Kettner Edelmetalle
29.05.2026
05:48 Uhr

Royal Mint im Kaufrausch: Wenn die Briten zu Gold und Silber flĂŒchten, sollten wir uns alle Fragen stellen

Royal Mint im Kaufrausch: Wenn die Briten zu Gold und Silber flĂŒchten, sollten wir uns alle Fragen stellen

WĂ€hrend die deutsche Politik ihre BĂŒrger weiter mit Inflationssorgen, ausufernder Staatsverschuldung und einem 500-Milliarden-Schuldenpaket konfrontiert, zeigt ein Blick ĂŒber den Ärmelkanal, wohin der Trend des klugen Anlegers wirklich geht: hin zu physischen Edelmetallen. Die britische Royal Mint, eine der renommiertesten MĂŒnzprĂ€geanstalten der Welt, vermeldet fĂŒr das vierte GeschĂ€ftsquartal (Januar bis MĂ€rz) Rekordzahlen, die selbst hartgesottene Marktbeobachter aufhorchen lassen.

Ein Plus von 130 Prozent – die Flucht in Sachwerte ist in vollem Gange

Das Transaktionsvolumen auf royalmint.com sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sage und schreibe 130 Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht von IFA Magazine. Der Grund? Eine Mischung aus hartnĂ€ckiger Inflation, der Angst vor einem Crash an den ĂŒberhitzten AktienmĂ€rkten und dem schwindenden Vertrauen in staatliches Papiergeld. Wer hĂ€tte das gedacht: Wenn Notenbanken und Regierungen mit der Druckerpresse spielen, suchen BĂŒrger nach echten Werten. Eine Erkenntnis, die offenbar jenseits des Kanals deutlich schneller reift als in deutschen Politkreisen.

Der Goldpreis hat dabei einen historischen Meilenstein erreicht und die magische Marke von 4.000 Pfund beziehungsweise 5.000 Dollar pro Unze geknackt. Wer in den vergangenen Jahren auf das gelbe Metall gesetzt hat, durfte sich ĂŒber eine Wertentwicklung freuen, von der DAX-Anleger nur trĂ€umen können.

Silber als Überflieger: Plus 1.000 Prozent

Doch das eigentliche Spektakel spielte sich beim kleinen Bruder des Goldes ab. Die SilberverkĂ€ufe der Royal Mint schossen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 1.000 Prozent in die Höhe. Trotz heftiger Preisschwankungen – die fĂŒr Silber typisch sind – ließen sich die Anleger nicht beirren. Im Gegenteil: Sie kauften doppelt so viel Silber, wie sie zurĂŒckverkauften. Das spricht BĂ€nde ĂŒber das langfristige Vertrauen in dieses Edelmetall.

Auch das hauseigene Digitalprodukt DigiGold, das mehrwertsteuerfrei daherkommt, machte mehr als die HĂ€lfte aller Transaktionen aus. Die Briten haben offensichtlich verstanden, was eine vernĂŒnftige steuerliche Behandlung von Edelmetallen bedeutet – ein Punkt, an dem auch der deutsche Gesetzgeber gut beraten wĂ€re, einmal nachzudenken, bevor er die Anleger weiter mit Mehrwertsteuer auf SilbermĂŒnzen schröpft.

AnlagemĂŒnzen boomen – die Steuerflucht in Sachwerte

Die Nachfrage nach AnlagemĂŒnzen, die in Großbritannien keine Kapitalertragsteuer auslösen, legte im Jahresvergleich um beachtliche 94 Prozent zu. Anleger suchten gezielt nach steuerlich effizienten Möglichkeiten, ihre Portfolios zu diversifizieren. Hierzulande dagegen wird der BĂŒrger weiterhin mit komplizierten Spekulationsfristen und steuerlichen Fallstricken konfrontiert – ein typisches Beispiel deutscher BĂŒrokratie, die produktives Vermögen eher behindert als fördert.

Neukunden in Scharen – die breite Masse erwacht

Besonders bemerkenswert: Die Zahl der kaufenden Kunden stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent. Fast 60 Prozent aller Kunden im GeschĂ€ftsjahr waren Neukunden auf der Plattform. Das zeigt deutlich: Es sind nicht mehr nur die altbekannten Goldbugs und ĂŒberzeugten Edelmetall-Veteranen, die ihre Vermögen in Sicherheit bringen. Auch die breite Mittelschicht hat begriffen, dass es höchste Zeit ist, sich gegen die staatlich verursachte Geldentwertung zu wappnen.

Wenn man bedenkt, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz – entgegen aller Wahlversprechen – ein gigantisches Schuldenpaket geschnĂŒrt hat, das ganze Generationen finanziell belasten wird, dann sind solche Zahlen aus London ein Weckruf. Die Inflation wird mit dieser Politik weiter befeuert, der Wert des Euros wird weiter sinken, und wer sein Erspartes nicht aktiv schĂŒtzt, wird zusehen mĂŒssen, wie sein Lebenswerk in einer Spirale aus Niedrigzinsen und steigenden Preisen aufgerieben wird.

Die zeitlose Lektion: Sachwerte schlagen Papierversprechen

Seit Jahrtausenden bewahren Gold und Silber Vermögen ĂŒber Krisen, Kriege und WĂ€hrungsreformen hinweg. WĂ€hrend Politiker kommen und gehen, wĂ€hrend WĂ€hrungen entstehen und untergehen, behĂ€lt das Edelmetall seinen inneren Wert. Die Briten haben das offenbar verstanden – und handeln entsprechend. Auch in Deutschland wĂ€re es höchste Zeit, dem Beispiel zu folgen, bevor die nĂ€chste Inflationswelle die Ersparnisse weiter dezimiert.

Physische Edelmetalle gehören als solide Beimischung in jedes gesunde, breit gestreute Anlageportfolio. Sie sind kein Spekulationsobjekt fĂŒr schnelle Gewinne, sondern ein bewĂ€hrter Anker zur Vermögenssicherung – gerade in unsicheren Zeiten wie diesen.

Hinweis: Die hier dargestellten Inhalte spiegeln die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Wir betreiben ausdrĂŒcklich keine Anlageberatung. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich vor einer Investition eigenstĂ€ndig informieren bzw. fachkundigen Rat einholen. Eine Haftung fĂŒr die getroffenen Anlageentscheidungen unserer Leser ist ausgeschlossen.

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