Kettner Edelmetalle
22.04.2026
15:43 Uhr

Großbritannien im Inflations-Schock: Iran-Krieg treibt Preise auf 3,3 Prozent

Großbritannien im Inflations-Schock: Iran-Krieg treibt Preise auf 3,3 Prozent

Die Rechnung fĂŒr geopolitische Verwerfungen bekommen die BĂŒrger stets zuerst an der ZapfsĂ€ule prĂ€sentiert – und das bitter. Auf der britischen Insel ist die Inflationsrate im MĂ€rz sprunghaft auf 3,3 Prozent gestiegen, nachdem sie im Vormonat noch bei 3,0 Prozent lag. Das geht aus vorlĂ€ufigen Daten des Office for National Statistics (ONS) hervor. Hauptverantwortlich: explodierende Kraftstoffpreise, die im Gefolge des Iran-Krieges in atemberaubendem Tempo nach oben schießen.

Der grĂ¶ĂŸte Sprit-Preissprung seit ĂŒber drei Jahren

Grant Fitzner, Chefökonom des ONS, sprach vom stĂ€rksten Anstieg der Kraftstoffpreise seit mehr als drei Jahren. Hinzu kĂ€men teurere Flugtickets sowie steigende Lebensmittelpreise. Lediglich bei Bekleidung zeigten sich noch moderate Entwicklungen. Doch das ist ein schwacher Trost, denn auch die Rohstoffkosten fĂŒr Unternehmen und die Abgabepreise ab Werk kletterten deutlich – getrieben von höheren Rohöl- und Benzinnotierungen.

Die nackten Zahlen bestĂ€tigen das, was die Ökonomen von Reuters ohnehin prognostiziert hatten. Damit liefert der MĂ€rz den ersten handfesten Beweis dafĂŒr, wie direkt der Krieg im Nahen Osten auf die Geldbeutel der britischen Konsumenten durchschlĂ€gt.

Energie-AbhÀngigkeit als verhÀngnisvolle Achillesferse

Großbritannien ist ein Nettoimporteur von Energie – und damit in besonderem Maße verwundbar, sobald sich am Weltmarkt die Preise fĂŒr Öl und Gas nach oben bewegen. Sanjay Raja, Chefvolkswirt der Deutschen Bank fĂŒr Großbritannien, warnte bereits im Vorfeld der Veröffentlichung, dass sowohl die Preise an den Tankstellen als auch jene fĂŒr Heizöl zum Quartalsende deutlich anziehen dĂŒrften. Eine Entwicklung, die nicht nur Pendler trifft, sondern auch jeden Haushalt, der heizen muss.

Suren Thiru, Chefökonom des ICAEW, rechnet damit, dass die Schlagzeilen-Inflationsrate bis zum Herbst ĂŒber vier Prozent klettern könnte – und zwar trotz einer sich abkĂŒhlenden Konjunktur. Damit taucht am Horizont exakt jenes Schreckgespenst auf, das Notenbankern regelmĂ€ĂŸig den Schlaf raubt: die Stagflation. Eine toxische Mischung aus schwachem Wachstum, hoher Inflation und steigender Arbeitslosigkeit.

Die Bank of England in der ZwickmĂŒhle

Vor Kriegsbeginn am 28. Februar war die britische Notenbank noch auf Zinssenkungskurs, schließlich nĂ€herte sich die Inflation endlich dem Zielwert von 2 Prozent. Nun steckt die Bank of England in einem klassischen Dilemma. Die Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen geht davon aus, dass die Zinsen fĂŒr den Rest des Jahres unverĂ€ndert bleiben. Die Argumentation: Die Notenbanker wĂŒrden den von externen Faktoren verursachten Inflationsschub einfach "durchschauen" und nicht darauf reagieren. Alles andere wĂŒrde die ohnehin fragile Wirtschaft nur zusĂ€tzlich belasten.

Wackelige Waffenruhe, nervöse MÀrkte

Die Lage bleibt brandgefĂ€hrlich. US-PrĂ€sident Donald Trump hat zwar am Dienstag eine brĂŒchige Waffenruhe mit dem Iran verlĂ€ngert, doch eine zweite Verhandlungsrunde, die diese Woche in Pakistan stattfinden sollte, wurde bereits auf Eis gelegt. Die Aussichten auf einen echten Frieden sind damit mehr als unsicher.

Was die Briten gerade schmerzhaft erleben, sollte auch den BĂŒrgern auf dem Kontinent eine Warnung sein. Deutschland, dessen Energiepolitik unter der Ampel bereits zu einem Trauerspiel verkommen war und von der neuen Großen Koalition unter Friedrich Merz bislang nicht grundlegend korrigiert wurde, ist gegenĂŒber solchen externen Schocks mindestens genauso anfĂ€llig – wenn nicht noch verwundbarer. Die deutsche AbhĂ€ngigkeit von Energie-Importen ist nach dem Ausstieg aus Kernkraft und heimischer Förderung zementiert.

Warum Edelmetalle in solchen Zeiten glÀnzen

Geopolitische Krisen, Energie-Preisschocks und eine Inflation, die sich nicht so leicht besiegen lĂ€sst wie Politiker gerne behaupten – genau in einem solchen Umfeld zeigen physische Edelmetalle ihre jahrtausendealte StĂ€rke. Gold und Silber sind nicht zu drucken, nicht zu vermehren und nicht von den Launen einzelner Notenbanker abhĂ€ngig. Sie bewahren ihren realen Wert, wĂ€hrend PapierwĂ€hrungen schleichend an Kaufkraft verlieren. Wer sein Vermögen breit diversifiziert, sollte physische Edelmetalle als solide Beimischung in einem gesunden Portfolio durchaus in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion dar und ist keine Anlageberatung. Wir ĂŒbernehmen keinerlei Haftung fĂŒr Entscheidungen, die auf Basis dieses Artikels getroffen werden. Jeder Anleger ist verpflichtet, vor einer Investitionsentscheidung eigenstĂ€ndig zu recherchieren und gegebenenfalls einen unabhĂ€ngigen Finanzberater zu konsultieren. Die Verantwortung fĂŒr Anlageentscheidungen liegt allein beim Leser.

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