
Selenskyj beklagt fehlende Sicherheitsgarantien â Der Westen verspricht viel, liefert wenig

Die diplomatischen BemĂŒhungen um eine Beendigung des Ukraine-Konflikts gleichen zunehmend einem Schauspiel der leeren Versprechen. WĂ€hrend europĂ€ische Staatschefs sich in martialischer Rhetorik ĂŒberbieten, steht der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj mit leeren HĂ€nden da. Trotz groĂspuriger AnkĂŒndigungen aus Paris und London hat er nach eigenen Angaben noch immer keine verbindlichen Sicherheitsgarantien erhalten.
Frankreich und GroĂbritannien wollen Truppen entsenden â aber erst nach einem Waffenstillstand
Diese Woche begann mit der Nachricht, dass Frankreich und GroĂbritannien bereit seien, nach einem Waffenstillstand Truppen in die Ukraine zu entsenden. UnbestĂ€tigte Berichte deuten darauf hin, dass auch Washington Ă€hnliche PlĂ€ne erwĂ€gt â allerdings hat PrĂ€sident Donald Trump einem solchen Schritt keineswegs zugestimmt. Und das aus gutem Grund: Moskau wĂŒrde eine derartige Stationierung als direkte NATO-Bedrohung an seiner Grenze interpretieren und kategorisch ablehnen.
Die groĂe Pariser Konferenz am Dienstag, ausgerichtet von Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron, brachte die ĂŒbliche Mischung aus SĂ€belrasseln und diplomatischem Theaterdonner. Doch Selenskyj, der persönlich anwesend war, zeigte sich im Nachgang frustriert. Auf die Frage nach konkreten Sicherheitsgarantien fĂŒr den Fall eines russischen Angriffs nach einem möglichen Waffenstillstand antwortete er ernĂŒchtert:
âIch stelle diese Frage allen unseren Partnern, und ich habe noch keine klare, eindeutige Antwort erhalten."
Trumps Gesandter spricht von âbedeutenden Fortschritten" â doch die Details bleiben vage
Steve Witkoff, