
Qualm-Hammer aus Berlin: Koalition will Raucher doppelt schröpfen!

Union und SPD wollen bei der Tabaksteuer deutlich kräftiger zulangen, als das Kabinett im Sommer beschlossen hatte. Ein Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen soll die erwarteten Mehreinnahmen im Jahr 2027 laut Medienberichten auf gut 1,5 Milliarden Euro verdoppeln. Für Millionen Raucher heißt das: Die Schachtel wird Jahr für Jahr zum Luxusartikel.
Erst beschlossen, dann draufgesattelt
Der Ablauf hat es in sich. Anfang Juli verabschiedete das Bundeskabinett einen Entwurf, der für 2027 rund 756 Millionen Euro zusätzlich vorsah. Kaum war die Tinte trocken, legten die Fraktionen nach. Die Änderung der Änderung bringt nach Berichten von AFP im kommenden Jahr 766 Millionen Euro mehr als der Kabinettsentwurf.
Bis 2030 sollen die jährlichen Mehreinnahmen auf 4,4 Milliarden Euro klettern. Der Steuersatz pro Zigarette würde bis Februar 2031 schrittweise auf 38,19 Cent steigen. Geplant waren bislang 35,8 Cent. Auch Feinschnitt, Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak sind betroffen. Niemand entkommt.
Was die Schachtel künftig kosten soll
Den Berichten zufolge rechnet das Finanzministerium mit diesem Pfad für die durchschnittliche 20er-Packung, die heute gut acht Euro kostet:
- 2027: 9,10 Euro (statt 8,77 Euro)
- 2028: 9,91 Euro (statt 9,56 Euro)
- 2029: 10,81 Euro (statt 10,42 Euro)
- 2030: 11,78 Euro (statt 11,36 Euro)
Das ist aber nur der Durchschnitt. Für Markenzigaretten hält die Branche 13 bis 14 Euro pro Packung für möglich. Einzelne Kommentatoren kommen in eigenen Hochrechnungen sogar auf bis zu 13,80 Euro.
Gesundheit oder Kassenlage?
Offiziell soll die Erhöhung auch der Gesundheit dienen. Aus Koalitionskreisen hieß es, man wolle die Raucherquote bei Jugendlichen und Erwachsenen senken. Die Begründung des Änderungsantrags spricht aber eine ehrlichere Sprache. Laut Medienberichten heißt es dort:
„Um ab dem 1.Januar 2027 Mehreinnahmen von jährlich zusätzlich ca. 750 Mio. Euro im Vergleich zu dem im Kabinett beschlossenen Gesetz zu generieren, sind die im Gesetzentwurf vorgesehenen Steuersätze in § 2 Tabaksteuergesetz für sämtliche Steuergegenstände weiter zu erhöhen.“
Klarer kann man es kaum sagen. Hintergrund ist laut RND, dass die Koalition den Steuerzuschuss für die gesetzlichen Krankenkassen doch nicht so stark kürzen will. Die Lücke in Lars Klingbeils Haushalt sollen nun die Raucher stopfen. Und das in einem Etat, der ohnehin schon mit Rekordschulden geplant ist.
Das gebrochene Versprechen
Friedrich Merz war im Wahlkampf mit dem Versprechen angetreten, die Bürger nicht mit neuen Steuern zu belasten. Kritiker werfen dem Kanzler vor, er habe dieses Versprechen seitdem mehrfach gebrochen. Die Tabaksteuer reiht sich in diese Bilanz ein. Wer sparen müsste, greift lieber in fremde Taschen.
Das trifft besonders Geringverdiener. Verbrauchsteuern verschonen niemanden: Der Rentner mit kleiner Rente zahlt pro Schachtel genau so viel wie der Spitzenverdiener.
Geht die Rechnung überhaupt auf?
Ob die Kalkulation stimmt, ist fraglich. 2025 brachte die Tabaksteuer rund 17,6 Milliarden Euro ein. Im ersten Halbjahr 2026 waren es Berichten zufolge nur rund 6,8 Milliarden Euro, und das trotz vorheriger Erhöhungen. Der versteuerte Absatz geht deutlich zurück.
Die Tabakbranche warnt deshalb: Wird der Preis zu hoch, kaufen viele Raucher im Ausland ein oder greifen zur Schmuggelware. Wie groß dieser Effekt ist, bleibt umstritten. Das Muster ist aber bekannt. Jede neue Steuerschraube lädt dazu ein, dem Fiskus auszuweichen. Am Ende könnte der Staat weniger einnehmen als erhofft. Den Schaden haben dann der ehrliche Händler und der Steuerzahler.
Die Tabaksteuer zeigt, wie der Staat inzwischen tickt: Statt bei den Ausgaben zu sparen, sucht er immer neue Einnahmequellen. Wer sein Erspartes vor Steuerhunger, Schuldenbergen und Kaufkraftverlust schützen will, sollte über eine breite Streuung nachdenken. Physisches Gold und Silber sind dabei seit Generationen eine bewährte Beimischung.
Hinweis: Dieser Beitrag ist weder Steuer-, Rechts- noch Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich.










