
321 Milliarden Euro Subventionen: Merz-Regierung bricht alle Rekorde â doch der Mittelstand geht leer aus

Es war eines der zentralen Versprechen des Wahlkampfs: Friedrich Merz wollte den Staat verschlanken, die Wirtschaft entfesseln und endlich Schluss machen mit der GieĂkannenpolitik seiner VorgĂ€nger. Doch was liefert die neue GroĂe Koalition? Einen historischen Subventionsrekord von 321,3 Milliarden Euro â und das RĂŒckgrat der deutschen Wirtschaft, den Mittelstand, lĂ€sst man dabei im Regen stehen.
Eine Studie, die es in sich hat
Der sogenannte âFreiburger Bundesausgabenmonitor", erstellt vom renommierten Walter Eucken Institut im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen, zeichnet ein ernĂŒchterndes Bild der fiskalischen RealitĂ€t unter der Merz-Regierung. GegenĂŒber dem Vorjahr, als das Subventionsvolumen noch bei 306,6 Milliarden Euro lag, ist der Wert erneut krĂ€ftig gestiegen. Allein die direkten Finanzhilfen belaufen sich auf rund 150 Milliarden Euro â ein Plus von satten 32,4 Prozent gegenĂŒber 2024. Hinzu kommen SteuervergĂŒnstigungen in Höhe von etwa 85 Milliarden Euro.
Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: Innerhalb von nur zehn Jahren haben sich die direkten Subventionen verdreifacht. Verdreifacht! Und das in einem Land, das sich gleichzeitig ĂŒber marode BrĂŒcken, ĂŒberlastete Schulen und eine stagnierende Wirtschaft beklagt. Wo, so fragt man sich unweigerlich, versickert dieses Geld?
GroĂkonzerne kassieren, der Mittelstand zahlt
Die Antwort der Studienautoren ist so klar wie schmerzhaft: Der Löwenanteil der Förderungen flieĂt in wenige groĂe Programme und kommt damit vornehmlich GroĂkonzernen zugute. Gerade einmal ein Prozent der direkten Finanzhilfen erreicht den Mittelstand â jene Familienunternehmen also, die das wirtschaftliche Fundament dieses Landes bilden und gleichzeitig die HĂ€lfte der gesamten Steuerlast schultern. Eine groteske Schieflage, die man getrost als Ohrfeige fĂŒr jeden mittelstĂ€ndischen Unternehmer bezeichnen darf.
Der Ăkonom Lars Feld, ehemaliger Wirtschaftsberater von Ex-Finanzminister Christian Lindner und Professor an der UniversitĂ€t Freiburg, findet deutliche Worte. Die Ausgaben seien âökonomisch schwach legitimiert". Von den 150 Milliarden Euro an direkten Subventionen entfielen sage und schreibe 110,8 Milliarden auf âökonomisch fragwĂŒrdige MaĂnahmen". Das sind fast drei Viertel â Geld, das offenbar weder Wachstum generiert noch den Wohlstand der BĂŒrger mehrt.
Kein messbarer Nutzen trotz Milliarden-Regen
Besonders entlarvend ist die nĂŒchterne Feststellung der Studie: âEine positive Wachstumswirkung lĂ€sst sich bislang noch nicht erkennen." Milliarden flieĂen beispielsweise in das Schienennetz der Deutschen Bahn, ohne dass sich das Angebot fĂŒr die FahrgĂ€ste spĂŒrbar verbessert hĂ€tte. Wer regelmĂ€Ăig mit der Bahn fĂ€hrt, weiĂ, dass dies keine akademische Spitzfindigkeit ist, sondern bittere AlltagsrealitĂ€t. VerspĂ€tungen, AusfĂ€lle, marode Infrastruktur â trotz Rekordsummen an Steuergeld.
Das Sondervermögen als Schattenhaushalt
Besonders brisant ist die Kritik am 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen, das die Merz-Regierung mit den Stimmen der SPD durchgesetzt hat. Rund 42 Prozent der direkten Subventionen sollen ĂŒber dieses Vehikel abgewickelt werden â ein Umstand, der die Budgettransparenz massiv untergrĂ€bt. Was einst als historische Investitionsoffensive fĂŒr Deutschlands Zukunft angepriesen wurde, entpuppt sich zunehmend als das, was Kritiker von Anfang an befĂŒrchtet haben: ein gigantischer âVerschiebebahnhof".
