Kettner Edelmetalle
15.06.2026
10:51 Uhr

Subventions-Posse: Wie Berlins E-Auto-PrÀmie deutsche Steuermilliarden nach China umleitet

Subventions-Posse: Wie Berlins E-Auto-PrÀmie deutsche Steuermilliarden nach China umleitet
Symbolbild: KI-generiert

Es ist ein LehrstĂŒck deutscher Wirtschaftspolitik, wie es im Buche steht. Da legt die Bundesregierung ein milliardenschweres Förderprogramm auf, garniert es mit den ĂŒblichen sozialpolitischen Beteuerungen – und das Ergebnis? Die Profiteure sitzen nicht in Wolfsburg, Stuttgart oder MĂŒnchen, sondern in Shenzhen und Shanghai. Willkommen in der grotesken RealitĂ€t der deutschen E-Auto-Förderung, die einmal mehr beweist, dass gut gemeint das glatte Gegenteil von gut gemacht sein kann.

Drei Milliarden fĂŒr die chinesische Konkurrenz

Burkhard Weller, PrĂ€sident des Verbands der AutomobilhĂ€ndler Deutschlands, hat ausgesprochen, was viele lĂ€ngst ahnten: Die neue staatliche E-Auto-PrĂ€mie kommt nach seiner EinschĂ€tzung derzeit fast ausschließlich Herstellern gĂŒnstiger Fahrzeuge zugute – und das seien in Deutschland nun einmal vor allem die chinesischen Anbieter. GegenĂŒber der WirtschaftsWoche erklĂ€rte Weller, dass die Förderung praktisch ausnahmslos bei Fahrzeugen im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro beantragt werde. Genau jenen Bereich, den deutsche Hersteller mit ihren ĂŒberteuerten Stromern schlicht nicht bedienen können.

Der VAD berichtet auf LinkedIn, dass der Absatz chinesischer E-Auto-Marken in Wellers AutohĂ€usern seit Bekanntwerden der PrĂ€mie regelrecht in die Höhe geschossen sei. Auch andere Verbandsmitglieder teilten diese Erfahrung. Man darf nicht verschweigen, dass Weller mit seiner Wellergruppe selbst chinesische Marken wie BYD und MG vertreibt – seine Aussage ĂŒber das Versagen der deutschen Subventionspolitik wiegt dadurch jedoch eher schwerer als leichter.

Wie die Förderung im Detail funktioniert

Seit dem 19. Mai können Privatpersonen ZuschĂŒsse beantragen, sofern sie ein förderfĂ€higes Fahrzeug erwerben oder leasen, das ab dem 1. Januar 2026 erstmals zugelassen wurde. Die Eckdaten des Programms lesen sich wie folgt:

  • Drei Milliarden Euro stellt der Bund aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit.
  • Die Mittel sollen bis 2029 fĂŒr rund 800.000 Fahrzeuge reichen.
  • FĂŒr reine Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge winken ZuschĂŒsse von bis zu 6.000 Euro.
  • Plug-in-Hybride und Range-Extender-Fahrzeuge werden mit maximal 4.500 Euro bedacht.

Und nun kommt der entscheidende Haken: Die Förderung ist weder an den Produktionsstandort noch an die Herkunft des Herstellers gebunden. Mit anderen Worten – der deutsche Steuerzahler finanziert munter mit, wenn sich der KĂ€ufer fĂŒr einen Wagen aus chinesischer Fertigung entscheidet. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Geld aus deutschen Kassen subventioniert die strategische Industrieoffensive eines geopolitischen Konkurrenten.

Die Förderung werde bislang fast ausschließlich bei Fahrzeugen mit einem Kaufpreis zwischen 20.000 und 30.000 Euro in Anspruch genommen – einem Segment, das chinesische Marken dominieren.

Die soziale MĂ€r von der Entlastung kleiner Einkommen

Besonders pikant ist die offizielle BegrĂŒndung des Programms. Man wolle, so heißt es aus Berlin, vor allem Haushalte mit kleineren und mittleren Einkommen beim Umstieg auf die ElektromobilitĂ€t unterstĂŒtzen. Bis zum 9. Juni lagen rund 50.000 FörderantrĂ€ge vor, etwa 71 Prozent davon stammten aus Haushalten mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von höchstens 60.000 Euro. Klingt nach sozialem Gewissen – ist aber bei nĂ€herer Betrachtung ein Treppenwitz.

Denn wer soll sich denn ein deutsches E-Auto im Kompaktformat zu rund 38.000 Euro leisten, selbst nach Abzug der maximalen PrĂ€mie? Da bleiben immer noch 32.000 Euro ĂŒbrig, die kaum ein Geringverdiener auf der hohen Kante hat. Wer also realistisch in den geförderten Preisbereich von 20.000 bis 30.000 Euro fallen will, landet zwangslĂ€ufig bei den gĂŒnstigen Modellen aus Fernost. So wird aus der vermeintlichen SozialprĂ€mie ein staatlich orchestriertes Konjunkturprogramm fĂŒr BYD und Co.

Ein Muster mit System

Wer ehrlich ist, erkennt darin keinen bedauerlichen Betriebsunfall, sondern die logische Konsequenz einer ideologiegetriebenen Wirtschaftspolitik ohne jeden industriepolitischen Kompass. Deutschland hat diesen Film schon zu oft gesehen: Bei der Solarindustrie, bei der Windkraft, bei der Unterhaltungselektronik – ĂŒberall dort, wo politisch verordnete Transformation auf chinesische Skaleneffekte traf, blieben am Ende deutsche ArbeitsplĂ€tze und Marktanteile auf der Strecke. Die heimischen Autobauer, einst Stolz der Nation, drohen nun dasselbe Schicksal zu erleiden, und das auch noch mit tatkrĂ€ftiger finanzieller UnterstĂŒtzung des eigenen Staates.

WĂ€hrend die Verbrennerverbote, die EU-Flottenvorgaben und die Subventionskaskaden den deutschen Mittelstand in die Knie zwingen, dringen die chinesischen Hersteller in Rekordtempo auf den hiesigen Markt vor. Besonders BYD legte zuletzt sowohl bei reinen Elektroautos als auch bei Plug-in-Hybriden krĂ€ftig zu. Es ist die altbekannte Mischung aus grĂŒner Klimaromantik und mangelndem ökonomischen Sachverstand, die hier wieder einmal ihre bittere Ernte einfĂ€hrt – und es ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern eines wachsenden Teils der Bevölkerung, dass diese Politik dringend einer grundlegenden Korrektur bedarf.

Was bleibt dem BĂŒrger als Ausweg?

Wer angesichts solcher politischer Fehlleitungen sein Vermögen schĂŒtzen will, sollte sich nicht auf staatlich subventionierte AnlagegĂŒter verlassen, die binnen weniger Jahre die HĂ€lfte ihres Wertes verlieren. Ein E-Auto ist kein Wertspeicher, sondern ein rasch alterndes Konsumgut. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber hingegen haben ĂŒber Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie ihren Wert auch dann bewahren, wenn politische Großprojekte krachend scheitern. Als solide Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene StabilitĂ€t, die eine planlose Subventionspolitik niemals liefern kann.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig ausreichend zu recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung fĂŒr etwaige VermögensschĂ€den wird ausdrĂŒcklich ausgeschlossen.

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