Kettner Edelmetalle
17.09.2026
08:01 Uhr
KI-generiert

200.000 Autojobs vor dem Aus: Der Absturz nimmt Fahrt auf

200.000 Autojobs vor dem Aus: Der Absturz nimmt Fahrt auf
Symbolbild: KI-generiert

Die deutsche Autoindustrie steht vor dem hĂ€rtesten Stellenabbau ihrer Geschichte. Nach einer Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger fĂŒr das "Manager Magazin" könnte die Zahl der BeschĂ€ftigten in der Branche binnen fĂŒnf Jahren um gut 200.000 auf nur noch 490.000 schrumpfen. Ende 2025 arbeiteten dort noch 692.000 Menschen.

Das wĂ€re ein Minus von fast einem Drittel – in einer Branche, die jahrzehntelang als Herzkammer des deutschen Wohlstands galt.

Wenn die Transformation zum Kostenproblem wird

Berger-Berater Felix Mogge warnte dem Magazin zufolge, es könne fĂŒr die deutschen Hersteller sogar noch schlimmer kommen. Die Transformation der Branche sei zum Kostenproblem geworden. Reagierten die Unternehmen jetzt nicht, dĂŒrften sie weiter an Boden verlieren.

Besonders bitter ist eine Zahl aus der Analyse: In LĂ€ndern mit niedrigeren Standortkosten sei die Produktion eines Fahrzeugs im Schnitt rund 2.000 Euro billiger als in Deutschland. Irgendwann lasse sich dieser Nachteil nicht mehr ausgleichen, so Mogge.

Die Transformation der Branche sei zum Kostenproblem geworden – wer jetzt nicht reagiere, verliere weiter an Boden.

FĂŒnf Werke auf der Streichliste

Roland Berger rechnet damit, dass in Deutschland bis spĂ€testens 2035 mehr als fĂŒnf Autowerke geschlossen werden mĂŒssen. FĂŒr ganze Regionen, die von Zulieferern, Werkskantinen und Handwerksbetrieben leben, wĂ€re das ein wirtschaftlicher Erdrutsch.

Die Liste der konkreten Einschnitte ist lĂ€ngst keine Prognose mehr. Der Volkswagen-Aufsichtsrat hat entschieden, dass der Konzern bis 2030 zusĂ€tzlich rund 60.000 Stellen streichen soll – Medienberichten zufolge flankiert von einem milliardenschweren Sparprogramm und einer offenen Entscheidung ĂŒber mehrere deutsche Standorte. Auch Mercedes sowie die Großzulieferer ZF Friedrichshafen und Bosch dĂŒrften die Zahl der ArbeitsplĂ€tze in Deutschland jeweils um mehr als 10.000 reduzieren.

Hausgemachte Hypotheken

Aus Sicht unserer Redaktion ist das keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Weichenstellungen. Ein staatlich verordneter Technologiepfad, Europas höchste Industriestrompreise, eine Berichts- und LieferkettenbĂŒrokratie, die MittelstĂ€ndler beschĂ€ftigt wie eine zweite Buchhaltung – und obendrauf Zollrisiken aus Washington, seit die US-Regierung Einfuhren aus der EU mit deutlich höheren Abgaben belegt.

Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD verspricht Entlastung und stemmt gleichzeitig ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen. Kritiker fragen zu Recht: Was hilft ein Schuldenprogramm fĂŒr Beton, wenn die Wertschöpfung gleichzeitig ins Ausland abwandert? ArbeitsplĂ€tze entstehen nicht durch Förderrichtlinien, sondern durch wettbewerbsfĂ€hige Kosten.

Was das fĂŒr Sparer bedeutet

FĂŒr Anleger ist die Botschaft unbequem. Wer sein Vermögen stark an die deutsche Industrie gekoppelt hat – ĂŒber Aktien, betriebliche Zusagen oder Immobilien in Werksregionen – trĂ€gt ein Klumpenrisiko, das kaum diskutiert wird. StrukturbrĂŒche dieser GrĂ¶ĂŸe verschwinden nicht in einem Quartalsbericht.

Historisch haben physische Edelmetalle in solchen Umbruchphasen ihre Rolle als stiller Vermögensanker behauptet: keine Gegenparteirisiken, keine Bilanz, keine Standortdebatte. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können Gold und Silber deshalb eine sinnvolle ErgĂ€nzung sein – gerade dann, wenn die industrielle Basis eines Landes ins Rutschen kommt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere EinschĂ€tzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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