Kettner Edelmetalle
25.03.2026
06:12 Uhr

Goldpreis im Aufwind: Trumps Nahost-Diplomatie und die 5.400-Dollar-Prognose

Goldpreis im Aufwind: Trumps Nahost-Diplomatie und die 5.400-Dollar-Prognose

WĂ€hrend die Welt gebannt auf die geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten blickt, sendet der Goldmarkt ein unmissverstĂ€ndliches Signal: Das Edelmetall ist und bleibt der ultimative Krisenindikator. Am Mittwoch kletterte der Spotpreis fĂŒr Gold um beachtliche 2,56 Prozent auf 4.588 US-Dollar je Unze – ein Niveau, das noch vor wenigen Jahren als schiere Fantasie abgetan worden wĂ€re. Gold-Futures legten sogar um ĂŒber vier Prozent zu und notierten bei 4.597,70 Dollar.

Trumps diplomatischer Balanceakt zwischen Drohung und Verhandlung

Der Auslöser fĂŒr die jĂŒngste Rallye? Ausgerechnet Donald Trump. Der US-PrĂ€sident verkĂŒndete aus dem Oval Office heraus, dass Washington und Teheran sich „gerade in Verhandlungen" befĂ€nden. Iran sei bereit, einen Friedensdeal abzuschließen, so Trump – obwohl die Islamische Republik direkte GesprĂ€che mit den Vereinigten Staaten offiziell dementiert hat. Man kennt das Spiel: In der Diplomatie wird gelogen, bis sich die Balken biegen.

Bemerkenswert ist Trumps BegrĂŒndung fĂŒr seinen abrupten Kurswechsel. Noch kĂŒrzlich hatte er mit MilitĂ€rschlĂ€gen gegen iranische Energieinfrastruktur gedroht. Nun ruderte er zurĂŒck – „basierend auf der Tatsache, dass wir verhandeln", wie er es formulierte. „Sie reden mit uns, und sie reden vernĂŒnftig." Ein Satz, der in seiner Schlichtheit fast schon entwaffnend wirkt.

Ölpreis stĂŒrzt ab – Gold profitiert

Die unmittelbare Konsequenz dieser diplomatischen AnnĂ€herung war ein dramatischer Einbruch der Ölpreise. Die internationale Benchmark-Sorte Brent Crude fiel um rund sechs Prozent auf 98,31 Dollar pro Barrel, wĂ€hrend das amerikanische WTI-Öl um etwa fĂŒnf Prozent auf 87,65 Dollar nachgab. Sinkende Ölpreise dĂ€mpfen die Inflationssorgen – und genau das beflĂŒgelte den Goldpreis. Denn weniger Inflationsangst bedeutet weniger Druck auf die Notenbanken, die Zinsen weiter hochzuhalten, was wiederum Gold als zinslose Anlage attraktiver macht.

Auch der Dollar-Index, der die StĂ€rke des Greenback gegenĂŒber einem Korb aus FremdwĂ€hrungen misst, gab in den frĂŒhen asiatischen Handelsstunden um 0,17 Prozent nach. Ein schwĂ€cherer Dollar ist traditionell ein Segen fĂŒr den Goldpreis, da das Edelmetall in der US-WĂ€hrung gehandelt wird und fĂŒr KĂ€ufer außerhalb des Dollarraums gĂŒnstiger wird.

Goldman Sachs bleibt bullisch – trotz 17 Prozent unter dem Allzeithoch

Trotz der jĂŒngsten Erholung notiert Gold noch immer rund 17 Prozent unter seinem Höchststand vom spĂ€ten Januar. Doch wer jetzt glaubt, die große Gold-Rallye sei vorbei, der irrt gewaltig – zumindest wenn man den Analysten von Goldman Sachs Glauben schenkt. Die Investmentbank hĂ€lt an ihrer strukturell optimistischen EinschĂ€tzung fest und prognostiziert einen Goldpreis von 5.400 Dollar bis zum Jahresende.

Der jĂŒngste RĂŒcksetzer sei „nicht ĂŒberraschend", erklĂ€rte der Co-Chef der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs am Mittwoch. Steigende Zinserwartungen hĂ€tten die Nachfrage der Investoren belastet, insbesondere ĂŒber goldgedeckte ETFs, die „sehr zinssensitiv" seien. In Phasen extremer Marktanspannung wĂŒrden Anleger, die mit Nachschussforderungen konfrontiert seien, Gold zusammen mit anderen Vermögenswerten abstoßen – ein PhĂ€nomen, das so alt ist wie die FinanzmĂ€rkte selbst.

Interessant ist die EinschĂ€tzung, dass die jĂŒngste Korrektur teilweise eine „gewisse Normalisierung" widerspiegle, nachdem die vorherige Rallye die Fundamentaldaten ĂŒberschossen habe. Doch das Ă€ndert nichts am großen Bild: Die anhaltenden GoldkĂ€ufe der Zentralbanken weltweit bleiben der entscheidende Treiber. Immer mehr LĂ€nder diversifizieren ihre Reserven in Vermögenswerte mit „geringeren geopolitischen und finanziellen Risiken" – eine diplomatische Umschreibung dafĂŒr, dass das Vertrauen in den US-Dollar als alleinige ReservewĂ€hrung schwindet.

Was bedeutet das fĂŒr deutsche Anleger?

FĂŒr den deutschen Sparer, der ohnehin schon unter der schleichenden Enteignung durch Inflation und die absurde Schuldenpolitik der neuen Großen Koalition leidet, sollten diese Entwicklungen ein Weckruf sein. WĂ€hrend Friedrich Merz und seine Regierung ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen – in Wahrheit nichts anderes als Schulden – auf den Weg bringen und damit kommende Generationen belasten, zeigt der Goldpreis unmissverstĂ€ndlich, wohin die Reise geht: Das Vertrauen in Papiergeld erodiert weltweit.

Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bleiben in diesem Umfeld eine der wenigen Anlageklassen, die seit Jahrtausenden ihren Wert bewahrt haben. Keine Regierung kann sie drucken, keine Zentralbank kann sie entwerten. In einer Welt, in der geopolitische Spannungen zur NormalitĂ€t geworden sind und Staatsschulden in schwindelerregende Höhen klettern, ist eine Beimischung physischer Edelmetalle im Portfolio nicht nur sinnvoll – sie ist geradezu geboten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und EinschĂ€tzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Quellen. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfĂ€ltiger Recherche basieren. Wir ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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