
Lohn-Schock in Chinas Kliniken: PflegekrÀfte am Existenzminimum!

In Chinas KrankenhĂ€usern wird das Geld knapp und die BeschĂ€ftigten zahlen die Rechnung. Medienberichten zufolge kĂŒrzen Kliniken in mehreren Provinzen GrundgehĂ€lter und LeistungsprĂ€mien. Manche PflegekrĂ€fte bekĂ€men im Monat weniger als 2.000 Yuan Grundlohn, umgerechnet knapp 300 US-Dollar. Andere warten seit Monaten vergeblich auf ihr Gehalt.
Das Bild der aufstrebenden Supermacht bekommt damit einen weiteren Riss. Er zieht sich ausgerechnet durch einen Bereich, der als krisenfest galt.
Minus 20 Prozent ĂŒber Nacht
Die Einzelheiten stammen aus einem Bericht der regierungskritischen Epoch Times. Die Zeitung beruft sich auf Insider, die aus Angst vor Repressalien anonym bleiben wollen. Eine Mitarbeiterin der Verwaltung eines öffentlichen Krankenhauses in Hangzhou berichtet dort, eine Klinik der Region habe im August das Grundgehalt von PflegekrĂ€ften von 2.750 auf 2.200 Yuan gesenkt. Das ist ein FĂŒnftel weniger.
Noch drastischer klingt ein Fall aus Suzhou in der Provinz Jiangsu. Dort sei das Grundgehalt einer Krankenschwester von 3.700 Yuan vor der Pandemie schrittweise auf etwa 1.700 Yuan gefallen. Das ist ein Minus von mehr als 50 Prozent. Boni zahle die Klinik inzwischen gar nicht mehr.
Monatelang kein Geld, dann die Pleite
Die KĂŒrzungen sind nur ein Teil des Problems. Laut dem Bericht protestierten im November 2025 BeschĂ€ftigte des Volkskrankenhauses in Suihua in der Provinz Heilongjiang, weil sie fĂŒnf bis sechs Monate lang kein Gehalt bekommen hĂ€tten. Trotzdem hĂ€tten sie weiter Patienten versorgt. Im April kursierten Videos von Protesten am Hedong-Krankenhaus in Linyi in der Provinz Shandong.
Weitere FĂ€lle, die berichtet werden:
- Eine Klinik in Peking soll ihre BeschĂ€ftigten aufgefordert haben, bereits ausgezahlte PrĂ€mien fĂŒr sechs Monate zurĂŒckzuzahlen.
- Das Tianhu-Krankenhaus in Leping in der Provinz Jiangxi habe nach Ănderungen bei der Krankenversicherung Löhne schuldig bleiben mĂŒssen. SpĂ€ter habe es laut der Staatsagentur Xinhua die gesamte Belegschaft entlassen.
- Das Luxinan-Krankenhaus in Shandong ging 2024 in die Insolvenz. Zuvor soll es mehr als 600 BeschÀftigten acht Monatslöhne schuldig geblieben sein.
Ein Teufelskreis aus Schulden und leeren Kassen
Woher kommt die Misere? Ein Beamter einer Gesundheitsbehörde in Xuzhou erklĂ€rt das System so: Viele Kliniken wĂŒrden nur teilweise vom Staat finanziert. Sinke dieser Anteil, mĂŒssten sie die LĂŒcke ĂŒber höhere GebĂŒhren schlieĂen. Doch dann könnten sich viele Menschen den Arztbesuch nicht mehr leisten. Die Patienten blieben weg und die Verluste wĂŒchsen weiter.
âAber jetzt können sich normale Menschen keinen Arzt mehr leisten, also gehen weniger Leute ins Krankenhaus, und die Verluste der KrankenhĂ€user werden noch gröĂer.â
Einige Kliniken in Jiangsu seien sogar bestraft worden, weil sie zu hohe GebĂŒhren verlangt hĂ€tten. Als sie zu den alten Tarifen zurĂŒckkehren mussten, seien die Einnahmen noch weiter eingebrochen. So sieht es aus, wenn die Planwirtschaft sich selbst ausbremst.
Das Problem hat sich ĂŒber Jahre aufgebaut. Laut offiziellen Daten, ĂŒber die das Wirtschaftsmagazin Caixin berichtete, haben sich die Schulden der öffentlichen KrankenhĂ€user zwischen 2010 und 2021 mehr als verdreifacht. Die Verschuldungsquote stieg von 31 auf ĂŒber 45 Prozent. Hinzu kommt, dass viele Lokalregierungen seit der Immobilienkrise weniger Geld aus LandverkĂ€ufen einnehmen.
Was das fĂŒr Anleger bedeutet
Wenn selbst Krankenschwestern in öffentlichen Kliniken um ihr Gehalt kĂ€mpfen mĂŒssen, stimmt etwas GrundsĂ€tzliches nicht. Chinas Wachstumsmodell auf Pump stöĂt offenbar an seine Grenzen. FĂŒr eine exportabhĂ€ngige Wirtschaft wie Deutschland ist das ein ernstes Warnsignal, denn China gehört zu ihren wichtigsten Handelspartnern.
Ăbrigens erklĂ€rt diese Lage auch, warum die chinesische Zentralbank seit Jahren Gold kauft. Wer der StabilitĂ€t von Staatsfinanzen und Papierwerten nicht mehr ganz traut, setzt auf Werte, die kein Schuldner entwerten kann. FĂŒr Sparer hierzulande können physisches Gold und Silber deshalb eine sinnvolle ErgĂ€nzung in einem breit gestreuten Vermögen sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie Geld anlegen. FĂŒr Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.
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