
Familienpolitik im Sparmodus: Merz-Regierung greift jungen Familien in die Tasche

Es ist ein LehrstĂŒck darĂŒber, wie politische Versprechen im Berliner Regierungsalltag zerbröseln: Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verteidigt nun offen jene Einschnitte beim Elterngeld, die im Wahlkampf noch undenkbar erschienen. Im GesprĂ€ch mit der "Welt" erklĂ€rte Prien, sie werde sich "solidarisch" an die SparbeschlĂŒsse des schwarz-roten Koalitionsausschusses halten. Klartext: Junge Familien werden zur Kasse gebeten, wĂ€hrend gleichzeitig 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen aus dem Boden gestampft werden, die kommende Generationen abzahlen dĂŒrfen.
500 Millionen Euro weniger â und die Familien sollen es richten
Allein in Priens Ressort sollen mehr als eine halbe Milliarde Euro eingespart werden â davon satte 350 Millionen ausgerechnet beim Elterngeld. Eine Leistung wohlgemerkt, die seit ihrer EinfĂŒhrung im Jahr 2007 niemals erhöht wurde. WĂ€hrend Inflation, Mieten und Energiepreise galoppieren, soll die Familienleistung auf dem Stand von vor fast zwei Jahrzehnten verharren â und nun zusĂ€tzlich beschnitten werden. Man fragt sich unweigerlich: Wie ernst meint es eine Regierung mit dem Standortfaktor Familie, wenn sie ausgerechnet hier den Rotstift ansetzt?
Die "Stellschrauben" â elegante Worte fĂŒr harte Einschnitte
Prien spricht von "Stellschrauben". Ein bĂŒrokratisches Wort, hinter dem sich konkrete Belastungen verbergen. Die Bezugsdauer? Könnte gekĂŒrzt werden. Die Partnermonate? Stehen zur Disposition. Die Lohnersatzrate? Ebenfalls auf dem PrĂŒfstand. Lediglich bei der ohnehin schon mageren Höhe von maximal 1.800 Euro will die Ministerin nicht weiter sĂ€gen â ein zweifelhaftes Trostpflaster. Bemerkenswert ist auch die Argumentation, dass aufgrund sinkender Geburtenzahlen ohnehin weniger Mittel benötigt wĂŒrden. Die Demografie als "Stellschraube" zu bezeichnen, offenbart eine erschreckend kĂŒhle Sicht auf das, was eigentlich nationaler Notstand sein mĂŒsste.
GeburtenrĂŒckgang als Sparpotenzial?
Deutschland steckt mitten in einer demografischen Katastrophe. Die Geburtenrate liegt seit Jahren weit unter dem Bestandserhaltungsniveau. WĂ€hrend andere LĂ€nder mit massiven Anreizen versuchen, ihre jungen Familien zu unterstĂŒtzen, verfĂ€hrt Berlin nach dem Prinzip: Weniger Kinder, weniger Ausgaben, Problem gelöst. Eine Politik, die offensichtlich nicht begriffen hat, dass jeder Cent, der heute in Familien investiert wird, sich morgen vielfach auszahlt â durch Steuereinnahmen, SozialbeitrĂ€ge, schlicht durch ZukunftsfĂ€higkeit eines Landes.
Die widersprĂŒchliche Logik der Koalition
Besonders pikant: Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD noch groĂspurig versprochen, den seit 2007 unverĂ€nderten Mindestsatz von 300 Euro und den Höchstsatz von 1.800 Euro anzuheben. Ein halbes Jahr spĂ€ter ist davon keine Rede mehr. Stattdessen wird gekĂŒrzt. Wer erinnert sich nicht an die Versprechen von Friedrich Merz, keine neuen Schulden zu machen? Inzwischen wurden 500 Milliarden Euro Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur losgetreten, die KlimaneutralitĂ€t bis 2045 ins Grundgesetz gemeiĂelt â und gleichzeitig wird bei jungen MĂŒttern und VĂ€tern der Rotstift angesetzt. Eine PrioritĂ€tensetzung, die fĂŒr sich spricht.
Erinnerung an bessere Zeiten
Ein historischer Blick offenbart die ganze Dimension des Versagens: Bereits 1986 betrug das damals eingefĂŒhrte Erziehungsgeld 600 D-Mark monatlich. Umgerechnet und inflationsbereinigt eine Leistung, die heute weit ĂŒber dem Mindestsatz von 300 Euro liegen mĂŒsste. Stattdessen wird der Standard seit Jahren stillschweigend durch die Inflation entwertet â ein klassischer Fall kalter Sparpolitik, bei der niemand offen kĂŒrzen muss, weil die Geldentwertung die Arbeit erledigt.
Was bleibt den BĂŒrgern?
Wenn der Staat seine Versprechen gegenĂŒber Familien dermaĂen leichtfertig kassiert, wĂ€chst das Misstrauen in politische Zusagen aller Art. BĂŒrger, die fĂŒr Alter und Familie vorsorgen wollen, mĂŒssen zunehmend selbst aktiv werden. Sachwerte â allen voran physisches Gold und Silber â haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Anker bewĂ€hrt, wenn Politiker mit groĂzĂŒgigen Versprechen kommen und dann doch wieder bei den SchwĂ€chsten kĂŒrzen. Eine breit gestreute Vermögenssicherung mit einem soliden Anteil an Edelmetallen kann dabei helfen, sich gegen die UnwĂ€gbarkeiten einer Politik abzusichern, die heute verspricht, was sie morgen schon nicht mehr halten will.
Hinweis: Die in diesem Artikel geĂ€uĂerten EinschĂ€tzungen geben die Meinung unserer Redaktion wieder. Dieser Beitrag stellt weder eine Anlageberatung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist aufgefordert, vor finanziellen Entscheidungen eigenstĂ€ndig zu recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. FĂŒr eigene Anlageentscheidungen trĂ€gt jeder Anleger die volle Verantwortung selbst.










