Kettner Edelmetalle
27.09.2025
15:31 Uhr

Chinas E-Auto-Blase platzt: Wenn kommunistische Planwirtschaft auf RealitÀt trifft

Das Reich der Mitte wollte die Welt mit Elektroautos erobern – stattdessen versinkt es in einem Meer aus unverkĂ€uflichen Stromern. Was passiert, wenn staatliche Planwirtschaft auf marktwirtschaftliche RealitĂ€t trifft? China liefert gerade ein LehrstĂŒck darĂŒber, wie man eine ganze Industrie gegen die Wand fĂ€hrt. WĂ€hrend deutsche Autobauer von grĂŒnen Ideologen in die E-MobilitĂ€t gezwungen werden, zeigt uns das chinesische Desaster bereits heute, wohin dieser Irrweg fĂŒhrt.

Der große Ausverkauf: Wenn Audis zum halben Preis verschleudert werden

In Chengdu und anderen chinesischen Metropolen spielen sich derzeit Szenen ab, die jedem AutohĂ€ndler AlbtrĂ€ume bereiten dĂŒrften. Nagelneue Audis werden fĂŒr die HĂ€lfte des Listenpreises verscherbelt, SUVs mit ĂŒber 60 Prozent Rabatt verramscht. Ein gewisser Wang Lihong philosophiert in Livestreams darĂŒber, dass es kein unverkĂ€ufliches Auto gebe – nur einen falschen Preis. Wie recht er hat! Wenn die Politik meint, den Markt austricksen zu können, landet man eben bei solchen ZustĂ€nden.

Die chinesische Elektroautoindustrie produziert munter drauflos, wĂ€hrend die Nachfrage lĂ€ngst eingebrochen ist. Ein HĂ€ndler im Ruhestand bringt es auf den Punkt: Die Fixierung auf Produktionszahlen hat jeden Bezug zur RealitĂ€t verloren. Peking gibt Vorgaben aus, die Provinzen setzen sie um – und am Ende stapeln sich die Fahrzeuge auf riesigen ParkplĂ€tzen, modernen Autofriedhöfen gleich.

Planwirtschaft 2.0: Wie Peking eine Blase schuf

Die Wurzeln des Debakels reichen bis in die 1990er Jahre zurĂŒck. Schon damals trĂ€umte die kommunistische FĂŒhrung davon, mit Elektroautos den Weltmarkt zu dominieren. 2009 flossen Milliarden in Förderprogramme, 2017 folgte ein Masterplan mit ambitionierten Zielen: 35 Millionen Fahrzeuge jĂ€hrlich bis 2025. Die RealitĂ€t? 31 Millionen produzierte Autos bei deutlich geringerer Nachfrage.

Besonders perfide: Provinzregierungen lockten mit billigem Land und ĂŒppigen Subventionen Autobauer an. Die Gemeinde Changfeng etwa ködern BYD mit Spottpreisen fĂŒr Baugrund. Guangzhou plante gleich drei Autobauer mit je 500.000 Fahrzeugen Jahresproduktion zu fördern – mit jĂ€hrlichen Subventionen von knapp 60 Millionen Euro pro Hersteller. Ein klassisches Beispiel dafĂŒr, wie staatliche Eingriffe MĂ€rkte verzerren und Blasen schaffen.

Der Teufelskreis der Überproduktion

Selbst Xi Jinping musste 2024 eingestehen, dass der "ungebremste Wettlauf um Technologien" nicht tragfĂ€hig sei. Doch die Warnung verhallte ungehört. Ein Manager des Konzerns Sany verglich die Situation treffend mit dem Fahrradfahren: "Solange man strampelt, ist man zwar außer Atem, aber fĂ€llt nicht um." Eine Metapher, die das Dilemma perfekt beschreibt – niemand wagt es, vom Rad zu steigen, aus Angst vor dem Sturz.

Die Prognosen sind dĂŒster: Von 129 Marken könnten bis 2030 nur 15 ĂŒberleben. Xpeng-GrĂŒnder He Xiaopeng prophezeit, dass nur Hersteller mit mindestens drei Millionen Jahresproduktion eine Chance hĂ€tten. BYD peilt 4,6 Millionen an, Geely trĂ€umt von fĂŒnf Millionen bis 2027. Zahlenspiele, die an sowjetische FĂŒnfjahresplĂ€ne erinnern – und vermutlich genauso enden werden.

Das HĂ€ndlersterben hat begonnen

Die ersten Opfer der Krise sind die HĂ€ndler. Auf Alibaba wurden 2024 ĂŒber 5.100 BYD-Fahrzeuge versteigert – im Vorjahr waren es gerade einmal 61. Viele dieser Auktionen stammen von Gerichten, die die Insolvenzmasse bankrotter HĂ€ndler verwerten. Die Handelsvereinigung Henan warnte bereits in einem verzweifelten Brief: "Wenn die HandelskanĂ€le zusammenbrechen, stirbt der Markt."

Was wir hier beobachten, ist das spektakulĂ€re Scheitern einer von oben verordneten Industriepolitik. China wollte mit der Brechstange WeltmarktfĂŒhrer werden und hat dabei die elementarsten Marktgesetze ignoriert. Ein mahnendes Beispiel fĂŒr alle, die glauben, man könne technologische Revolutionen per Dekret erzwingen.

Lehren fĂŒr Deutschland

WĂ€hrend unsere grĂŒn-ideologische Ampelregierung – pardon, die ist ja Geschichte – wĂ€hrend also unsere neue Große Koalition unter Friedrich Merz weiter an der E-Auto-Quote festhĂ€lt, sollten wir genau hinschauen, was in China passiert. Die dortige Katastrophe zeigt eindrucksvoll, wohin es fĂŒhrt, wenn Politik meint, besser als der Markt zu wissen, welche Technologie die Zukunft ist. Die deutschen Autobauer werden bereits jetzt in eine Ă€hnliche Richtung gedrĂ€ngt – mit Verbrennerverboten, CO2-Grenzwerten und Subventionen fĂŒr eine Technologie, die ohne staatliche KrĂŒcken nicht ĂŒberlebensfĂ€hig wĂ€re.

Die chinesische E-Auto-Blase ist geplatzt. Die Frage ist nur: Wann platzt die deutsche? Und wer wird dann die Scherben aufkehren? Der Steuerzahler, wie immer. Vielleicht sollten kluge Anleger ihr Vermögen lieber in bewĂ€hrte Sachwerte wie physische Edelmetalle investieren – die haben noch jeden politischen Irrweg ĂŒberdauert.

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