
Wadephuls Weltreise: WĂ€hrend Berlin schweigt, eskaliert der Nahe Osten erneut
Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel deutscher AuĂenpolitik: WĂ€hrend im Nahen Osten die Lunte am Pulverfass erneut brennt, packt BundesauĂenminister Johann Wadephul (CDU) die Koffer fĂŒr eine mehrtĂ€gige Reise nach SĂŒdamerika. Erst ein Stopp in Washington, dann weiter zu den Mercosur-Staaten Paraguay, Argentinien und Brasilien. Man fragt sich unweigerlich: Ist das diplomatisches Multitasking oder schlicht der Versuch, die heimischen Baustellen aus sicherer Entfernung zu betrachten?
Stippvisite bei Rubio â das Pflichtprogramm vor dem Urlaub im SĂŒden
Bevor es in die wĂ€rmeren Gefilde Lateinamerikas geht, soll in der US-Hauptstadt das Treffen mit Amtskollege Marco Rubio stattfinden. Im Zentrum dĂŒrfte â wenig ĂŒberraschend â die abermalige Eskalation zwischen den USA und dem Iran stehen. Beide Seiten werfen sich gegenseitig den Bruch der Waffenruhe vor, nachdem ein Rahmenabkommen eigentlich fĂŒr Entspannung hĂ€tte sorgen sollen. Gegenseitige Angriffe statt dauerhafter Frieden â so sieht die ernĂŒchternde RealitĂ€t aus.
Daneben sollen, so verlautet aus dem AuswĂ€rtigen Amt, die weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine sowie die Vorbereitung des NATO-Gipfels im Juli in Ankara auf der Agenda stehen. Ein dichtes Programm fĂŒr einen kurzen Zwischenstopp â man darf gespannt sein, ob dabei mehr herauskommt als die ĂŒblichen freundlichen Floskeln und HĂ€ndedrĂŒcke vor laufenden Kameras.
Wenn die Welt in Flammen steht, reist der deutsche AuĂenminister zum Freihandelsgipfel â ein Sinnbild fĂŒr die PrioritĂ€ten unserer politischen Klasse.
Mercosur: GroĂer Wurf oder Gefahr fĂŒr den deutschen Mittelstand?
AnschlieĂend geht es weiter nach AsunciĂłn, wo Wadephul am Gipfel der Mercosur-Staaten teilnehmen wird. Seit Anfang Mai bilden die EU und die sĂŒdamerikanischen LĂ€nder Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay eine gewaltige neue Freihandelszone. Durch den schrittweisen Abbau von Zöllen und Handelsbarrieren soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden.
Die offizielle ErzĂ€hlung klingt verlockend: GroĂe Chancen fĂŒr die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche. Doch wer genauer hinsieht, erkennt auch die Schattenseiten. WĂ€hrend BrĂŒssel von Wachstum trĂ€umt, stöhnen heimische Landwirte unter immer neuen Auflagen â und sollen nun mit billigen Importen aus Ăbersee konkurrieren. Freihandel ja, aber bitte nicht auf dem RĂŒcken des deutschen Mittelstands und unserer Bauern. Dass diese Bedenken im euphorischen Berliner Politikbetrieb gerne ĂŒbersehen werden, dĂŒrfte niemanden mehr ĂŒberraschen.
Symbolpolitik statt klarer Linie
Was bleibt, ist der Eindruck einer AuĂenpolitik, die viel reist und wenig bewegt. WĂ€hrend die deutsche Wirtschaft kriselt, die Energiepreise drĂŒcken und die innere Sicherheit auf der Strecke bleibt, prĂ€sentiert sich der AuĂenminister als Weltenbummler. Ein starkes, selbstbewusstes Deutschland sĂ€he anders aus â eines, das seine Interessen mit Nachdruck vertritt, statt brav im Schlepptau BrĂŒsseler BeschlĂŒsse mitzulaufen.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob aus den vielen GesprÀchen handfeste Ergebnisse erwachsen oder ob es bei wohlklingenden AbsichtserklÀrungen bleibt. Die Erfahrung der vergangenen Jahre stimmt allerdings wenig optimistisch.
In unsicheren Zeiten: Werte, die Bestand haben
Eines lehrt uns die geopolitische Gemengelage zwischen Nahost-Eskalation, Ukraine-Krieg und wackeligen Handelsabkommen mit aller Deutlichkeit: VerlĂ€sslichkeit ist heute eine seltene WĂ€hrung. Wo politische Versprechen schneller verfallen als Eintagsfliegen und MĂ€rkte von Krise zu Krise taumeln, suchen viele BĂŒrger nach echter BestĂ€ndigkeit. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie krisenfest sind â als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen behalten sie ihren Wert, wenn Papierversprechen lĂ€ngst verblasst sind.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich eigenstĂ€ndig informieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.










