Kettner Edelmetalle
14.07.2025
13:22 Uhr

Trumps Amerika: Wenn die Einreise zum Albtraum wird

Die Zeiten, in denen deutsche Reisende sorglos in die USA fliegen konnten, sind endgĂŒltig vorbei. Was sich an amerikanischen FlughĂ€fen abspielt, erinnert mittlerweile mehr an Szenen aus einem Überwachungsstaat als an die Einreise in ein befreundetes Land. Der deutsch-amerikanische Rechtsanwalt Christian Thier, PrĂ€sident der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in Florida, zeichnet ein dĂŒsteres Bild der aktuellen Situation – und seine Warnung sollte jeden aufhorchen lassen, der demnĂ€chst einen USA-Trip plant.

Die neue RealitÀt an US-Grenzen

Stundenlange Verhöre, Smartphone-Durchsuchungen, Abschiebehaft ohne Vorwarnung – was frĂŒher die absolute Ausnahme war, entwickelt sich unter der zweiten Trump-Administration zur bedrohlichen NormalitĂ€t. "Richtig sicher kann sich keiner fĂŒhlen", warnt Thier im ntv-Podcast "Biz & Beyond". Diese Aussage eines erfahrenen Juristen, der seit ĂŒber 30 Jahren deutsche Unternehmen in den USA betreut, sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen.

Besonders perfide: Die Grenzbeamten verfĂŒgen ĂŒber nahezu unbegrenztes Ermessen. Ein falscher Facebook-Post aus der Vergangenheit, eine kritische Äußerung ĂŒber Trump oder die USA, selbst eine minimal ungenaue Angabe im ESTA-Antrag – all das könne zur sofortigen ZurĂŒckweisung fĂŒhren. Widerspruch? Einspruch? Berufung? Fehlanzeige. Wer einmal abgewiesen wurde, habe ein dauerhaftes Problem, so Thier.

Digitale EntblĂ¶ĂŸung als Eintrittskarte

Die DemĂŒtigung beginnt bereits vor der Reise. Bei ESTA-AntrĂ€gen können, bei VisumsantrĂ€gen mĂŒssen sĂ€mtliche Social-Media-Accounts der vergangenen fĂŒnf Jahre angegeben werden. An der Grenze selbst folgt dann die digitale Vollkontrolle: Smartphones und Laptops mĂŒssen auf Verlangen entsperrt werden. Wer sich weigert, dem wird die Einreise verweigert – so einfach ist das in Trumps Amerika.

"Wenn man einreisen möchte, muss man den Grenzbeamten Zugriff geben. Wenn man es nicht möchte, wird die Einreise verweigert."

Diese Praxis trifft nicht nur Touristen. Selbst US-RechtsanwĂ€lte und Journalisten wĂŒrden genötigt, ihre Passwörter preiszugeben. Ein Zustand, der fundamental gegen westliche Vorstellungen von PrivatsphĂ€re und Rechtsstaatlichkeit verstĂ¶ĂŸt.

Wirtschaftliche KollateralschÀden

Die Auswirkungen auf die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen sind bereits spĂŒrbar. GeschĂ€ftsleute reisen ohne ihre Smartphones, Termine werden abgesagt, Deals platzen. Die Verunsicherung ist so groß, dass selbst ein Amerika-Fan wie Thier, der seit drei Jahrzehnten in den USA lebt, derzeit von Aufenthalten abrĂ€t: "Im derzeitigen Gesamtumfeld wĂŒrde ich eher davon abraten, Zeit in den USA zu verbringen."

Diese Entwicklung fĂŒgt sich nahtlos in Trumps protektionistische Agenda ein. Mit Zöllen von 20 Prozent auf EU-Importe schotte er Amerika wirtschaftlich ab – nun folge die physische Abschottung an den Grenzen. Die Botschaft ist unmissverstĂ€ndlich: Amerika first, der Rest kann draußen bleiben.

Die deutsche Antwort: Hilflosigkeit

WĂ€hrend amerikanische Grenzbeamte deutsche StaatsbĂŒrger wie potenzielle Kriminelle behandeln, reagiert die Bundesregierung mit der ĂŒblichen ZurĂŒckhaltung. Das AuswĂ€rtige Amt hat seine Reisehinweise zwar angepasst und warnt vor "Festnahme, Abschiebehaft und Abschiebung", doch von einer offiziellen Reisewarnung ist keine Rede. Man wolle es sich wohl nicht mit dem mĂ€chtigen Partner verscherzen – auf Kosten der eigenen BĂŒrger.

Diese PassivitĂ€t ist symptomatisch fĂŒr die deutsche Außenpolitik unter der Großen Koalition. WĂ€hrend Trump mit harter Hand regiert und amerikanische Interessen kompromisslos durchsetzt, ĂŒbt sich Berlin in diplomatischer Leisetreterei. Die Quittung bekommen deutsche Reisende an US-FlughĂ€fen prĂ€sentiert.

Ein Blick in die Zukunft

Was sich derzeit an amerikanischen Grenzen abspielt, ist mehr als nur verschĂ€rfte Sicherheitspolitik. Es ist der Vorbote einer neuen Weltordnung, in der offene Grenzen und internationale Zusammenarbeit der Vergangenheit angehören. Trump macht vor, wie Abschottung im 21. Jahrhundert funktioniert – mit digitaler Überwachung, willkĂŒrlichen Entscheidungen und der systematischen EinschĂŒchterung von Reisenden.

FĂŒr deutsche BĂŒrger und Unternehmen bedeutet das: Die goldenen Zeiten der transatlantischen Partnerschaft sind vorbei. Wer heute in die USA reist, muss bereit sein, seine digitale PrivatsphĂ€re aufzugeben und sich der WillkĂŒr von Grenzbeamten auszusetzen. Die Alternative? Vielleicht sollten wir uns tatsĂ€chlich nach verlĂ€sslicheren Partnern umsehen. In einer Welt, in der selbst befreundete Nationen ihre BĂŒrger wie VerdĂ€chtige behandeln, könnte eine RĂŒckbesinnung auf europĂ€ische Werte und Zusammenarbeit der klĂŒgere Weg sein.

Eines steht fest: Wer sein Vermögen vor den UnwĂ€gbarkeiten dieser neuen Weltordnung schĂŒtzen will, sollte nicht nur ĂŒber ReiseplĂ€ne nachdenken. In Zeiten politischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Abschottung gewinnen krisensichere Anlagen wie physische Edelmetalle an Bedeutung – als Versicherung gegen eine Welt, die zunehmend aus den Fugen gerĂ€t.

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