Kettner Edelmetalle
11.07.2025
06:43 Uhr

Trumps Zollkrieg eskaliert: Gold profitiert von wachsender Unsicherheit

Die Handelspolitik des US-PrĂ€sidenten Donald Trump nimmt immer bedrohlichere ZĂŒge an. Mit der AnkĂŒndigung neuer Strafzölle gegen Kanada und weitreichenden Zolldrohungen gegen andere Handelspartner versetzt er die globalen MĂ€rkte erneut in Aufruhr. WĂ€hrend der Dollar paradoxerweise an StĂ€rke gewinnt, zeigt sich Gold als verlĂ€sslicher Hafen in stĂŒrmischen Zeiten – wenn auch mit gebremster Euphorie.

Zollkeule ohne Grenzen: Trumps neue Eskalationsstufe

Der amerikanische PrĂ€sident scheint entschlossen, seine protektionistische Agenda mit aller Macht durchzusetzen. Ein saftiger Strafzoll von 35 Prozent auf kanadische Importe soll ab dem 1. August greifen. Doch damit nicht genug: Trump plant pauschale Zölle von 15 bis 20 Prozent auf Importe aus den meisten anderen Handelspartnern. Diese AnkĂŒndigung folgt auf bereits verkĂŒndete 50-prozentige Zölle auf US-Kupferimporte und Ă€hnliche Abgaben auf brasilianische Waren.

Besonders brisant: Auch traditionelle VerbĂŒndete wie Japan und SĂŒdkorea bleiben von Trumps Zollwut nicht verschont. Die Botschaft ist unmissverstĂ€ndlich – Amerika zuerst, koste es, was es wolle. Diese Politik erinnert fatal an die Handelskriege der 1930er Jahre, die damals zur VerschĂ€rfung der Weltwirtschaftskrise beitrugen.

Gold glÀnzt, aber verhalten

In diesem Umfeld konnte der Goldpreis erwartungsgemĂ€ĂŸ zulegen. Der Spotpreis fĂŒr die Feinunze stieg um 0,3 Prozent auf 3.332,73 US-Dollar, wĂ€hrend US-Gold-Futures sogar um 0,5 Prozent auf 3.343,70 Dollar zulegten. Doch die Reaktion fĂ€llt erstaunlich gedĂ€mpft aus – ein PhĂ€nomen, das Marktbeobachter aufhorchen lĂ€sst.

"Trotz der erneuten Eskalation von Trumps Zollkriegen hat Gold nicht den Schub erhalten, den es frĂŒher bekommen hĂ€tte, weil sich die Investoren sowohl an die Zollgeschichte als auch an Trumps politischen Stil gewöhnt haben"

Diese EinschĂ€tzung von Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade, offenbart eine beunruhigende Entwicklung: Die MĂ€rkte stumpfen gegenĂŒber politischen Schockwellen ab. Was frĂŒher fĂŒr Panik sorgte, wird heute achselzuckend zur Kenntnis genommen.

Der starke Dollar als Spielverderber

Ein wesentlicher DĂ€mpfer fĂŒr die Goldpreis-Rally ist die paradoxe StĂ€rke des US-Dollars. Der Dollar-Index strebt seine beste Wochenperformance seit Ende Februar an – trotz oder gerade wegen der handelspolitischen Turbulenzen. Diese Entwicklung macht Gold fĂŒr internationale KĂ€ufer teurer und begrenzt damit das AufwĂ€rtspotenzial.

Die Arbeitsmarktdaten aus den USA tragen ihr Übriges bei: Die wöchentlichen ErstantrĂ€ge auf Arbeitslosenhilfe fielen unerwartet auf ein Sieben-Wochen-Tief. Dies signalisiert der Federal Reserve, dass keine Eile bei weiteren Zinssenkungen geboten ist – ein Umstand, der normalerweise gegen Gold spricht.

Edelmetalle als StabilitÀtsanker in unsicheren Zeiten

WĂ€hrend die Politik immer unberechenbarer wird und Handelskriege die Weltwirtschaft bedrohen, zeigt sich einmal mehr der wahre Wert physischer Edelmetalle. Gold mag kurzfristig nicht die spektakulĂ€ren KurssprĂŒnge vollziehen, die manche erwarten, doch seine Funktion als Vermögensschutz bleibt unbestritten.

Auch andere Edelmetalle zeigen gemischte Signale: Silber legte um 0,4 Prozent auf 37,19 Dollar je Unze zu, wÀhrend Platin um 0,3 Prozent auf 1.357,18 Dollar nachgab. Palladium notierte mit einem marginalen Plus von 0,1 Prozent bei 1.142,70 Dollar.

Die Lehren aus der Geschichte

Die aktuelle Entwicklung sollte jeden nachdenklich stimmen, der sein Vermögen ausschließlich in Papierwerten angelegt hat. Handelskriege haben in der Geschichte noch nie zu nachhaltigem Wohlstand gefĂŒhrt – im Gegenteil. Sie zerstören Wertschöpfungsketten, verteuern Produkte und schaden letztlich allen Beteiligten.

In solchen Zeiten erweisen sich physische Edelmetalle als unverzichtbarer Baustein einer ausgewogenen Vermögensstruktur. Sie sind nicht von politischen Launen abhĂ€ngig, kennen keine LĂ€ndergrenzen und haben ĂŒber Jahrtausende hinweg ihren Wert bewahrt. WĂ€hrend Politiker kommen und gehen, bleibt Gold bestehen – eine Konstante in einer zunehmend volatilen Welt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss seine Investitionsentscheidungen selbst treffen und trĂ€gt die volle Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen. Wir empfehlen, sich umfassend zu informieren und gegebenenfalls professionellen Rat einzuholen.

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