Kettner Edelmetalle
25.04.2026
09:16 Uhr

Pantisano an die Linken-Spitze: Wenn IdentitÀtspolitik zum Parteiprogramm wird

Pantisano an die Linken-Spitze: Wenn IdentitÀtspolitik zum Parteiprogramm wird

Die Linkspartei findet ihren neuen Vorsitzenden – und es ist genau jener Typus, den man im linken Milieu derzeit gerne als AushĂ€ngeschild prĂ€sentiert: jung, urban, mit Migrationsbezug und einem ausgeprĂ€gten Talent dafĂŒr, politische Gegner mit den schĂ€rfsten Vokabeln zu ĂŒberziehen. Luigi Pantisano, derzeit Vizevorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, soll auf dem Parteitag im Juni in die Doppelspitze gewĂ€hlt werden. Ein Mann, der die AfD im Plenarsaal pauschal als "Faschisten und Rassisten" tituliert und sich anschließend noch beschwert, wenn die Polizei AfD-Politiker vor Übergriffen schĂŒtzt. Willkommen im neuen SelbstverstĂ€ndnis der Mauerpartei.

Vom schwÀbischen Waiblingen zum "Gastarbeiterkind"

Bemerkenswert ist die mediale Inszenierung, mit der Pantisanos Biografie aufgeladen wird. In nahezu jedem PortrĂ€t liest man von "italienischen Wurzeln", "Migrationsgeschichte", "Gastarbeiterkind". Die nĂŒchterne RealitĂ€t: Der 1979 in Waiblingen geborene Architekt verbrachte lediglich eine kurze Phase im Kleinkindalter in Kalabrien. Den weit ĂŒberwiegenden Teil seines Lebens hat er im behĂ€bigen SĂŒddeutschland zugebracht, spĂ€ter als Stadtplaner in Konstanz am Bodensee. Doch die IdentitĂ€tspolitik braucht ihre Symbolfiguren, und so wird aus einem in Schwaben aufgewachsenen Akademiker mit italienischem Pass ein AushĂ€ngeschild migrantischer ReprĂ€sentation.

Pantisano selbst spielt diese Karte virtuos. GegenĂŒber Medien betont er regelmĂ€ĂŸig, wie sehr ihn das Aufwachsen in einer Gastarbeiterfamilie politisch geprĂ€gt habe – und wie sehr ihn antreibe, dass "die Politik auf Menschen herabschaue". Eine ErzĂ€hlung, die in der heutigen Linken bestens funktioniert, denn IdentitĂ€t schlĂ€gt Inhalt. Die Partei, so Pantisano selbst, sei "jĂŒnger, westlicher, feministischer, aber auch migrantischer geworden". Da passe er gut hinein.

Anti-Wagenknecht-Linie und "linkskanax"

Politisch verortet sich Pantisano klar im sogenannten "BewegungsflĂŒgel" der Partei. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter des frĂŒheren Parteichefs Bernd Riexinger forderte er bereits frĂŒhzeitig den Parteiaustritt Sahra Wagenknechts – jener Politikerin also, die mit ihrer Kritik an unkontrollierter Migration und ihrer Skepsis gegenĂŒber linker IdentitĂ€tspolitik zumindest noch Anschluss an die Sorgen vieler einfacher BĂŒrger hielt. Mit ihrem Abgang verlor die Linke ihre letzte verbliebene Stimme der Vernunft.

MitbegrĂŒndet hat Pantisano die Arbeitsgemeinschaft "linkskanax" – schon der Name verrĂ€t die Richtung. Es geht um ReprĂ€sentation, Quoten, IdentitĂ€t. Klassische Themen wie soziale Gerechtigkeit fĂŒr die einheimische arbeitende Bevölkerung treten in den Hintergrund. Stattdessen dominieren propalĂ€stinensische SolidaritĂ€tsbekundungen, identitĂ€tspolitische Debatten und GrabenkĂ€mpfe darĂŒber, wer im eigenen Lager am rechten FlĂŒgel zu verorten sei.

