Kettner Edelmetalle
30.07.2026
16:58 Uhr

8900 Stellen weg: Wie Porsche und Mercedes zum Mahnmal deutscher Industriepolitik werden

8900 Stellen weg: Wie Porsche und Mercedes zum Mahnmal deutscher Industriepolitik werden
Symbolbild: KI-generiert

Es war einmal ein Land, dessen Name in der Welt fĂŒr Motorenbau stand. Heute reiht sich Meldung an Meldung, und jede einzelne liest sich wie ein Nachruf. Porsche streicht in Deutschland weitere 5000 ArbeitsplĂ€tze – womit sich der geplante Abbau auf rund 8900 Stellen summiert. Hinzu kommen etwa 500 weitere Stellen in Tochterunternehmen. VerkĂŒndet wurde das Ganze nach einer Betriebsversammlung, verpackt in jenes Vokabular, das man in deutschen Konzernzentralen mittlerweile perfekt beherrscht: sozialvertrĂ€glich, ĂŒber Fluktuation, Altersteilzeit und AufhebungsvertrĂ€ge. Man könnte auch sagen: Der Patient wird nicht amputiert, er verblutet in Zeitlupe.

Ein «Zukunftspaket», das die Vergangenheit verwaltet

Im Gegenzug verlĂ€ngert Porsche die BeschĂ€ftigungs- und Standortsicherung bis 2035 und will 2,1 Milliarden Euro in Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum Weissach stecken. Vorstandschef Michael Leiters nennt das vereinbarte Paket die Grundlage fĂŒr die strategische Neuausrichtung und kĂŒnftige WettbewerbsfĂ€higkeit. Klingt gut. Nur: WettbewerbsfĂ€higkeit entsteht nicht durch Pressemitteilungen, sondern durch bezahlbare Energie, ertrĂ€gliche Steuern und eine Regulierung, die den Ingenieur arbeiten lĂ€sst statt ihn in Berichtspflichten zu ersticken.

Die BegrĂŒndung des Sparkurses liest sich wie ein Kompendium hausgemachter und importierter Fehler: Einbruch des China-GeschĂ€fts, höhere US-Zölle, gigantische Investitionen in die ElektromobilitĂ€t. FĂŒr das laufende Jahr rechnet Porsche mit rund 250.000 verkauften Fahrzeugen. Wer erinnert sich noch an die Zeiten, in denen der Zuffenhausener Sportwagen als konjunkturunabhĂ€ngiges Luxusgut galt?

Mercedes senkt die Prognose – China dreht den Hahn zu

Fast im Gleichschritt korrigiert Mercedes-Benz die Umsatzprognose nach unten. Statt eines Absatzes auf Vorjahresniveau erwartet der Konzern im Pkw-GeschĂ€ft nun einen RĂŒckgang zwischen 2 und 7,5 Prozent. Im zweiten Quartal sank der Konzernumsatz um 3,3 Prozent auf gut 32 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte zwar um 21,5 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro – doch das Vorjahresquartal war schwach, und getragen wurde die Zahl vom Sparprogramm sowie von Vans und Financial Services. Anders formuliert: Man verdient am KĂŒrzen, nicht am Verkaufen.

Besonders bitter ist der Blick nach Fernost. In China brachen die Pkw-VerkÀufe im zweiten Quartal um 30 Prozent ein. Insgesamt setzte der Konzern rund 512.000 Pkw und Vans ab, sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Im Halbjahr sank das Konzernergebnis um 6,3 Prozent auf etwa 2,52 Milliarden Euro, der Umsatz um 4,1 Prozent, das operative Ergebnis um 3,1 Prozent.

Ein Land, das seine SchlĂŒsselindustrie erst mit Verbotsdaten in die Zange nimmt und dann mit Strompreisen bestraft, darf sich ĂŒber Stellenabbau nicht wundern.

Wer hat den Verbrenner erschossen?

Es gehört zum Ritual der Berliner Politik, solche Zahlen als «Transformation» zu deuten. Doch die Wahrheit dĂŒrfte unbequemer sein: Die europĂ€ische Regulierungswut hat einen Technologiepfad zur Staatsdoktrin erhoben, wĂ€hrend China die Lieferketten, die Batteriezellen und die Rohstoffe kontrolliert. Deutsche Hersteller haben Milliarden in eine Antriebsart investiert, die ihnen vorgeschrieben wurde – und stehen nun mit ÜberkapazitĂ€ten in einem Markt, der ihnen davonzieht. Gleichzeitig verteuern amerikanische Zölle das ExportgeschĂ€ft. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass Zulieferer, Mittelstand und ganze Regionen die nĂ€chste Welle abbekommen werden.

Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hat sich unterdessen ein 500-Milliarden-Sondervermögen genehmigt und die KlimaneutralitĂ€t bis 2045 im Grundgesetz verankert. Schulden statt Standortpolitik, Symbolik statt Strompreissenkung. Wer glaubt, dass Beton und BĂŒrokratie die Ingenieurskunst retten, hat die Industrie nie verstanden.

Was das fĂŒr Sparer bedeutet

FĂŒr Anleger ist die Botschaft unmissverstĂ€ndlich. Wer sein Vermögen auf Aktien einzelner Industriekonzerne stĂŒtzt, hĂ€ngt am Tropf politischer Entscheidungen, die sich mit jeder Legislaturperiode Ă€ndern können. Kursgewinne aus dem Sparprogramm sind kein Wachstum, sondern Kosmetik. Wenn Substanz verschwindet, hilft kein Quartalsbericht.

Genau deshalb gewinnt die Frage nach echten Sachwerten an Gewicht. Physisches Gold und Silber sind keine Wetten auf Vorstandsstrategien, keine Verbeugung vor BrĂŒsseler Grenzwerten und kein Versprechen auf Papier. Sie sind Eigentum – knapp, weltweit anerkannt, unabhĂ€ngig von Bilanzen, Zöllen und Absatzzahlen. In einer Zeit, in der die industrielle Basis des Landes wankt und die Staatsverschuldung wĂ€chst, kann eine solide Beimischung physischer Edelmetalle ein breit gestreutes Portfolio stabilisieren.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und enthĂ€lt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung fĂŒr einzelne Wertpapiere oder Finanzprodukte. Die dargestellten EinschĂ€tzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren, seine persönliche Situation zu prĂŒfen und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Entscheidungen selbst. Eine Steuer- oder Rechtsberatung findet ausdrĂŒcklich nicht statt; wenden Sie sich hierfĂŒr an einen zugelassenen Steuer- oder Rechtsberater. Eine Haftung fĂŒr VermögensschĂ€den ist ausgeschlossen.

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