
Trumps Machtkampf mit der Fed: Es geht um weit mehr als nur Unabhängigkeit

Der schwelende Konflikt zwischen dem Weißen Haus und Fed-Chef Jerome Powell – ironischerweise selbst ein Trump-Ernannter – ist keineswegs ein Novum in der amerikanischen Geschichte. Schon Lyndon Johnson und Richard Nixon übten massiven Druck auf die Zentralbank aus, um Zinssenkungen zu erzwingen. Doch was sich derzeit abspielt, geht weit über die üblichen Scharmützel hinaus.
Die fragwürdige Legende der Zentralbank-Unabhängigkeit
Die vielgepriesene Unabhängigkeit der Zentralbanken ist ein erstaunlich junges Konstrukt. Erst 1990 führte Neuseeland das sogenannte Inflationsziel ein, dem andere Nationen folgten. Die Idee dahinter: Eine unabhängige Institution sollte die Geldpolitik bestimmen und Preisstabilität gewährleisten – fern von Politikern, die Zinsen gerne vor Wahlen manipulieren würden. Entstanden ist dieses Konzept im Schatten der verheerenden Inflation der 1970er und 1980er Jahre. Praktischerweise konnten Regierungen fortan schmerzhafte Entscheidungen auf Zentralbanker abwälzen und je nach Ausgang entweder Lob einheimsen oder Schuld zuweisen.
Doch wie überzeugend ist das Argument für diese Unabhängigkeit wirklich? Die Ziele – Preisstabilität, Wachstum, Beschäftigung – widersprechen sich häufig fundamental. Das willkürlich festgelegte Inflationsziel von zwei bis drei Prozent entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Empirische Studien legen sogar nahe, dass die Angst vor Deflation möglicherweise unbegründet ist.
Das Versagen der Geldpolitik-Experten
Die Bilanz der Zentralbanken ist, gelinde gesagt, ernüchternd. Die sogenannte "Große Mäßigung" der 1990er und frühen 2000er Jahre, für die sich Zentralbanker schamlos selbst feierten, war in Wahrheit das Ergebnis ganz anderer Faktoren: Paul Volckers schmerzhafte Hochzinspolitik, der Eintritt Chinas, Indiens und Russlands in das globale Handelssystem sowie der Aufstieg der Informationstechnologie.
Nach den Schocks von 2000 und 2008 retteten überhebliche Zentralbanker mit öffentlichen Geldern das System, ohne die eigentlichen Ursachen anzugehen. Nach 2020 unterschätzten sie den Preisdruck grob und bezeichneten ihn als angeblich "vorübergehend".
Die Nebenwirkungen ihrer Politik – Vermögenspreisinflation, steigende Schulden, Verzerrungen bei der Kapitalallokation, soziale Ungleichheit und unbezahlbarer Wohnraum – wurden beharrlich ignoriert. Zentralbanker, meist an denselben Universitäten ausgebildet und ihr gesamtes Berufsleben in akademischen oder staatlichen Blasen verbringend, neigen zu gefährlichem Gruppendenken.
Trumps wahre Agenda: Finanzielle Repression
Mit seinem scharfen politischen Instinkt wittert Präsident Trump eine Gelegenheit, die Autorität der Zentralbank zu untergraben – etwa durch die Ernennung von Fed-Gouverneuren, die seinen Wunsch nach kurzfristigen Zinsen von nur einem Prozent teilen. Doch es geht nicht um institutionelle Reform. Die eigentliche Motivation ist die Fortsetzung finanzieller Repression, um die faktische Staatsinsolvenz zu verschleiern und künstlich hohe Aktien- und Immobilienpreise aufrechtzuerhalten.
Niedrigere Zinsen würden verschwenderischen Regierungen erlauben, Steuersenkungen und höhere Ausgaben in Bereichen wie Verteidigung fortzusetzen. Negative Realzinsen und selbsterfüllende Inflationserwartungen sollen es der Regierung ermöglichen, ihre wachsenden Schulden wegzuinflationieren und die Währung abzuwerten, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
Die Parallelen zur Geschäftswelt
Interessanterweise ähnelt Trumps Regierungsansatz seiner Geschäftsstrategie: Wachstum um jeden Preis, massive Verschuldung – und Zahlungsausfall, wenn die Dinge nicht funktionieren. Finanzminister Scott Bessent hat bereits angedeutet, dass die USA de facto ausländisches Vermögen nutzen wollen, um die amerikanische Industrie wieder aufzubauen.
Der eigentliche Kampf um die Macht
Die Kritiker der Administration rahmen den Konflikt um die Unabhängigkeit der Zentralbank. Doch in Wahrheit geht es um etwas ganz anderes: Die Federal Reserve ist eine der letzten verbliebenen Institutionen, die der präsidialen Macht noch Grenzen setzen kann – angesichts der Schwächung des Kongresses, des öffentlichen Dienstes und der Justiz.
Für Anleger, die in diesen turbulenten Zeiten nach Stabilität suchen, bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Möglichkeit zur Vermögenssicherung. Als greifbare Werte, die nicht von Zentralbankentscheidungen oder politischen Machtkämpfen abhängen, können sie eine sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios darstellen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine eigenen Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.










