Kettner Edelmetalle
28.07.2024
10:22 Uhr

Widerstand gegen von der Leyens Plan: EU-Staaten verweigern GeschlechterparitÀt

Die EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen steht vor einer massiven Herausforderung. Ihr Plan, ein ausgewogenes GeschlechterverhĂ€ltnis in der EU-Kommission zu gewĂ€hrleisten, stĂ¶ĂŸt in den Mitgliedsstaaten auf erheblichen Widerstand. Trotz ihrer eindringlichen Aufforderung, sowohl mĂ€nnliche als auch weibliche Kandidaten fĂŒr die nĂ€chste Amtszeit vorzuschlagen, haben die meisten LĂ€nder diese Forderung ignoriert.

Von der Leyens Appell verhallt ungehört

Ursula von der Leyen hatte die Mitgliedstaaten aufgefordert, bis zum 30. August zwei Kandidaten – einen Mann und eine Frau – fĂŒr die EU-Kommission zu nominieren. Doch bislang hat kein Land dieser Aufforderung nachgegeben. Von den neun Mitgliedstaaten, die bereits ihre Kandidaten bestĂ€tigt haben, hat keiner sowohl einen mĂ€nnlichen als auch einen weiblichen Kandidaten vorgeschlagen.

Der irische Premierminister Simon Harris erklĂ€rte, dass er nur den ehemaligen Finanzminister Michael McGrath ins Rennen schicken werde. Er betonte jedoch, dass er die Geschlechtergleichstellung "sehr ernst" nehme. Ähnlich Ă€ußerte sich der tschechische MinisterprĂ€sident Petr Fiala, der den Industrie- und Handelsminister Jozef SĂ­kela nominiert hat.

Einseitige Nominierungen und ihre Konsequenzen

Von den neun Mitgliedstaaten haben sechs neue Kandidaten aufgestellt, wĂ€hrend drei LĂ€nder – Lettland, die Niederlande und die Slowakei – ihre bisherigen Kommissare erneut nominiert haben. Diese LĂ€nder sind somit nicht verpflichtet, sowohl einen Mann als auch eine Frau zu nominieren.

Ein Sprecher der EuropĂ€ischen Kommission erklĂ€rte, dass von der Leyen weiterhin auf ein ausgewogenes VerhĂ€ltnis zwischen den Geschlechtern bestehe. "Sie wird ihre VorstellungsgesprĂ€che fĂŒhren und auf der Grundlage der Verdienste der Kandidaten auswĂ€hlen," fĂŒgte er hinzu.

Ein RĂŒckschritt fĂŒr die GeschlechterparitĂ€t?

Die scheidende Kommission unter von der Leyen hatte ein nahezu ausgewogenes GeschlechterverhĂ€ltnis mit 13 weiblichen und 14 mĂ€nnlichen Kommissaren erreicht. Von der Leyen, die erste Frau an der Spitze der EU-Exekutive, hatte versprochen, in ihrer zweiten Amtszeit einen "Fahrplan fĂŒr Frauenrechte" zu entwickeln. Dieser sollte unter anderem das geschlechtsspezifische Lohn- und RentengefĂ€lle beseitigen, Gewalt gegen Frauen bekĂ€mpfen und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf fördern.

Doch die aktuelle Situation zeigt, dass viele Mitgliedstaaten noch immer nicht bereit sind, diese Vision zu unterstĂŒtzen. Die Weigerung, sowohl mĂ€nnliche als auch weibliche Kandidaten zu nominieren, könnte als RĂŒckschritt fĂŒr die GeschlechterparitĂ€t in der EU angesehen werden.

Die Rolle der EU-Außenpolitik

Die EU-Außenpolitik basiert auf einstimmigen BeschlĂŒssen. Dies bedeutet, dass selbst wenn die meisten Mitgliedstaaten Sanktionen gegen Israel wegen des Vorwurfs der Verletzung des Völkerrechts fordern, alle LĂ€nder zustimmen mĂŒssen. Dies erschwert es der EU, eine einheitliche und konsequente Außenpolitik zu verfolgen.

Josep Borrell, EU-Außenbeauftragter, betonte die Notwendigkeit, den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und des Völkerrechts treu zu bleiben. "Diese Rechte sind universell. Sie gelten fĂŒr das SĂŒdchinesische Meer, fĂŒr die Ukraine und den Nahen Osten," sagte Borrell.

Ein Appell an die Mitgliedstaaten

Von der Leyen bleibt entschlossen, ihre Vision einer geschlechterparitÀtischen EU-Kommission zu verwirklichen. Doch es bleibt abzuwarten, ob die Mitgliedstaaten ihren Appell letztlich doch erhören werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die EU bereit ist, einen weiteren Schritt in Richtung Geschlechtergleichstellung zu gehen oder ob sie weiterhin in alten Mustern verharrt.

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