
Vater des reichsten Mannes der Welt lobt Moskau – und der Westen bekommt einen Wutanfall

Errol Musk, 80 Jahre alt, Südafrikaner, Vater eines Tech-Milliardärs, reist durch Russland und erzählt der Welt, dort lebe man vorzüglich. Der Westen, so seine Anklage, verschweige die Erfolge Russlands bewusst vor der eigenen Bevölkerung. Man kann das für naiv halten. Man kann es für Propaganda halten. Man sollte sich aber fragen, warum solche Sätze in Europa derzeit auf so fruchtbaren Boden fallen.
In einem Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti erklärte der Senior der Musk-Familie, westliche Politiker hätten Angst davor, dass ihre Bürger ein positives Bild von Russland gewinnen könnten. Die westliche Welt, so seine Formulierung, wolle von den Erfolgen Russlands gar nichts wissen. Es sei die Furcht, dass die Menschen begreifen würden, dass es sich in Russland gut leben lasse. Informationen würden gezielt unterdrückt, schon Schulkinder im Westen würden mit Zerrbildern über das Land geprägt.
Ein alter Mann, ein neues Lieblingsland
Neu ist dieser Ton nicht. Bereits auf dem Moskauer Zukunftsforum „Future 2050“ – wo er sich auch mit Außenminister Sergej Lawrow fotografieren ließ – schwärmte Errol Musk, Moskau gehöre zu den schönsten Städten der Welt. Er sei angekommen und habe eine in jeder Hinsicht wunderbare Zivilisation gesehen, ließ er wissen. Russische Medien berichten von mehreren Reisen, von Gesprächen über ein „Musk-Institut“ in Tatarstan, das sich mit Kernfusion und Raum-Zeit-Forschung beschäftigen solle, von der Idee eines Tesla-Werks in Nischni Nowgorod, gar von Plänen zur Umsiedlung weißer Farmerfamilien aus Südafrika nach Russland. Ein kurzes Treffen mit Wladimir Putin will er ebenfalls gehabt haben. Unabhängig überprüfbar ist davon so gut wie nichts.
Und genau hier beginnt die kritische Pflicht des Journalismus: Ein Vater ist nicht sein Sohn, ein Familienname keine Firmenvollmacht. Ob Elon Musk in irgendeines dieser Vorhaben eingebunden ist, bleibt offen. Dass der Kreml einen prominenten Nachnamen dankbar als Bühnendekoration nutzt, liegt hingegen auf der Hand. Wer sich in Moskau feiern lässt, wird in Moskau instrumentalisiert – das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Handwerk der Machtpolitik, seit es Machtpolitik gibt.
Warum das Misstrauen der Bürger hausgemacht ist
Bemerkenswert ist weniger die Botschaft als ihre Resonanz. Millionen Deutsche glauben ihren Institutionen kein Wort mehr. Wer über Jahre erlebt hat, wie unbequeme Wahrheiten – zur Migration, zur Energiepolitik, zur Inflation, zur eigenen Wirtschaftsschwäche – erst geleugnet, dann relativiert und schließlich stillschweigend eingeräumt wurden, entwickelt eine gewisse Immunität gegen offizielle Verlautbarungen. Die Bundesregierung braucht sich über schwindendes Vertrauen nicht zu wundern, sie hat es systematisch verspielt. Und in dieses Vakuum stoßen dann Stimmen, die es mit der Faktenlage nicht besonders genau nehmen müssen, weil das Publikum ohnehin niemandem mehr glaubt.
Wer die eigene Bevölkerung jahrelang belehrt, erzieht und moralisch sortiert, sollte sich nicht beschweren, wenn diese Bevölkerung irgendwann jedem zuhört – nur nicht der Regierung.
Dass Errol Musk zugleich die westlichen Sanktionen scharf kritisiert und Russen empfahl, diese einfach zu ignorieren, passt ins Bild. Und ja, auch Elon Musk selbst sprach sich vor wenigen Wochen im Gespräch mit dem britischen „Economist“ dafür aus, Russland in einem Friedensabkommen Gebietsgewinne zuzugestehen – während die Starlink-Satelliten seines Unternehmens SpaceX der ukrainischen Armee bei der Abwehr russischer Angriffe dienen. Ein Widerspruch, der viel über die Verflechtung von Geopolitik, Technologie und privaten Interessen erzählt.
Die eigentliche Lektion
Man muss Moskau nicht bewundern, um zu erkennen, dass die Sanktionsarchitektur des Westens ihr Ziel verfehlt hat. Russland hat sich neu ausgerichtet, hat Gold gehortet, Handelswege verlagert, Partner im globalen Süden gefunden. Deutschland dagegen hat seine Industrie mit Energiepreisen belastet, die keine Volkswirtschaft dauerhaft aushält, während in Berlin 500-Milliarden-Sondervermögen beschlossen werden und die Klimaneutralität ins Grundgesetz wandert. Wer da glaubt, der Wohlstand von morgen sei gesichert, glaubt auch, dass Schulden Vermögen seien.
Für den einzelnen Bürger heißt das: Vertrauen ist gut, Eigenverantwortung ist besser. In einer Welt, in der Währungen als politische Waffen eingesetzt, Konten eingefroren und Vermögen über Nacht per Dekret entwertet werden können, bleibt physisches Gold und Silber in eigener Verfügung das, was es seit Jahrtausenden war: unbestechlich, staatsfern und unabhängig von den Erzählungen des Tages. Eine sinnvolle Beimischung in jedem breit gestreuten Portfolio – nicht als Wette, sondern als Versicherung gegen die Fehlentscheidungen jener, die uns regieren.
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