Die Mechanik ist dabei so simpel wie durchschaubar: Ausgaben, die bisher aus dem regulĂ€ren Bundeshaushalt finanziert wurden, wandern ins Sondervermögen â und im Kernhaushalt werden die entsprechenden Posten kurzerhand gestrichen. Bei der Verkehrsinfrastruktur etwa sind im Sondervermögen 11,7 Milliarden Euro vorgesehen, wĂ€hrend gleichzeitig 9,2 Milliarden aus dem Bundeshaushalt verschwinden. Der tatsĂ€chliche Netto-Zugewinn an Investitionen fĂ€llt damit deutlich geringer aus als vollmundig versprochen. Man könnte auch sagen: Der BĂŒrger wird fĂŒr dumm verkauft.
Erinnern wir uns: Friedrich Merz hatte im Wahlkampf versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Das Sondervermögen ist nichts anderes als eine kreative Umgehung dieses Versprechens â Schulden, die Generationen von Steuerzahlern durch Zinsen und Abgaben werden finanzieren mĂŒssen. Die Inflation wird dadurch weiter angeheizt, die Kaufkraft der BĂŒrger weiter erodiert.
Klimapolitik im Widerspruch mit sich selbst
Auch im Bereich Umweltschutz offenbart die Studie ein bemerkenswertes MissverhĂ€ltnis, das die ideologische Zerrissenheit der aktuellen Politik widerspiegelt. WĂ€hrend 72 Subventionsprogramme darauf abzielen, den COâ-AusstoĂ zu senken, bewirken 17 Programme das genaue Gegenteil. Der Clou: Die klimaschĂ€dlichen Subventionen kosten mit 7,4 Milliarden Euro sogar mehr als sĂ€mtliche klimafreundlichen MaĂnahmen zusammen, die sich auf lediglich 6,7 Milliarden Euro belaufen. Eine absurde Situation, die einmal mehr zeigt, dass in der deutschen Förderpolitik die linke Hand nicht weiĂ, was die rechte tut.
Wo das Geld tatsĂ€chlich gebraucht wĂŒrde
Die Studienautoren benennen durchaus Bereiche, in denen staatliche Förderung sinnvoll und notwendig wĂ€re: Bildung sowie Forschung und Entwicklung. Gerade Investitionen in höhere Bildungsinhalte stellten eine âwichtige Komponente des inlĂ€ndischen Produktionspotentials" dar. Eine VernachlĂ€ssigung dieser Bereiche wĂŒrde nicht nur den unmittelbar Betroffenen schaden, sondern den Wohlstand der gesamten Gesellschaft gefĂ€hrden. Doch statt hier entschlossen zu investieren, verteilt die Regierung Milliarden an GroĂkonzerne, die diese Förderung weder benötigen noch produktiv einsetzen.
Feld plĂ€diert angesichts dieser Schieflage fĂŒr eine radikale Kurskorrektur: eine generelle KĂŒrzung der Subventionen nach der âRasenmĂ€her-Methode" â gleichmĂ€Ăig ĂŒber alle Bereiche hinweg. Kein Bereich soll verschont werden, kein Lobbyist soll seine PfrĂŒnde retten können. Ein Ansatz, der in seiner Konsequenz bestechend einfach klingt, politisch aber wohl kaum durchsetzbar sein dĂŒrfte.
Ein Déjà -vu der EnttÀuschung
Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Die BĂŒrger haben im Februar 2025 fĂŒr einen Politikwechsel gestimmt â fĂŒr weniger Staat, mehr Eigenverantwortung, eine StĂ€rkung der Marktwirtschaft. Was sie bekommen haben, ist eine Regierung, die den Subventionsstaat auf ein historisches Rekordniveau treibt, dabei vornehmlich GroĂkonzerne bedient und den Mittelstand â das Herz der deutschen Wirtschaft â systematisch benachteiligt. Friedrich Merz regiert in der Praxis nicht wesentlich anders als seine VorgĂ€nger. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Summen noch gröĂer geworden sind.
In Zeiten, in denen das Vertrauen der BĂŒrger in die Politik ohnehin auf einem historischen Tiefpunkt angelangt ist, sendet diese Subventionspolitik ein fatales Signal: Versprechen werden gebrochen, Steuergelder werden verschleudert, und die wahren LeistungstrĂ€ger dieser Gesellschaft schauen in die Röhre. Wer angesichts solcher Entwicklungen sein Vermögen schĂŒtzen möchte, tut gut daran, auf bewĂ€hrte Werte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Schutz gegen Inflation und staatliche Misswirtschaft bewĂ€hrt â und dĂŒrften angesichts der aktuellen Schuldenpolitik relevanter sein denn je.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfĂ€ltiger Recherche getroffen werden. FĂŒr etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen unabhĂ€ngigen Finanzberater.










