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02.10.2026
04:31 Uhr
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Enteignungsfieber in Berlin: Ein Historiker schlägt Alarm!

Enteignungsfieber in Berlin: Ein Historiker schlägt Alarm!
Symbolbild: KI-generiert

Nach ihrem historischen Wahlsieg will die Berliner Linke große Wohnungskonzerne vergesellschaften. Der Historiker Prof. Michael Wolffsohn hält in einem aktuellen Interview dagegen. Was er gegen die Pläne vorbringt, hat mit seiner eigenen Familiengeschichte zu tun: Er weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Staat Eigentum wegnimmt.

Ein Wahlabend, der die Hauptstadt verändert

Bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September holte die Linke um Spitzenkandidatin Elif Eralp nach Angaben der Landeswahlleitung 25,7 Prozent. 2023 waren es noch 12,2 Prozent. Die CDU stürzte auf 18,8 Prozent ab, die SPD auf 12,1 Prozent. Für Schwarz-Rot reicht es damit nicht mehr.

Eralp hat ihren Wahlkampf fast ganz auf das Thema Wohnen ausgerichtet. Medienberichten zufolge zeigte sie sich am Wahlabend beim Thema Vergesellschaftung nicht kompromissbereit. Die Märkte haben reagiert: Laut Berichten gerieten die Aktien deutscher Wohnungsunternehmen nach der Wahl deutlich unter Druck. Der politische Wille zur Enteignung allein reicht also schon, um Kapital zu verschrecken.

Wenn Eigentum geraubt wird

Wolffsohn spricht aus eigener Erfahrung. Eine Wohnanlage, die sein Großvater in den 1930er-Jahren kaufte, wurde nach seinen Worten in der NS-Zeit „arisiert, sprich geraubt“. Großvater und Vater hätten das Gebäude in langen, mühsamen Prozessen zurückerstreiten müssen. Sechs Jahre hätten die Verfahren gedauert.

„Vieles haben wir überhaupt nicht zurückbekommen, weder Entschädigung noch Rückgabe.“

Nach der Rückgabe habe die Familie das Gebäude nicht verkauft. Stattdessen habe sie es umfassend modernisiert und sich dafür jahrzehntelang verschuldet. Die Mieten seien sozial gewesen, Ziel sei immer nur die schwarze Null gewesen. Wolffsohn spricht von einer „idealistischen Leistung“. Dass Vermieter oft pauschal als „Miethaie“ beschimpft werden, wirkt vor diesem Hintergrund ziemlich realitätsfern.

„Eigentum verpflichtet“, aber nicht nur in eine Richtung

Gegen Missbrauch müsse man natürlich vorgehen, räumt Wolffsohn ein. Er erinnert aber an einen Grundsatz, den manche in der Politik offenbar vergessen haben: „Eigentum verpflichtet. Aber die Achtung des Fremdeigentums ist auch eine Notwendigkeit.“ Wer nur Schwarz und Weiß kenne, handle dumm.

Sein Urteil über die Vergesellschaftung ist klar: Sie löse gar nichts. Gebraucht würden Regeln, die bezahlbaren Wohnraum ermöglichen und gleichzeitig Investitionen in Modernisierung und Neubau zulassen. Ohne Einnahmen könne kein Vermieter seinen Bestand dauerhaft erhalten. Wolffsohn sagt es so: „Die Dukaten fallen nicht vom Himmel herunter und einen Dukatenesel haben wir auch nicht.“

1.000 Menschen auf der Warteliste

Wie groß die Not ist, zeigt eine Zahl. Für die Wohnanlage seiner Familie gebe es eine Warteliste mit rund 1.000 Interessenten, berichtet Wolffsohn. Eine Enteignung schafft keine einzige dieser fehlenden Wohnungen. Sie verteilt den Mangel nur anders und verbraucht dabei Milliarden an Steuergeld, das im Neubau fehlen würde.

Die Bürger sind skeptischer als die Wahlsieger

Das Thema ist alt. Schon 2021 stimmten die Berliner in einem Volksentscheid für die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne, umgesetzt wurde das nie. Bundesweit ist die Stimmung eine andere: Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage halten 73 Prozent der Deutschen Enteignungen für ungeeignet, um die Mieten zu senken.

Wolffsohn wirbt deshalb für einen sachlichen Dialog zwischen Mietern und Eigentümern: „Lasst uns vernünftig miteinander reden.“ Seine Warnung an die neue Mehrheit fällt trotzdem scharf aus:

„Verführung mit Phrasen ist der Weg in die Katastrophe, und das ist der Sozialismus.“

Die Berliner Debatte zeigt, wie schnell Eigentum politisch zur Verfügungsmasse werden kann. Viele Bürger setzen deshalb zusätzlich auf Werte, die weder von Mietendeckeln noch von Enteignungsgesetzen abhängen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Absicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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