Kettner Edelmetalle
06.12.2025
08:22 Uhr

Windkraft-Desaster: Deutschlands Energiewende segelt in die Flaute

Die deutsche Energiewende erlebt einen dramatischen RĂŒckschlag. Bei der jĂŒngsten Auktion fĂŒr WindparkflĂ€chen vor deutschen KĂŒsten im Sommer 2025 herrschte gĂ€hnende Leere – kein einziger Investor wollte bieten. Ein vernichtendes Zeugnis fĂŒr die gescheiterte Energiepolitik, die uns seit Jahren als alternativlos verkauft wird.

Noch vor zwei Jahren, im Sommer 2023, ĂŒberschlugen sich Energiekonzerne wie BP und Totalenergies förmlich und warfen satte 12,6 Milliarden Euro fĂŒr neue WindparkflĂ€chen in die Nordsee. Heute? Totale Funkstille. Die GoldgrĂ€berstimmung ist verflogen, und zurĂŒck bleibt ein Scherbenhaufen grĂŒner TrĂ€umereien.

Weltweiter Kollaps der Offshore-Windkraft

Was sich vor unseren KĂŒsten abspielt, ist kein deutsches PhĂ€nomen. Von Großbritannien ĂŒber die Niederlande bis nach Japan und in die USA – ĂŒberall dasselbe Bild: Investoren kehren der Windkraft den RĂŒcken. Der dĂ€nische Branchenriese Ørsted, immerhin WeltmarktfĂŒhrer bei Windparks, stoppt sĂ€mtliche AktivitĂ€ten vor der US-KĂŒste. Auch RWE zieht sich zurĂŒck. Der Aktienkurs von Ørsted ist seit 2021 um katastrophale 80 Prozent eingebrochen.

SĂžren Lassen von der Energieberatung Wood Mackenzie prophezeit gar einen „Kollaps" beim Neubau von Offshore-Windparks bis 2028. Einzig China baut munter weiter – wĂ€hrend der Westen seine industrielle Basis demontiert, lacht man sich in Peking ins FĂ€ustchen.

Die RealitÀt holt die Ideologie ein

Die Internationale Energieagentur (IEA) musste ihre Prognosen drastisch nach unten korrigieren. Statt der ursprĂŒnglich erwarteten 214 Gigawatt Offshore-KapazitĂ€t bis 2030 rechnet man jetzt nur noch mit 140 Gigawatt. Das entspricht einer Versorgung von 74 Millionen weniger Haushalten als geplant. So viel zur vielgepriesenen Energiewende.

„Ein Scheitern mit Ansage" – so bezeichnet Stefan Thimm vom Bundesverband Windenergie Offshore die aktuelle Misere.

Die GrĂŒnde fĂŒr das Desaster liegen auf der Hand: Explodierende Kosten von bis zu 40 Prozent seit 2020, steigende Zinsen, Rohstoffpreise im Höhenflug und massive Lieferkettenprobleme. Dazu kommt der politische Gegenwind, besonders aus den USA unter PrĂ€sident Trump, der die WindkraftplĂ€ne seiner VorgĂ€nger konsequent zurĂŒckdreht.

Deutsche Politik im Panikmodus

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) versucht nun verzweifelt, das sinkende Schiff zu retten. Sie schiebt die Schuld auf „schlechte geologische Bedingungen" und sinkende Strompreise – als ob die Nordsee plötzlich ihre Geologie geĂ€ndert hĂ€tte. Ihre Lösung? Noch mehr staatliche Eingriffe, noch mehr Subventionen, noch mehr Planwirtschaft.

Die Ministerin liebĂ€ugelt mit britischen „Contracts for Difference" – Preisgarantien fĂŒr Windstrombetreiber auf Kosten der Steuerzahler. Doch selbst in Großbritannien verfĂ€ngt dieses Instrument nicht mehr. Die Investoren haben verstanden: Ohne massive Dauersubventionen rechnet sich Windkraft schlicht nicht.

ENBW als einsamer Gewinner

WĂ€hrend die Branche kollabiert, kann sich ENBW glĂŒcklich schĂ€tzen. Der sĂŒddeutsche Konzern hatte 2017 vorausschauend eine FlĂ€che fĂŒr den Windpark „He Dreiht" bei Helgoland ersteigert. Seit November 2025 liefert die Anlage Strom – mit beeindruckenden 15-MW-Turbinen von Vestas, deren Rotoren einen Durchmesser von 236 Metern haben. Großkunden wie DHL, Bosch und Fraport haben langfristige AbnahmevertrĂ€ge unterzeichnet.

Doch solche Erfolgsgeschichten bleiben die Ausnahme. Die Regel ist: Projektstopps, Insolvenzen und milliardenschwere Abschreibungen. Ein „Fadenriss" wie schon einmal nach 2010 droht, als zahlreiche Firmen nach ĂŒberstĂŒrzten Investitionen in die Pleite schlitterten.

Die unbequeme Wahrheit

Was uns als grĂŒne Revolution verkauft wurde, entpuppt sich als teures Luftschloss. Die Energiewende scheitert nicht an bösen Investoren oder widrigen UmstĂ€nden – sie scheitert an der RealitĂ€t. Windkraft ist und bleibt ohne massive Subventionen unwirtschaftlich. WĂ€hrend Deutschland seine sichere Energieversorgung auf dem Altar grĂŒner Ideologie opfert, setzen andere LĂ€nder auf verlĂ€ssliche Energiequellen.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hatte versprochen, pragmatischer zu regieren. Doch statt endlich umzusteuern, pumpt man weitere Milliarden in ein gescheitertes System. Das kĂŒrzlich beschlossene 500-Milliarden-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur wird auch fĂŒr solche Windkraft-Abenteuer verpulvert werden – auf Kosten kommender Generationen.

Es wird Zeit, dass wir uns ehrlich machen: Die Windkraft-Euphorie war ein teurer Irrweg. Statt weiter gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen, sollten wir auf bewĂ€hrte Technologien setzen und unsere Energiesicherheit nicht lĂ€nger grĂŒnen TrĂ€umereien opfern. Doch von dieser Einsicht ist die Politik noch weit entfernt – zum Schaden Deutschlands und seiner BĂŒrger.

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