Kettner Edelmetalle
11.09.2026
10:40 Uhr
KI-generiert

Kein Automat, keine Filiale: Bargeld wird zum Luxus

Kein Automat, keine Filiale: Bargeld wird zum Luxus
Symbolbild: KI-generiert

In 15 Prozent aller österreichischen Gemeinden steht kein einziger Bankomat. Mehr als jede dritte Kommune – 36 Prozent – hat nicht einmal mehr eine Bankfiliale. Das zeigt eine neue Umfrage des Trendforschungsinstituts Pittners Trendexpert im Auftrag der Geldservice Austria (GSA), ĂŒber die mehrere österreichische Medien berichten.

Befragt wurden ĂŒber 200 Gemeindevertreter, darunter BĂŒrgermeister und Amtsleiter. Das Ergebnis ist eindeutig: Knapp 80 Prozent halten Bargeld fĂŒr sehr oder eher bedeutend. Bei MĂ€rkten und Veranstaltungen sagen sogar 98 Prozent: unverzichtbar.

Warum 87 Prozent an den Blackout denken

Besonders aufschlussreich ist ein anderer Wert. 87 Prozent der befragten Gemeindevertreter sehen Bargeld laut der Erhebung als wichtige Alternative in Krisensituationen – etwa bei Cyberattacken. Wer die Blackout- und Hackerangriff-Debatten der letzten Jahre verfolgt hat, versteht diesen Reflex sofort.

Denn Scheine und MĂŒnzen funktionieren ohne Strom, ohne Server, ohne Zahlungsdienstleister in Irland. FĂ€llt das Kartennetz aus, ist der Zehn-Euro-Schein plötzlich die verlĂ€sslichste Technologie im Land.

Das Moratorium: 8300 Automaten als Bollwerk

Gemeindebund und Oesterreichische Nationalbank arbeiten bereits seit 2024 gegen die "weißen Flecken". Das sogenannte Bankomaten-Moratorium soll das bestehende Netz von rund 8300 Geldautomaten bis 2029 absichern. ZusĂ€tzlich will die OeNB 120 neue Automaten in schlecht versorgten Regionen aufstellen – 66 stehen laut Bericht schon.

GemeindebundprĂ€sident Johannes Pressl zeigt sich mit der Lage insgesamt "zufrieden", betont aber, die Versorgung mĂŒsse langfristig abgesichert werden. Bargeld werde in den Gemeinden weiterhin eine große Rolle spielen.

Das Muster ist ĂŒberall in Europa dasselbe: Erst verschwindet die Filiale, dann der Automat – und am Ende heißt es, die Kunden hĂ€tten es ja selbst so gewollt.

In Deutschland lÀuft derselbe Film

Ein Blick ĂŒber die Grenze macht deutlich, dass Österreich im europĂ€ischen Vergleich noch relativ gut dasteht. In Deutschland sank die Zahl der Geldautomaten laut Bundesbank-Angaben 2024 um rund drei Prozent auf etwa 49.750 – erstmals unter die Marke von 50.000. FĂŒr 2025 weisen Statistikportale bereits weniger als 49.000 Automaten aus.

Die Bundesbank hĂ€lt den Zugang zu Bargeld dennoch fĂŒr "weitgehend gesichert". Gleichzeitig meldet sie, dass 2025 rund 55 Prozent der erfassten EinkĂ€ufe bargeldlos abgewickelt worden seien. Aus Sicht unserer Redaktion entsteht so eine gefĂ€hrliche Logik: Weil weniger bar gezahlt wird, baut man Infrastruktur ab – und weil die Infrastruktur fehlt, zahlen noch weniger Menschen bar.

Und dann kommt der digitale Euro

Parallel treibt die EZB ihr Prestigeprojekt voran: Die Erstausgabe eines digitalen Euro wird fĂŒr 2029 angestrebt, sofern die nötigen EU-Rechtsvorschriften beschlossen werden. BrĂŒssel und Frankfurt versichern, Bargeld bleibe erhalten. Kritiker halten dagegen, dass ein Zahlungsmittel, dessen Nutzung im Alltag immer unpraktischer werde, faktisch auch ohne Verbot verschwinde.

Bargeld ist gelebte Eigenverantwortung: anonym, sofort verfĂŒgbar, unabhĂ€ngig von Banken-IT. Wer diese Freiheit schĂ€tzt, sollte sie nutzen – und sich fragen, welcher Teil des eigenen Vermögens ĂŒberhaupt noch außerhalb digitaler Buchungssysteme existiert. Physische Edelmetalle können in einem breit gestreuten Vermögen genau diese Rolle als greifbare RĂŒcklage ĂŒbernehmen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger muss eigenstĂ€ndig recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Entscheidungen selbst.

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