Kettner Edelmetalle
26.05.2026
12:52 Uhr

Postbank im Ausnahmezustand: Wenn Rekordgewinne nur den AktionÀren schmecken

Postbank im Ausnahmezustand: Wenn Rekordgewinne nur den AktionÀren schmecken

Die Filialen schließen, die Telefone bleiben stumm: Bei der Postbank brennt es lichterloh. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat ihre rund 9.000 BeschĂ€ftigten erneut zum Ausstand gerufen – vom 28. bis zum 30. Mai sollen in den Filialen und Callcentern die Lichter ausgehen. Ein Schauspiel, das man inzwischen fast schon im Quartalsrhythmus erlebt. Und doch trifft es einen wunden Punkt der deutschen WirtschaftsrealitĂ€t.

Acht Prozent gegen 2,4 Prozent – ein Abgrund klafft am Verhandlungstisch

Die Forderungen der Gewerkschaft lesen sich angesichts der grassierenden Geldentwertung fast schon bescheiden: acht Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro monatlich, dazu 200 Euro mehr AusbildungsvergĂŒtung. Die Arbeitgeberseite kontert mit mageren 2,4 Prozent in diesem und 2,3 Prozent im kommenden Jahr. Wer auch nur grundlegende Kenntnisse ĂŒber die reale Teuerung in Deutschland besitzt, weiß: Das ist nichts anderes als ein veritabler Reallohnverlust – verpackt in Konzern-Rhetorik.

VerhandlungsfĂŒhrer Jan Duscheck bringt es auf den Punkt. Die BeschĂ€ftigten hĂ€tten kein VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass die Rekordgewinne der Deutsche-Bank-Mutter ausschließlich in die Taschen der AktionĂ€re wanderten, wĂ€hrend man der eigenen Belegschaft Reallohnverluste zumuten wolle. Eine Beobachtung, die sich nahtlos in das Bild fĂŒgt, das immer mehr BeschĂ€ftigte in diesem Land vom modernen Konzernkapitalismus gewinnen.

Demonstration vor der Hauptversammlung – Symbolpolitik mit scharfer Spitze

Nicht ohne Hintergedanken wĂ€hlt ver.di den 28. Mai fĂŒr eine Protestkundgebung in Frankfurt am Main. Just an diesem Tag hĂ€lt die Deutsche Bank ihre Hauptversammlung ab. Die AktionĂ€re sollen sehen, wem sie ihre Dividenden eigentlich verdanken – und auf wessen RĂŒcken sie verdient werden.

KĂŒnstliche Intelligenz als Damoklesschwert

Pikant: Die Gewerkschaft fordert nicht nur höhere Löhne, sondern verbindliche Zusagen zur Standortsicherung und zu Qualifizierungsmaßnahmen. Der Hintergrund ist offensichtlich. Die fortschreitende EinfĂŒhrung KĂŒnstlicher Intelligenz im Deutsche-Bank-Konzern lĂ€sst viele Mitarbeiter um ihre Existenz bangen. Wer die Sparprogramme der letzten Jahre verfolgt hat, weiß: Sobald sich Kosten durch Algorithmen einsparen lassen, ist die Geduld der Vorstandsetagen mit ihrer Belegschaft erfahrungsgemĂ€ĂŸ ĂŒberschaubar.

Ein Symptom des kranken Standortes Deutschland

Der Konflikt bei der Postbank ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom. WĂ€hrend die Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Sondervermögen durchwinkt und damit die Inflation auf Jahre hinaus zementiert, kĂ€mpfen Millionen BeschĂ€ftigte um den Erhalt ihrer Kaufkraft. Das Versprechen, keine neuen Schulden zu machen, wurde – wie zu erwarten war – in Rekordzeit kassiert. Die Quittung zahlt der BĂŒrger an der Supermarktkasse und beim Blick auf seine Gehaltsabrechnung.

Die nĂ€chste Verhandlungsrunde ist fĂŒr den 15. Juni in Frankfurt angesetzt. Ob bis dahin Bewegung in die festgefahrenen Fronten kommt, darf bezweifelt werden. Was bleibt, ist die ernĂŒchternde Erkenntnis: Wer in einem System, das die GeldwertstabilitĂ€t lĂ€ngst geopfert hat, allein auf sein Gehalt und seine Spareinlagen vertraut, der spielt mit dem Feuer. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrtausende hinweg bewiesen, dass sie ihre Kaufkraft bewahren – unabhĂ€ngig davon, ob Tarifparteien sich einigen oder Notenbanken die Druckerpressen anwerfen. Eine wohlĂŒberlegte Beimischung in ein breit gestreutes Vermögensportefeuille bleibt daher fĂŒr viele BĂŒrger ein wirksamer Schutz gegen die schleichende Enteignung durch Inflation.

Hinweis: Die vorliegenden AusfĂŒhrungen stellen keine Anlageberatung dar. Sie geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen. FĂŒr individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten und unabhĂ€ngigen Fachberater.

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