Kettner Edelmetalle
20.08.2024
06:59 Uhr

Hohe KrankenstÀnde im Kita-Personal: Ein Teufelskreis ohne Ende?

Die jĂŒngsten Daten der DAK-Krankenkasse zeichnen ein alarmierendes Bild: Das Personal in KindertagesstĂ€tten fĂ€llt deutlich hĂ€ufiger krankheitsbedingt aus als der Durchschnitt der BerufstĂ€tigen. Laut einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung und des FachkrĂ€fte-Forums, das Fach- und LeitungskrĂ€fte der Branche vereint, waren Erzieherinnen und Erzieher im Jahr 2023 im Schnitt an knapp 30 Tagen arbeitsunfĂ€hig. Zum Vergleich: In anderen Berufsgruppen liegt dieser Wert bei rund 20 Tagen.

Steigende KrankenstÀnde und psychische Belastungen

Besonders besorgniserregend ist der deutliche Anstieg der Krankheitstage zwischen 2021 und 2023. Mit einem Plus von 26 Prozent sind die Ausfallzeiten in dieser Berufsgruppe erheblich gestiegen. Diese Entwicklung wird vor allem auf psychische Belastungen zurĂŒckgefĂŒhrt, die in diesem anspruchsvollen Berufsfeld besonders hoch sind.

Die Bertelsmann-Stiftung stĂŒtzt sich dabei auf Daten der DAK-Krankenkasse, bei der 12,2 Prozent der BeschĂ€ftigten in der Kinderbetreuung versichert sind. Auch Zahlen anderer Krankenkassen bestĂ€tigen diesen Trend. Atemwegsinfekte und psychische Erkrankungen sind dabei die Hauptursachen fĂŒr die hohen KrankenstĂ€nde.

Ein Teufelskreis: Überlastung und FachkrĂ€ftemangel

„Viele Kitas stecken in einem Teufelskreis: Aufgrund der steigenden KrankenstĂ€nde fallen immer mehr FachkrĂ€fte aus, wodurch die Überlastung fĂŒr die verbleibenden BeschĂ€ftigten weiter zunimmt“, warnt Anette Stein, Kita-Expertin der Bertelsmann-Stiftung. „An gute frĂŒhkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ist vielerorts gar nicht mehr zu denken.“

Um die Ausfallzeiten zu kompensieren, wĂ€ren laut Stiftung knapp 97.000 vollzeitbeschĂ€ftigte FachkrĂ€fte zusĂ€tzlich notwendig. Dies wĂŒrde jĂ€hrliche Kosten von 5,8 Milliarden Euro verursachen, die zumindest kurzfristig die Personalsituation stabilisieren könnten.

Finanzierung und gesetzliche Regelungen gefordert

Das FachkrĂ€fte-Forum bezeichnet die Personalsituation in den Kitas bundesweit als dramatisch. Es fehle vielerorts an geeigneten Bewerbern sowie an einer angemessenen Finanzierung qualifizierter VertretungskrĂ€fte. „Die hohen KrankenstĂ€nde mĂŒssen durch die Teams ausgeglichen werden, die FachkrĂ€fte können sich nicht mehr fortbilden und sind psychisch immer stĂ€rker belastet oder verlassen das Berufsfeld gleich ganz“, so die Experten.

Eine gesetzlich verankerte und bundesweit standardisierte Finanzierung fĂŒr Vertretungen durch qualifiziertes Personal fĂŒr alle Ausfallzeiten sei dringend erforderlich. Bisher fehle eine verlĂ€ssliche Regelung in vielen BundeslĂ€ndern.

Politische VersÀumnisse und die Folgen

Die Situation in den Kitas ist ein weiteres Beispiel fĂŒr die VersĂ€umnisse der aktuellen Bundesregierung. Anstatt sich auf die wirklich wichtigen Themen wie die UnterstĂŒtzung der Familien und die Sicherstellung einer hochwertigen frĂŒhkindlichen Bildung zu konzentrieren, werden Ressourcen in ideologisch motivierte Projekte gesteckt. Es ist höchste Zeit, dass die Politik hier umdenkt und die Weichen fĂŒr eine bessere Zukunft unserer Kinder stellt.

Die Zahlen sind eindeutig: Ohne eine grundlegende Reform und eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen fĂŒr das Kita-Personal wird sich die Situation weiter verschĂ€rfen. Es liegt in der Verantwortung der politischen EntscheidungstrĂ€ger, hier endlich tĂ€tig zu werden und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

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