Kettner Edelmetalle
22.06.2025
09:49 Uhr

Trump-Regierung zerschlÀgt US-Auslandssender: Voice of America vor dem Aus

Die Axt fĂ€llt erneut auf die amerikanischen Auslandssender nieder. Was sich wie ein Drehbuch aus George Orwells "1984" liest, ist bittere RealitĂ€t geworden: Die Trump-Administration fĂŒhrt ihren Feldzug gegen die eigenen Medieninstitutionen fort. Mehr als 600 Mitarbeiter der US-Auslandssender erhielten ihre KĂŒndigungen – ein Kahlschlag, der besonders den traditionsreichen Sender Voice of America trifft.

Kari Lake vollstreckt Trumps Medienpolitik

Die von PrĂ€sident Trump eingesetzte Sonderberaterin Kari Lake verkĂŒndete die Massenentlassungen mit einer KaltschnĂ€uzigkeit, die selbst hartgesottene Beobachter erschaudern lĂ€sst. 639 BeschĂ€ftigte der "US Agency for Global Media" (USAGM) mĂŒssten gehen, so Lake auf X. Besonders hart trifft es Voice of America: Von ehemals ĂŒber 800 Mitarbeitern blieben weniger als 200 ĂŒbrig. Der Sender, einst Leuchtturm amerikanischer Werte in der Welt, steht faktisch vor dem Aus.

Seit MĂ€rz habe man die USAGM-Belegschaft um 85 Prozent reduziert, insgesamt seien rund 1.400 Stellen gestrichen worden. Lake rechtfertigte diesen beispiellosen Abbau mit dem Kampf gegen eine "aufgeblĂ€hte, unverantwortliche BĂŒrokratie". Man erfĂŒlle weiterhin die gesetzlichen Mindestanforderungen, behauptete sie – eine Aussage, die angesichts der Dimensionen des Personalabbaus wie blanker Hohn klingt.

Ein historischer Sender wird demontiert

Voice of America wurde 1942 als Bollwerk gegen die Propaganda der Nationalsozialisten gegrĂŒndet. Über acht Jahrzehnte lang sendete die Station in fast 50 Sprachen und erreichte wöchentlich Millionen Menschen weltweit. Nun wird dieser historische Sender auf dem Altar von Trumps Medienpolitik geopfert.

"Durch die vorgesehenen KĂŒrzungen wird der Sender seinem gesetzlichen Auftrag nicht nachkommen können, objektive Nachrichten in geschlossene Gesellschaften und andere Orte auf der Welt zu liefern"

So warnte Michael Abramowitz, der Direktor von Voice of America, vor den verheerenden Folgen. Doch seine Stimme verhallt ungehört – er selbst wurde mittlerweile beurlaubt.

Ideologische SÀuberung statt journalistischer UnabhÀngigkeit

Die BegrĂŒndung fĂŒr diesen Kahlschlag offenbart die wahren Motive: Republikaner werfen den öffentlich finanzierten US-Sendern vor, Konservativen gegenĂŒber zu negativ eingestellt zu sein. Trump selbst beschuldigt Voice of America gar, "anti-amerikanische Propaganda" zu verbreiten. Was hier als Kampf gegen Verschwendung verkauft wird, entpuppt sich als ideologische SĂ€uberung.

Lake kĂŒndigte an, in der kommenden Woche dem Kongress Details ĂŒber angebliche Verschwendung, Missmanagement, Korruption und Versagen in Bezug auf nationale Sicherheit bei USAGM vorzulegen. Man darf gespannt sein, welche "Beweise" hier prĂ€sentiert werden – oder ob es sich lediglich um weitere Nebelkerzen handelt, um die Zerschlagung unabhĂ€ngiger Medienstrukturen zu rechtfertigen.

Parallelen zur deutschen Medienpolitik?

WÀhrend in den USA traditionsreiche Sender zerschlagen werden, sollte dies auch hierzulande als Warnung dienen. Die UnabhÀngigkeit der Medien ist ein hohes Gut, das es zu verteidigen gilt. Wenn staatliche Stellen beginnen, Medieninstitutionen nach ideologischen Gesichtspunkten umzubauen oder gar zu zerstören, ist die Pressefreiheit in Gefahr.

Die USAGM-Sender erreichten nach eigenen Angaben wöchentlich 427 Millionen Menschen weltweit. Diese Stimme Amerikas verstummt nun – nicht durch Ă€ußere Feinde, sondern durch die eigene Regierung. Ein Treppenwitz der Geschichte: Der Sender, der einst gegen totalitĂ€re Propaganda antrat, fĂ€llt nun selbst autoritĂ€ren Tendenzen zum Opfer.

Die Ironie könnte bitterer nicht sein: WÀhrend China und Russland ihre Auslandspropaganda massiv ausbauen, demontieren die USA ihre eigenen KommunikationskanÀle in die Welt. Wer profitiert davon? Sicherlich nicht die Menschen in geschlossenen Gesellschaften, die auf unabhÀngige Informationen angewiesen sind.

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