
Prominenten-Appell fĂŒr Afghanen-Aufnahme: Wenn Moral zur politischen Waffe wird
Wieder einmal melden sich die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen zu Wort. Mehr als 50 sogenannte Prominente haben in einem offenen Brief die Bundesregierung aufgefordert, sĂ€mtliche Afghanen mit bereits erteilten Aufnahmezusagen unverzĂŒglich nach Deutschland zu holen. Unter den Unterzeichnern finden sich Namen wie GĂŒnther Jauch, Herta MĂŒller und Herbert Grönemeyer â Menschen, die vermutlich in ihren gut gesicherten Villenvierteln wenig von den alltĂ€glichen Konsequenzen unkontrollierter Zuwanderung mitbekommen.
Der moralische Zeigefinger aus dem Elfenbeinturm
Der Brief, veröffentlicht von der Hilfsorganisation Kabul LuftbrĂŒcke, richtet sich direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz, Innenminister Alexander Dobrindt und AuĂenminister Johann Wadephul. Die Unterzeichner erinnern die Regierungsmitglieder an ihren Amtseid und fordern âGerechtigkeit gegen jedermann". Eine bemerkenswerte Formulierung, wenn man bedenkt, dass dieselben Prominenten bei der Frage nach Gerechtigkeit fĂŒr deutsche BĂŒrger, die unter steigender KriminalitĂ€t und ĂŒberlasteten Sozialsystemen leiden, auffĂ€llig still bleiben.
Besonders pikant erscheint die Tatsache, dass zu den Erstunterzeichnern auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer gehört. Jene Frau, die sonst keine Gelegenheit auslĂ€sst, Deutschland fĂŒr seinen angeblich zu hohen CO2-AusstoĂ zu geiĂeln, scheint bei der Frage zusĂ€tzlicher Flugtransporte plötzlich keine ökologischen Bedenken mehr zu haben.
Die unbequemen Fakten hinter dem Appell
Konkret geht es um rund 1.800 Menschen aus Afghanistan, die sich derzeit in Pakistan aufhalten und denen von dort ab Januar die Abschiebung nach Afghanistan drohen könnte. Die neue Bundesregierung hatte nach dem Regierungswechsel die Aufnahmeprogramme stark eingeschrĂ€nkt â ein Schritt, den Union und SPD im Koalitionsvertrag ausdrĂŒcklich vereinbart hatten. Doch was kĂŒmmert das schon die selbsternannte moralische Elite?
Am Montag landete bereits ein weiterer Charterflug mit 147 Menschen aus Afghanistan in Hannover. Darunter befanden sich 123 Personen aus dem Bundesaufnahmeprogramm, 18 aus dem OrtskrĂ€fteverfahren und sechs weitere aufgrund der Menschenrechtsliste. Die Maschinerie lĂ€uft also lĂ€ngst â nur eben nicht schnell genug fĂŒr die Unterzeichner des Appells.
Wer trÀgt eigentlich die Kosten?
Was in dem emotionalen Schreiben bezeichnenderweise fehlt, ist jeglicher Hinweis auf die praktischen Konsequenzen. Wer finanziert die Integration? Wer stellt Wohnraum bereit in einem Land, in dem bereits jetzt Hunderttausende Deutsche keine bezahlbare Wohnung finden? Wer ĂŒbernimmt die Verantwortung, wenn sich unter den Aufgenommenen Personen befinden, deren ĂberprĂŒfung nicht lĂŒckenlos möglich war?
Diese Fragen stellen die Prominenten nicht. Sie appellieren lieber an das Gewissen anderer, wĂ€hrend sie selbst in der komfortablen Position verharren, von den Folgen ihrer Forderungen weitgehend unberĂŒhrt zu bleiben. Es ist leicht, GroĂzĂŒgigkeit zu fordern, wenn man sie nicht selbst praktizieren muss.
Ein Muster wiederholt sich
Der offene Brief reiht sich nahtlos ein in eine lange Tradition prominenter Einmischung in die Migrationspolitik. Schon 2015 waren es Ă€hnliche Stimmen, die eine âWillkommenskultur" forderten und jeden Kritiker als herzlos brandmarkten. Die Folgen dieser Politik â von der Silvesternacht in Köln bis zu den tĂ€glichen Messerattacken in deutschen StĂ€dten â werden von denselben Kreisen bis heute relativiert oder schlicht ignoriert.
Die Unterzeichner mögen es gut meinen. Doch gute Absichten allein haben noch nie gute Politik gemacht. Was Deutschland braucht, ist keine weitere Welle emotionaler Appelle, sondern eine nĂŒchterne AbwĂ€gung dessen, was das Land tatsĂ€chlich leisten kann â und was nicht. Die Bundesregierung tĂ€te gut daran, sich von prominentem Druck nicht beirren zu lassen und stattdessen die Interessen der eigenen Bevölkerung in den Vordergrund zu stellen.










