Kettner Edelmetalle
20.07.2026
18:05 Uhr

Aufstand der Genossen: Wenn selbst der Juso-Chef die eigene SPD nicht mehr wiedererkennt

Es gibt Momente, in denen eine Partei sich selbst am deutlichsten entlarvt. Einer davon ist nun eingetreten: Der Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, Philipp TĂŒrmer, hat die FĂŒhrungsriege seiner eigenen Partei öffentlich zur Ordnung gerufen. «Die Stimmung in der SPD ist am Boden», so soll er es dem Nachrichtenmagazin «Focus» gegenĂŒber formuliert haben. Ein bemerkenswerter Satz – nicht wegen seiner Neuigkeit, sondern wegen der schonungslosen Offenheit, mit der ein ParteifunktionĂ€r hier die eigene Truppe seziert.

Ein Offenbarungseid im eigenen Lager

Die Unzufriedenheit, so TĂŒrmer, reiche weit ĂŒber einzelne politische Entscheidungen hinaus. Sie sei vielmehr Ausdruck einer Entwicklung, die sich schon lange abzeichne. Wer den Absturz der einstigen Volkspartei in den vergangenen Jahren verfolgt hat, wird kaum widersprechen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 wurde die SPD vom WĂ€hler regelrecht abgestraft – und regiert dennoch munter weiter, diesmal als Juniorpartner unter Kanzler Friedrich Merz. Ein KunststĂŒck, das man den Sozialdemokraten erst einmal nachmachen muss: abgewĂ€hlt und trotzdem an der Macht.

Das Fass lĂ€uft ĂŒber – aber warum eigentlich?

TĂŒrmer kritisierte konkret mehrere Reformvorhaben der schwarz-roten Koalition, die aus seiner Sicht dem sozialdemokratischen SelbstverstĂ€ndnis zuwiderliefen. Genannt wurden eine Ausweitung sachgrundloser Befristungen, Änderungen beim Acht-Stunden-Tag sowie bei der ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigung. Solche Maßnahmen, so seine Diagnose, brĂ€chten «das Fass zum Überlaufen».

Hier lohnt ein genauer Blick. Denn wĂ€hrend der Juso-Chef sich ĂŒber Detailfragen der Arbeitszeitgestaltung echauffiert, bleibt das eigentliche Drama unerwĂ€hnt: die schleichende Deindustrialisierung dieses Landes, der Verlust hunderttausender ArbeitsplĂ€tze, die galoppierende KriminalitĂ€t und eine Migrationspolitik, die den einstigen Facharbeiter-Stamm der SPD lĂ€ngst in Scharen zur Konkurrenz getrieben hat. Kein Wort zur RealitĂ€t – stattdessen die alte Leier vom Acht-Stunden-Tag.

Klingbeil und Bas in der Pflicht

TĂŒrmer nahm die beiden SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und BĂ€rbel Bas direkt in die Verantwortung. Es sei ihre Aufgabe, so seine Forderung, die Stimmung an der Basis ĂŒberhaupt erst wahrzunehmen und den Mitgliedern zu beweisen, dass die Sozialdemokratie auch innerhalb der Regierung eine eigenstĂ€ndige Linie verfolge. Eine eigenstĂ€ndige Linie – man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Als hĂ€tte die SPD in den vergangenen Jahren jemals eine erkennbare Kontur gehabt, die ĂŒber das Verwalten des eigenen Niedergangs hinausging.

Eine Partei, die dem Zeitgeist hinterherjagt, statt ihn zu gestalten, hat ihre Existenzberechtigung lÀngst verspielt.

Widerstand von allen Seiten

Der Unmut Ă€ußert sich nicht nur in Worten. Widerstand regte sich zuletzt gegen SparplĂ€ne beim Unterhaltsvorschuss und beim Elterngeld. Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig sprach sich gegen eine Absenkung der Altersgrenze beim Unterhaltsvorschuss aus. Und die Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Truels Reichardt, kĂŒndigte an, geplante KĂŒrzungen im parlamentarischen Verfahren schlichtweg nicht mittragen zu wollen. Eine Regierungsfraktion, die ihre eigenen Vorhaben torpediert – das nennt man wohl Selbstzerfleischung auf offener BĂŒhne.

Ein Symptom, kein Einzelfall

Was sich hier abspielt, ist mehr als das ĂŒbliche KrĂ€ftemessen zwischen Parteijugend und FĂŒhrung. Es ist das Röcheln einer Partei, die den Kontakt zu jenen Menschen verloren hat, die sie einst vertreten wollte. Der klassische Arbeiter, der Handwerker, der MittelstĂ€ndler – sie alle haben sich abgewandt, weil ihre Sorgen in den Berliner Debatten kaum noch vorkommen. Und diese EinschĂ€tzung teilt, das darf man mit Fug und Recht behaupten, ein erheblicher Teil des deutschen Volkes. Die Sehnsucht nach einer Politik, die wieder fĂŒr Deutschland und die Interessen seiner BĂŒrger regiert, ist unĂŒbersehbar.

Ob ausgerechnet die Jusos die richtigen Retter fĂŒr dieses Dilemma sind, darf bezweifelt werden. Wer die Lösung noch weiter links sucht, wĂ€hrend die Menschen im Land nach StabilitĂ€t und traditionellen Werten rufen, dĂŒrfte den Sinkflug eher beschleunigen als bremsen.

Was bleibt dem BĂŒrger?

In Zeiten, in denen die etablierten Parteien mit sich selbst beschĂ€ftigt sind und ein 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket geschnĂŒrt wird, das kommende Generationen belasten wird, stellt sich fĂŒr den vernĂŒnftigen Sparer eine ganz andere Frage: Wie sichere ich mein Vermögen gegen die absehbare Geldentwertung? Wer sein Erspartes vor dem inflationĂ€ren Zugriff der Politik schĂŒtzen will, tut gut daran, ĂŒber eine Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber nachzudenken. Sie haben ĂŒber Jahrhunderte bewiesen, dass sie bestĂ€ndig bleiben – wĂ€hrend Parteien kommen und gehen, und manche eben auch untergehen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionsentscheidungen sollten stets auf Grundlage eigener, sorgfĂ€ltiger Recherche getroffen werden. FĂŒr Anlageentscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich.

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