Kettner Edelmetalle
05.08.2026
09:57 Uhr
KI-generiert

Strompreise: Entlastung erst in den 2030er-Jahren – Deutschland zahlt weiter die Rechnung der Energiewende

Strompreise: Entlastung erst in den 2030er-Jahren – Deutschland zahlt weiter die Rechnung der Energiewende
Symbolbild: KI-generiert

Wer gehofft hatte, die neue Bundesregierung würde den Wahnsinn an der Stromrechnung schnell beenden, wird nun von der eigenen Wirtschaftsministerin auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Katherina Reiche (CDU) dämpft die Erwartungen: Spürbare Entlastungen bei den Strompreisen seien kurzfristig nicht zu erwarten. Erst in den 2030er-Jahren, so die Botschaft, könnte es für Verbraucher und Industrie billiger werden. Übersetzt in Klartext: Noch ein halbes Jahrzehnt Zähneknirschen, noch ein halbes Jahrzehnt Standortnachteil, noch ein halbes Jahrzehnt Abwanderung energieintensiver Betriebe.

Ein Versprechen, das im Kleingedruckten verschwindet

Man erinnere sich: Im Wahlkampf war von sinkenden Energiekosten die Rede, von einem Ende der ideologischen Energiepolitik, von Entlastung für Mittelstand und Familien. Was davon übrig bleibt, ist ein Zeitplan, der irgendwo in der nächsten Dekade endet. Für ein Land, dessen Industrie seit Jahren im Rückwärtsgang fährt, ist das keine gute Nachricht – es ist eine Bankrotterklärung mit Ankündigung.

Reiche argumentiert, die Energiewende müsse endlich kosteneffizienter werden, weil steigende Energiepreise den Standort Deutschland belasteten. Diese Erkenntnis ist zutreffend. Sie kommt nur etwa fünfzehn Jahre zu spät. Wer über ein Jahrzehnt hinweg planwirtschaftliche Fördersysteme aufbaut, Kernkraftwerke abschaltet, während Kohleblöcke als Notreserve durchlaufen, und die Netzkosten in den Himmel schießen lässt, der darf sich über das Ergebnis nicht wundern.

Die Förderfabrik soll gedrosselt werden – und schon heult das Lobby-Orchester

Konkret will die Ministerin die staatliche Förderung für erneuerbare Energien einschränken. Nicht sofort abschaffen, nicht revolutionieren – einschränken. Und selbst dieser vorsichtige Schritt stößt prompt auf erbitterten Widerstand. Man muss sich das vor Augen führen: Eine Branche, die seit Jahren behauptet, sie sei die billigste Energieform der Welt, wehrt sich mit Zähnen und Klauen gegen den Entzug ihrer Subventionen. Wenn Windkraft und Photovoltaik tatsächlich so konkurrenzfähig wären, wie es in Sonntagsreden heißt, müsste doch niemand um Fördermilliarden bangen.

Wer wirtschaftlich überlegen ist, braucht keine Garantiepreise. Wer Garantiepreise braucht, ist nicht wirtschaftlich überlegen.

Der Widerstand kommt erwartbar aus dem Umfeld jener politischen Kräfte, die uns diesen Zustand überhaupt erst eingebrockt haben. Für sie ist die Energiewende längst keine Frage der Versorgungssicherheit oder der Bezahlbarkeit mehr, sondern eine Glaubensfrage. Und Glaubensfragen lassen sich mit Rechenschiebern nun einmal schlecht diskutieren.

Was der deutsche Bürger tatsächlich zahlt

Während in Berlin über Zeithorizonte philosophiert wird, zahlt der Bürger heute. Er zahlt über den Strompreis, er zahlt über Netzentgelte, er zahlt über CO2-Bepreisung, er zahlt über die Steuern, mit denen der Bund die Netzkosten stützt – und er zahlt indirekt, wenn Arbeitgeber Produktionslinien nach Asien oder in die USA verlagern, wo Energie einen Bruchteil kostet. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der schwarz-roten Koalition wird an dieser Rechnung nichts ändern, sondern die Inflation weiter anschieben. Wer glaubt, man könne sich mit Schulden aus einem Strukturproblem herauskaufen, hat die Geschichte der Währungen nicht gelesen.

Kaufkraft schmilzt, Sachwerte bleiben

Genau hier liegt der Punkt, den viele Sparer unterschätzen: Dauerhaft hohe Energiekosten sind ein Inflationstreiber ersten Ranges, weil Energie in jedem Produkt und jeder Dienstleistung steckt. Wer sein Vermögen ausschließlich in Euro-Guthaben, Anleihen oder klassischen Sparformen hält, verliert real – Jahr für Jahr, leise, aber verlässlich. Historisch haben sich in Phasen politisch verursachter Kostenschübe und ausufernder Staatsverschuldung stets jene Anleger besser gehalten, die einen Teil ihres Vermögens in physischen Sachwerten hielten. Gold und Silber sind kein Renditeversprechen, sie sind eine Versicherung gegen die Fehlentscheidungen anderer. Und an Fehlentscheidungen herrscht in diesem Land bekanntlich kein Mangel.

Fazit: Der Bürger braucht keine Zeitpläne, sondern Politik

Es ist bezeichnend, dass die einzige gute Nachricht aus dem Wirtschaftsministerium darin besteht, dass es in etwa fünf Jahren möglicherweise besser werden könnte. Eine Volkswirtschaft, die in der Weltspitze mitspielen will, braucht wettbewerbsfähige Energiepreise heute, nicht in den 2030er-Jahren. Ein großer Teil der Bevölkerung hat längst begriffen, dass hier nicht für, sondern gegen die eigene Wirtschaft regiert wird. Die Konsequenz kann nur lauten: Ideologie raus, Vernunft rein – und zwar bevor der letzte Industriebetrieb das Licht ausschaltet, weil er es sich nicht mehr leisten kann.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt die Einschätzung unserer Redaktion dar und ist ausdrücklich keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung. Er enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für konkrete Finanzprodukte oder Unternehmen. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche beruhen; im Zweifel ziehen Sie einen unabhängigen, qualifizierten Berater hinzu. Für Vermögensdispositionen und deren Ergebnisse trägt jeder Anleger die volle eigene Verantwortung. Eine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der dargestellten Informationen wird nicht übernommen.

Wissenswertes zum Thema