Kettner Edelmetalle
09.04.2026
05:16 Uhr

Trumps Zoll-Hammer: 50 Prozent gegen Irans Verbündete – und Europa schaut zu

Die geopolitische Eskalationsspirale dreht sich weiter, und im Zentrum steht einmal mehr ein Mann, der das Instrument der Handelspolitik wie kaum ein anderer als Waffe einzusetzen versteht: Donald Trump. Der US-Präsident hat angekündigt, Länder, die den Iran unterstützen, mit drakonischen Zöllen von 50 Prozent zu belegen. Eine Maßnahme, die weit über den bilateralen Konflikt zwischen Washington und Teheran hinausreicht – und die auch Europa in Bedrängnis bringen dürfte.

Zölle als geopolitische Waffe

Was auf den ersten Blick wie ein weiterer impulsiver Vorstoß aus dem Weißen Haus wirken mag, folgt bei näherer Betrachtung einer durchaus kalkulierten Logik. Trump nutzt die wirtschaftliche Übermacht der Vereinigten Staaten, um Drittstaaten vor eine klare Wahl zu stellen: Entweder ihr kappt eure Verbindungen zum Iran – oder ihr zahlt einen exorbitanten Preis beim Zugang zum amerikanischen Markt. Es ist die Fortführung einer Strategie, die bereits in Trumps erster Amtszeit ihren Anfang nahm und nun, in seiner zweiten Präsidentschaft, mit noch größerer Vehemenz verfolgt wird.

Die 50-Prozent-Zölle reihen sich ein in ein ohnehin schon aggressives Zollregime. Bereits jetzt gelten 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren und 25 Prozent auf Produkte aus Mexiko und Kanada. Die neue Drohung gegen Iran-Unterstützer verschärft die Lage dramatisch – denn sie könnte Staaten treffen, die bislang versuchten, einen diplomatischen Mittelweg zwischen Washington und Teheran zu beschreiten.

Der Atomstreit als Brandbeschleuniger

Im Hintergrund dieser Zolloffensive schwelt der iranische Atomkonflikt, der sich in den vergangenen Monaten massiv zugespitzt hat. Die Urananreicherung Teherans hat nach Einschätzung internationaler Beobachter ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Trump hat in diesem Zusammenhang „weitreichende Maßnahmen" angekündigt, ohne diese bislang im Detail zu konkretisieren. Doch die Stoßrichtung ist unmissverständlich: Washington will den Iran wirtschaftlich isolieren – und jeden bestrafen, der dabei nicht mitzieht.

Dass diese Strategie nicht ohne Risiken ist, liegt auf der Hand. Die internationale Wirtschaft, ohnehin durch multiple Krisen gebeutelt, könnte durch eine weitere Eskalation der Zollpolitik empfindlich getroffen werden. Lieferketten, die sich gerade erst von den Verwerfungen der vergangenen Jahre erholen, stünden erneut unter enormem Druck.

Und Europa? Schweigt.

Besonders bemerkenswert ist die Reaktion – oder vielmehr das Ausbleiben einer solchen – aus Europa. Während Trump mit dem wirtschaftlichen Vorschlaghammer agiert, scheint die Europäische Union einmal mehr in ihrer außenpolitischen Handlungsunfähigkeit gefangen. Statt eine eigenständige Position zu formulieren, die europäische Interessen schützt, duckt sich Brüssel weg. Man darf sich fragen, ob die neue Große Koalition in Berlin unter Friedrich Merz hier eine aktivere Rolle einnehmen wird – oder ob Deutschland, das ohnehin unter den bestehenden US-Zöllen leidet, stillschweigend den Kopf einzieht.

Die deutsche Wirtschaft, die traditionell stark exportorientiert ist, hat allen Grund zur Sorge. Sollten wichtige Handelspartner Deutschlands von den neuen 50-Prozent-Zöllen betroffen sein, wären die Auswirkungen auf die ohnehin angeschlagene Konjunktur kaum zu überschätzen. Und das in einer Zeit, in der das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der Bundesregierung offenbar zu großen Teilen im bürokratischen Nirwana versickert, wie jüngste Berichte nahelegen.

Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten

Dass in einem solchen Umfeld geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit physische Edelmetalle als Vermögenssicherung an Bedeutung gewinnen, überrascht kaum. Nicht umsonst hat Frankreich jüngst damit begonnen, seine Goldreserven aus den USA abzuziehen und nach Europa zu verlagern – ein Schritt, der Bände spricht über das schwindende Vertrauen in die transatlantische Stabilität. Wer sein Vermögen in Zeiten wie diesen schützen möchte, tut gut daran, physisches Gold und Silber als festen Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios in Betracht zu ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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