
Trumps Kurden-Kehrtwende: Vom Kriegstreiber zum Beschwichtiger in 48 Stunden
Was fĂŒr ein Schauspiel auf der weltpolitischen BĂŒhne: US-PrĂ€sident Donald Trump hat sich innerhalb weniger Tage in der Frage einer kurdischen Beteiligung am Iran-Konflikt um 180 Grad gedreht. Noch am Donnerstag hatte er sich in einem Reuters-Interview âvoll und ganz" fĂŒr eine Offensive iranischer kurdischer Milizen gegen das Regime in Teheran ausgesprochen. Am Samstag dann, an Bord der Air Force One, der abrupte Schwenk: âIch möchte nicht, dass die Kurden dorthin gehen." Der Krieg sei âkompliziert genug".
Ein Pulverfass, das niemand kontrollieren kann
Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu erkennen, welch brandgefĂ€hrliches Spiel hier getrieben wird. Die Instrumentalisierung ethnischer Gruppen in einem ohnehin hochexplosiven Konfliktgebiet könnte Kettenreaktionen auslösen, deren AusmaĂ heute niemand absehen kann. Kurdische KĂ€mpfer seien zwar bereit gewesen, beim Sturz der iranischen Regierung zu helfen, so Trump â doch offenbar habe man in Washington erkannt, dass ein solcher Schritt die gesamte Region in ein noch gröĂeres Chaos stĂŒrzen könnte.
Dass Trump diese Erkenntnis erst nach massivem Druck gewonnen haben dĂŒrfte, liegt auf der Hand. Denn die TĂŒrkei â immerhin NATO-Partner der USA â hatte unmissverstĂ€ndlich gewarnt.
Ankara schlĂ€gt Alarm: BĂŒrgerkriegsgefahr im Iran
Der tĂŒrkische AuĂenminister Hakan Fidan fand deutliche Worte. Israel verfolge âseit vielen Jahren die Strategie, kurdische Gruppen in der Region als Stellvertreter zu nutzen", erklĂ€rte er am Samstag. Die Instrumentalisierung ethnischer oder religiöser Gruppen könne einen BĂŒrgerkrieg im Iran auslösen â ein âĂ€uĂerst gefĂ€hrliches Szenario", vor dem er sowohl den Westen als auch den Osten offen warne.
Fidan habe zudem mit US-AuĂenminister Marco Rubio gesprochen, der entsprechende PlĂ€ne der Vereinigten Staaten zurĂŒckgewiesen habe. Bereits Trumps Sprecherin Karoline Leavitt hatte Medienberichte dementiert, wonach die USA kurdische Milizen bewaffnen wollten â bestĂ€tigte allerdings, dass Trump mit hochrangigen kurdischen Vertretern ĂŒber den US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkt im Nordirak gesprochen habe. Eine bemerkenswerte Nuance, die mehr verrĂ€t, als Washington wohl lieb ist.
Deutschland im Fadenkreuz?
FĂŒr Deutschland stellt sich unterdessen eine ganz eigene, unbequeme Frage: Wie exponiert ist die Bundesrepublik durch die US-Airbase Ramstein in diesem Konflikt? Die gröĂte amerikanische MilitĂ€rbasis auĂerhalb der USA liegt mitten in der Pfalz â und damit mitten im Herzen Europas. Sollte der Iran-Konflikt weiter eskalieren, könnte Deutschland ungewollt zur Zielscheibe werden, ohne jemals gefragt worden zu sein.
Es ist ein Muster, das sich durch die gesamte Nachkriegsgeschichte zieht: Deutsche Sicherheitsinteressen werden in Washington definiert, nicht in Berlin. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz tĂ€te gut daran, hier endlich eine eigenstĂ€ndige Position zu formulieren, statt wie gewohnt jeden auĂenpolitischen Kurswechsel der Amerikaner kommentarlos hinzunehmen. Doch die Hoffnung darauf ist â man muss es so nĂŒchtern sagen â gering.
Unsicherheit als einzige Konstante
Trumps erratische AuĂenpolitik, die innerhalb von 48 Stunden von bedingungsloser Zustimmung zu kategorischer Ablehnung schwenkt, offenbart ein fundamentales Problem: VerlĂ€sslichkeit sieht anders aus. VerbĂŒndete wie Gegner können sich auf nichts mehr verlassen. FĂŒr die ohnehin fragile StabilitĂ€t im Nahen Osten ist das Gift. FĂŒr die FinanzmĂ€rkte ebenso.
In Zeiten solch geopolitischer UnwĂ€gbarkeiten zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als KrisenwĂ€hrung unverzichtbar sind. Wenn politische EntscheidungstrĂ€ger ihre Positionen schneller wechseln als das Wetter, bleibt der Besitz realer Werte der verlĂ€sslichste Anker fĂŒr das eigene Vermögen.










