Kettner Edelmetalle
05.08.2026
05:56 Uhr
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Kunst braucht Freiheit – aber Schulze braucht offenbar vor allem Ausreden

Kunst braucht Freiheit – aber Schulze braucht offenbar vor allem Ausreden
Symbolbild: KI-generiert

Es gibt Momente im deutschen Politbetrieb, in denen sich ein Politiker so lange um sich selbst dreht, bis niemand mehr weiß, wofĂŒr er eigentlich steht. Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Sven Schulze (CDU) hat einen solchen Moment gerade geliefert – und zwar per Instagram-Video, dem bevorzugten Beichtstuhl der modernen Politikergeneration.

Drei Auftritte, null Widerspruch – und plötzlich „grundfalsch“

Dreimal stand der CDU-Mann gemeinsam mit dem Kabarettisten Dieter Hallervorden auf der BĂŒhne. Dreimal teilte der fast 91jĂ€hrige Publikumsliebling krĂ€ftig gegen die eigene Bundespartei aus. Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius wurden implizit zu Kriegstreibern erklĂ€rt, die neue CDU-GeneralsekretĂ€rin Franziska Hoppermann bekam ihr Fett weg, und von einem „Völkermord in Gaza“ war ebenfalls die Rede. Widerspruch vom MinisterprĂ€sidenten? Fehlanzeige.

Erst als der Sturm aus Berlin aufzog und die eigene Parteispitze auf Distanz ging, entdeckte Schulze sein Gewissen. Da habe ein KĂŒnstler Dinge gesagt und gesungen, die er fĂŒr falsch halte, manche sogar fĂŒr „grundfalsch“, erklĂ€rte er in dem anderthalbminĂŒtigen Clip. Welche genau? Das blieb offen. Konkretisierung wĂ€re ja auch riskant – man könnte sich festlegen.

Die Kunst der nachtrÀglichen Empörung

Bemerkenswert ist die Choreographie: HĂ€tte er absagen, streichen, zensieren sollen? Nein, sagt Schulze. Der Abend habe schließlich unter dem Motto „Kunst braucht Freiheit“ gestanden und nicht unter „Kunst braucht Zustimmung“. Ein durchaus richtiger Satz – nur wirkt er reichlich wohlfeil, wenn er erst nach dem dritten Auftritt und nach massiver Kritik aus der Berliner Zentrale ausgesprochen wird.

BĂŒrger brĂ€uchten niemanden, der sie vor Meinungen beschĂŒtze – sie könnten zwei Menschen streiten hören und sich selbst eine dritte Meinung bilden, so Schulze sinngemĂ€ĂŸ.

Ein hĂŒbscher Gedanke. Nur: Wo genau war denn der Streit? Wer schweigend danebensteht, wĂ€hrend der Gast die eigene Kanzlerpartei zerlegt, fĂŒhrt keinen Diskurs, sondern nickt ihn ab. Und ausgerechnet jene Partei, die anderswo mit Brandmauern, Kontaktschuld und Ausgrenzungsritualen arbeitet, entdeckt hier plötzlich die Meinungsfreiheit als Schutzschild. Man darf schmunzeln.

Der wahre Grund heißt Umfragewerte

Die ErklĂ€rung fĂŒr dieses Manöver dĂŒrfte weniger in der Kunstfreiheit als in nĂŒchternen Zahlen liegen. Die CDU liegt in Sachsen-Anhalt in den Umfragen weit hinter der AfD. Ein MinisterprĂ€sident, der spĂŒrt, wie ihm das Land unter den FĂŒĂŸen weggezogen wird, sucht NĂ€he zu einem populĂ€ren Publikumsmagneten – und hofft, dass ein wenig Merz-Kritik im Osten als EigenstĂ€ndigkeit durchgeht. Das sei kein Zeichen gegen Berlin, kein Kontra gegen die eigene Partei, beteuert Schulze. Es sei ein Versprechen an Sachsen-Anhalt, ein Land regieren zu wollen, in dem man einander widersprechen dĂŒrfe.

Nur hat der WĂ€hler in Mitteldeutschland ein feines GespĂŒr dafĂŒr, wann Überzeugung gesprochen wird und wann Verzweiflung. Wer 16 Jahre Merkel erlebt hat und danach beim Nachfolger dieselbe Migrationspolitik, dieselben Schuldenberge und dieselben Sonntagsreden vorfindet, lĂ€sst sich von Kabarett-Abenden kaum umstimmen. Am Freitag treten die beiden ein letztes Mal auf, im Stadttheater Naumburg, ausgebucht. Die BĂŒhne ist voll – die GlaubwĂŒrdigkeit dĂŒnn.

Was bleibt

Was hier vorgefĂŒhrt wird, ist das GrundĂŒbel des politischen Establishments: Position beziehen, sobald es opportun ist, und zurĂŒckrudern, sobald es unangenehm wird. Genau dieses Lavieren treibt Millionen BĂŒrger in die Arme jener KrĂ€fte, die man in Berlin so gerne ausgrenzt. Wer regieren will, muss ĂŒberzeugen – nicht moderieren.

Und weil politische VerlĂ€sslichkeit in Deutschland derzeit Ă€hnlich stabil wirkt wie ein Kartenhaus im Herbstwind, sortieren immer mehr BĂŒrger ihre Vermögensplanung neu. Wer sich nicht auf die Standhaftigkeit von ParteitagsbeschlĂŒssen verlassen mag, setzt traditionell auf Substanz – physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte bewiesen, dass sie keine Instagram-Videos zur SelbsterklĂ€rung benötigen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und liegt in der alleinigen Verantwortung des Anlegers. Eine Haftung fĂŒr VermögensschĂ€den wird ausdrĂŒcklich ausgeschlossen.

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