Eine Bilanz zum Stirnrunzeln

Wer einen Blick auf Pantisanos politische Vita wirft, dem fĂ€llt vor allem eines auf: Konflikte. Da wĂ€re die Staatsschutzermittlung und Verurteilung wegen Hausfriedensbruchs nach einem Aufenthalt in einem besetzten Haus – angeblich fĂŒr einen Podcast. Da wĂ€ren finanzielle Auslagen fĂŒr Schwarzfahrer. Da wĂ€ren Ordnungsrufe im Bundestag. Und da wĂ€re eben jene Beschwerde, dass die Polizei AfD-Abgeordnete vor Angriffen schĂŒtze. Man stelle sich einen Politiker einer anderen Partei vor, der öffentlich monierte, dass die Polizei Linkspartei-Politiker beschĂŒtze – der Aufschrei wĂ€re ohrenbetĂ€ubend.

Auch elektoral ist Pantisanos Erfolgsbilanz ĂŒberschaubar. 2020 scheiterte er knapp als OB-Kandidat in Konstanz, unterstĂŒtzt vom ĂŒblichen rot-grĂŒnen BĂŒndnis. 2025 schaffte er den Einzug in den Bundestag. Kurz darauf folgte das Desaster der Linken bei der Landtagswahl in Baden-WĂŒrttemberg mit mageren 4,4 Prozent – ausgerechnet in jenem Bundesland, in dem Pantisano politisch sozialisiert wurde.

Streithammel statt BrĂŒckenbauer

Selbst innerhalb der Partei ist die Begeisterung keineswegs einhellig. Die pragmatischeren KrĂ€fte beĂ€ugen Pantisanos polterndes Auftreten kritisch. Man fĂŒrchtet, dass mit ihm ein notorischer Streithammel an die Spitze rĂŒckt, wĂ€hrend der noch amtierende Jan van Aken zumindest noch um einen ausgleichenden Ton bemĂŒht war. Doch in einer Partei, die sich zunehmend in identitĂ€tspolitischen SchĂŒtzengrĂ€ben verschanzt, zĂ€hlt offenbar die richtige ErzĂ€hlung mehr als das politische Geschick.

Dass Sympathiebekundungen ausgerechnet von Heidi Reichinnek und Ines Schwerdtner kommen, ĂŒberrascht wenig. Jene Doppelspitze, die nun mit Pantisano komplettiert werden soll, reprĂ€sentiert mustergĂŒltig den Kurs einer Partei, die sich von ihrer einstigen Funktion als Vertretung sozialer Verlierer endgĂŒltig verabschiedet hat. Stattdessen werden TikTok-Videos produziert, AfD-Politiker mit Beleidigungen ĂŒberzogen und Migration zum identitĂ€tsstiftenden Markenkern erhoben.

Was bleibt vom einstigen Anspruch?

Die deutsche Linke vollendet mit Pantisano ihren Wandel von einer sozialpolitischen Protestpartei zu einer urban-akademischen IdentitĂ€tsbewegung. Die Sorgen jener BĂŒrger, die unter steigenden Mieten, Inflation und einer ausufernden KriminalitĂ€t leiden, spielen in diesem Kosmos kaum noch eine Rolle. Stattdessen dominiert ein Diskurs, der vor allem akademisch geschulte Großstadtbewohner anspricht – und den Rest der Bevölkerung achselzuckend zurĂŒcklĂ€sst.

Dass eine solche Partei mit einem Vorsitzenden, der pauschale Beschimpfungen politischer Gegner zur rhetorischen Standardausstattung erklĂ€rt, breite WĂ€hlerschichten zurĂŒckgewinnen will, darf bezweifelt werden. Wahrscheinlicher ist, dass die Linke unter Pantisano genau jenen Kurs fortsetzt, der sie in Baden-WĂŒrttemberg gerade an die Wand gefahren hat. Die WĂ€hler haben offenbar genug von einer Partei, die mehr Energie darauf verwendet, politische Gegner zu beschimpfen, als konkrete Lösungen fĂŒr die drĂ€ngenden Probleme dieses Landes anzubieten.

Stabile Werte in unsicheren Zeiten

WĂ€hrend sich die deutsche Parteienlandschaft zunehmend in ideologischen GrabenkĂ€mpfen verliert und Politiker mit fragwĂŒrdigem Auftreten in höchste Ämter aufsteigen, sollten BĂŒrger ihren Blick auf das richten, was wirklich Bestand hat. Politische Verwerfungen, ideologische Experimente und ökonomische Unsicherheit sind ein guter Grund, sich mit der eigenen Vermögensabsicherung zu beschĂ€ftigen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhĂ€ngig von politischen Moden und Parteivorsitzenden ihren Wert bewahren – eine Eigenschaft, die in den heutigen Zeiten wertvoller ist denn je.

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