Kontrast zur BSW-Landesvorsitzenden Claudia Wittig, die sich deutlich sachlicher Ă€ußerte. Es gebe durchaus Projekte, die man mit der AfD anstoßen könne, so Wittig. Zugleich schloss sie eine Wahl Siegmunds zum MinisterprĂ€sidenten mit BSW-Stimmen aus. Eine differenzierte Haltung, die zumindest den Willen zur inhaltlichen Auseinandersetzung erkennen lĂ€sst – ganz im Gegensatz zur plumpen Marionetten-Rhetorik des Amtsinhabers.

Die WĂ€hler entscheiden am 6. September

Am 6. September werden die BĂŒrger Sachsen-Anhalts an die Urnen gerufen. Und es dĂŒrfte spannend werden zu beobachten, ob sich die Menschen von durchsichtigen Angstkampagnen beeindrucken lassen oder ob sie sich ihre eigene Meinung bilden. Dass immer mehr BĂŒrger die Nase voll haben von einer Politik, die lieber Gegner verunglimpft als eigene Lösungen anzubieten, ist nicht allein die Ansicht unserer Redaktion, sondern spiegelt sich in den Umfragewerten unĂŒbersehbar wider.

Denn eines ist klar: Wer im Wahlkampf zur Marionetten-Metapher greift, hat argumentativ lĂ€ngst kapituliert. Die eigentliche Frage lautet, ob die etablierten KrĂ€fte bereit sind, den SouverĂ€n – die WĂ€hler – tatsĂ€chlich ernst zu nehmen. Am 6. September gibt es darauf eine Antwort.

Politische Unsicherheit und der Wert echter Substanz

Ganz gleich, wie die Landtagswahl ausgeht: Sie ist ein weiteres Symptom fĂŒr die tiefe Verunsicherung im politischen Betrieb der Bundesrepublik. In Zeiten, in denen Regierende lieber mit Etiketten um sich werfen als mit tragfĂ€higen Konzepten zu ĂŒberzeugen, wĂ€chst bei vielen BĂŒrgern die berechtigte Sorge um StabilitĂ€t – politisch wie wirtschaftlich. Wer sein Vermögen unabhĂ€ngig von den Kapriolen der Tagespolitik schĂŒtzen möchte, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber seit jeher einen verlĂ€sslichen Anker. Sie unterliegen keiner Wahlkampfrhetorik, lassen sich nicht durch Regierungswechsel entwerten und haben ĂŒber Jahrhunderte hinweg ihre Rolle als krisenfeste Wertspeicher unter Beweis gestellt – eine sinnvolle ErgĂ€nzung fĂŒr jedes breit aufgestellte Portefeuille.

Wissenswertes zum Thema