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Goldpreis-Prognosen für 2026: Wer jetzt noch „Planbarkeit“ erwartet, hat das Spiel nicht verstanden

2026 wird am Goldmarkt nicht die große Frage sein, ob die Preise schwanken – sondern wer die Nerven verliert, während Notenbanken, Staatsdefizite und geopolitische Risiken den nächsten Schub vorbereiten. Nach dem Ausreißerjahr 2025 rechnen viele große Häuser zwar mit einer Fortsetzung der Rally – aber mit deutlich größerer Streuung in den Erwartungen. Das ist kein Zeichen von „Unsicherheit der Analysten“, sondern ein Symptom eines Systems, das sich immer stärker über Politik, Liquidität und Krisenstimmung statt über saubere Fundamentaldaten steuert.

Konkrete Prognosen und Urheber – die Bandbreite ist der eigentliche Befund

J.P. Morgan Global Research bleibt bullisch: Das Haus erwartet, dass Gold im 4. Quartal 2026 im Schnitt bei rund 5.055 US-Dollar je Unze liegt – und nennt als Treiber u. a. Zentralbankkäufe und Investorennachfrage; zusätzlich wird ein Anstieg „Richtung 5.400 US-Dollar“ bis Ende 2026 als möglich beschrieben.

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Goldman Sachs sieht in seinem Basisszenario 4.900 US-Dollar je Unze bis Dezember 2026 und verweist ausdrücklich auf Aufwärtsrisiken, falls die private Diversifikation in Gold breiter greift.

Bank of America (BofA) hat seine 2026-Erwartung im Herbst 2025 auf 5.000 US-Dollar je Unze angehoben und nennt dabei auch eine durchschnittliche Preisannahme (Perioden-Average) von rund 4.400 US-Dollar für 2026.

Morgan Stanley wird in Reuters-Berichten mit einer Erwartung zitiert, wonach Gold bis Mitte 2026 etwa 4.500 US-Dollar je Unze erreichen könnte.

HSBC dagegen bleibt im Vergleich defensiver und hebt seine durchschnittliche Goldpreisprognose für 2026 auf 3.950 US-Dollar je Unze an (zuvor deutlich niedriger).

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Und dann ist da noch der Blick über mehrere Stimmen: Eine Financial-Times-Umfrage unter 11 Analysten kommt im Schnitt auf rund 4.610 US-Dollar zum Jahresende 2026 – mit einer Spanne von 3.500 bis 5.400 US-Dollar. Wenn die Differenz zwischen „bearish“ und „bullish“ fast 2.000 Dollar beträgt, ist das kein Markt mit Normalbetrieb – sondern ein Markt, der von Narrativen und Schocks lebt.

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Was diese Prognosen wirklich verraten – und was nicht

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Einordnung im Klartext – was bedeutet das für Sie als Goldanleger?

Wenn BofA und J.P. Morgan 5.000+ aufrufen, HSBC aber unter 4.000 im Jahresdurchschnitt sieht, dann ist der Punkt nicht „Wer hat recht?“ Der Punkt ist: 2026 wird ein Jahr, in dem die politische und geldpolitische Lage den Goldpreis stärker treibt als klassische Lehrbuchlogik. Wer Gold hält, hält damit nicht nur ein Metall – sondern eine Wette darauf, dass das System weiter Stress produziert und Absicherung teurer wird.

Und genau deshalb ist die wichtigste Lehre: Nicht auf die eine Zahl starren. Die relevantere Frage lautet: Welche Rolle soll Gold in Ihrem Gesamtvermögen spielen – als Liquiditätsanker, als Krisenversicherung, als Diversifikation? Denn Prognosen sind Schlagzeilen. Positionierung ist Strategie.

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