Kettner Edelmetalle
28.09.2026
07:31 Uhr
KI-generiert

Zinsfalle Eigenheim: Wie einer Familie plötzlich 48.000 Euro fehlten

Zinsfalle Eigenheim: Wie einer Familie plötzlich 48.000 Euro fehlten
Symbolbild: KI-generiert

Drei Monate Verhandeln, und am Ende war das Traumhaus trotzdem fast weg. Die Bauzinsen in Deutschland sind seit Juni 2026 so schnell gestiegen wie zuletzt 2022. FĂŒr zehn Jahre Zinsbindung werden laut Finanzierungsexperten inzwischen rund 4,3 Prozent fĂ€llig. Das Beispiel einer Familie zeigt, wie schnell dabei Zehntausende Euro Kaufkraft verschwinden.

Ein Haus, ein Plan und ein VerkÀufer, der pokert

In dem Fallbeispiel, ĂŒber das FOCUS online berichtet, findet Familie Kollert im Juni ihr Wunschobjekt. Jedes Kind hĂ€tte ein eigenes Zimmer, dazu gibt es einen großen Garten und eine ruhige Nachbarschaft. Der Preis liegt bei 500.000 Euro, mit Nebenkosten bei rund 560.000 Euro.

60.000 Euro hat die Familie selbst angespart, die Eltern geben 100.000 Euro dazu. 400.000 Euro soll die Bank finanzieren. Dann kommt der Haken: Die Energiebilanz des Hauses ist zu schlecht. Die Bank verlangt neue Fenster, eine neue Heizung und eine DÀmmung. Selbst nach Abzug der Fördermittel kostet das 30.000 Euro, die die Familie beim Kaufpreis wieder hereinholen muss.

Der VerkÀufer lÀsst sich Zeit. Vielleicht kommt ja noch jemand, der den vollen Preis zahlt. Erst im August einigt man sich: 15.000 Euro Nachlass und 15.000 Euro als Darlehen vom VerkÀufer.

Der Anruf bei der Bank wird zum Albtraum

Doch in der Zwischenzeit ist der Zins von 3,6 auf 4,3 Prozent gestiegen. Statt 1.700 Euro im Monat wĂ€ren jetzt 1.933 Euro fĂ€llig. Das kann die Familie nicht stemmen. Rechnet man mit der alten Monatsrate, bekommt sie nur noch 352.000 statt 400.000 Euro Kredit. Der VerkĂ€ufer mĂŒsste also weitere 48.000 Euro nachlassen. Und das nur wegen 0,7 Prozentpunkten.

Die GrĂŒnde dafĂŒr liegen nicht beim Bankberater vor Ort. Laut Branchendaten ist die Rendite der zehnjĂ€hrigen Bundesanleihe im August auf rund 3,31 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Stand seit 15 Jahren. Außerdem hat die EZB den Leitzins Medienberichten zufolge in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal angehoben. Kritiker verweisen auch auf die Schuldenpolitik der schwarz-roten Koalition. Wer Hunderte Milliarden auf Pump ausgibt, verteuere am Ende das Geld fĂŒr alle, auch fĂŒr junge Familien.

VerkÀufer können nicht mit den Preisen von gestern rechnen

Nicht jedes Haus wird deshalb automatisch billiger. Manche KĂ€ufer haben mehr Eigenkapital oder ein höheres Einkommen. Aber das Prinzip ist klar: Wenn KĂ€ufer fĂŒr dieselbe Monatsrate weniger Kredit bekommen, geraten die Kaufpreise unter Druck. Sich an den Preisen aus der Zeit billigen Geldes festzuhalten, wirkt zunehmend unrealistisch.

Die eigentliche Gefahr: die Anschlussfinanzierung

Noch schwieriger wird es fĂŒr alle, die Mitte der 2010er-Jahre zu ein bis zwei Prozent finanziert haben, oft mit niedriger Tilgung und nur zehn Jahren Zinsbindung. Diese VertrĂ€ge laufen jetzt nach und nach aus. Die Restschuld muss zu heutigen Konditionen neu finanziert werden. Der Zinssatz kann sich dabei verdoppeln oder sogar verdreifachen.

Experten raten deshalb dringend davon ab, einfach abzuwarten. Sie empfehlen:

  • den Wert der Immobilie neu schĂ€tzen zu lassen
  • eine ehrliche Aufstellung aller Einnahmen und Ausgaben zu machen
  • die Rate fĂŒr 4, 5 und 6 Prozent Zins durchzurechnen
  • bis zur Anschlussfinanzierung zusĂ€tzliches Geld zurĂŒckzulegen, um die Restschuld zu senken

Am Ende hilft die Familie

Die Kollerts bekommen ihr Haus trotzdem. Ein Finanzierungsberater senkt die Tilgung auf 1,25 Prozent und vereinbart die Möglichkeit, Sondertilgungen zu leisten. Der VerkĂ€ufer geht mit dem Preis weiter runter, der Energieberater findet eine gĂŒnstigere Lösung fĂŒr die Sanierung und die Oma gibt 10.000 Euro dazu. Weil sie in fĂŒnf Jahren Geld aus ihrer Lebensversicherung erhĂ€lt, wird der Kredit aufgeteilt: Die eine HĂ€lfte lĂ€uft mit zehn Jahren Zinsbindung, die andere mit fĂŒnf.

Das Fazit: Wer ein Haus finanzieren will, braucht RĂŒcklagen, Sicherheiten und oft die UnterstĂŒtzung der Familie. Gerade wenn Zinsen und Staatsschulden gleichzeitig steigen, halten viele Sparer einen Teil ihres Vermögens bewusst in physischem Gold und Silber. Die Metalle gelten als krisenfeste ErgĂ€nzung, die nicht vom Versprechen einer Bank oder eines Staates abhĂ€ngt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Finanzierungs-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und sich gegebenenfalls unabhĂ€ngig beraten lassen. FĂŒr Ihre Anlage- und Finanzierungsentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.

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