Kettner Edelmetalle
07.09.2026
07:13 Uhr
KI-generiert

Gold-Rallye mit Ansage: Jetzt lockt die Marke von 4.700 Dollar

Gold-Rallye mit Ansage: Jetzt lockt die Marke von 4.700 Dollar
Symbolbild: KI-generiert

Der Goldpreis hat in nur drei Wochen einen Satz von rund 4.020 auf 4.697 US-Dollar hingelegt – und danach binnen weniger Tage wieder 400 Dollar abgegeben. Wer in diesem Sommer auf ruhige MĂ€rkte gehofft hatte, wurde eines Besseren belehrt. Die entscheidende Frage lautet nun: War das schon der Höhepunkt – oder erst die OuvertĂŒre?

19 Prozent bei Gold, 30 Prozent bei Silber

Vom Korrekturtief bei 3.942 US-Dollar am 30. Juni aus hat sich Gold laut der vorliegenden Analyse um 19,15 Prozent erholt. Silber fand seinen Boden erst am 17. Juli bei 54,74 US-Dollar – und schoss anschließend bis auf 71,16 US-Dollar nach oben.

Macht rund 30 Prozent Plus fĂŒr das kleine Edelmetall. Silber bleibt damit seinem Ruf treu: Es folgt Gold, aber mit deutlich schĂ€rferer Klinge – nach oben wie nach unten.

Der Finanzminister greift ein – gleich zweimal

Ausgelöst wurde die Bewegung nach EinschĂ€tzung der Analyse durch das Eingreifen von US-Finanzminister Scott Bessent am Devisenmarkt Ende Juli, als er zugunsten des japanischen Finanzministeriums in den Yen-Kurs intervenierte. Der Yen legte binnen eines Monats ĂŒber fĂŒnf Prozent gegenĂŒber dem Dollar zu.

Das klingt technisch, hat aber Sprengkraft: Carry-Trader, die sich billig in Yen verschuldet und damit US-Staatsanleihen gekauft haben, könnten zu VerkÀufen gezwungen werden. Genau jene Nachfrage nach US-Papieren, die Washington dringend braucht, gerÀt ins Wanken.

Prompt folgte der zweite Eingriff. Nachdem die Rendite 30-jĂ€hriger US-Anleihen Mitte August zeitweise ein 19-Jahres-Hoch erreicht hatte, kĂŒndigte Bessent ĂŒberraschend eine Ausweitung der Treasury-RĂŒckkĂ€ufe an – mindestens eine Verdopplung auf vier Milliarden Dollar pro Operation. Er selbst betonte, es gehe nicht um ein bestimmtes Zinsniveau, sondern darum, „disorderly moves“ zu verhindern.

„Operation Twist light“ – und wachsende Kritik

Am Markt wurde das Manöver als „Operation Twist light“ gedeutet. Kritiker wie Investor Stanley Druckenmiller hĂ€tten davor gewarnt, dass hier eine gefĂ€hrliche Grenze zwischen Haushalts- und Geldpolitik verwischt werde, und stattdessen eine ernsthafte Konsolidierung der Staatsfinanzen gefordert.

Wer die deutsche Debatte um das 500-Milliarden-Sondervermögen verfolgt, kennt das Muster: Erst wird die Schuldenlast gestapelt, dann sucht man nach Wegen, sie ertrĂ€glich zu machen. FĂŒr Sparer ist beides selten ein gutes Zeichen.

Warshs Warnschuss aus Jackson Hole

FĂŒr den scharfen RĂŒcksetzer auf 4.282 US-Dollar sorgten hawkische Töne beim Notenbankertreffen in Jackson Hole. Fed-Chef Kevin Warsh bekannte sich Medienberichten zufolge Ende August klar zum Zwei-Prozent-Ziel und bezeichnete die zuletzt bei 3,7 Prozent verharrende PCE-Inflation als besorgniserregend – am Terminmarkt sprang die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September daraufhin auf rund 60 Prozent.

Doch die KĂ€ufer kamen zurĂŒck, und zwar exakt an der alten Widerstandszone zwischen 4.280 und 4.320 Dollar, die nun als UnterstĂŒtzung dient. Die 200-Tage-Linie liegt bei 4.534 Dollar, die 50-Tage-Linie bei 4.240 Dollar.

Ausblick: SeitwÀrts mit Ausbruchsoption

FĂŒr den September rechnet die Analyse primĂ€r mit einer Pendelbewegung zwischen beiden Durchschnittslinien – mit der Option auf einen erneuten Vorstoß Richtung 4.700 US-Dollar. Bremsend wirken könnten der historische „September-Effekt“ an den AktienmĂ€rkten und die traditionelle NervositĂ€t vor US-Zwischenwahlen.

Unterm Strich zeigt dieser Sommer vor allem eines: Die StĂŒtzungsmechanismen des Dollar-Systems arbeiten sichtbar am Limit. Physisches Gold und Silber sind kein Renditeversprechen – aber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie ein bewĂ€hrtes Gegengewicht zu Papierwerten und Notenbankpolitik.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere EinschĂ€tzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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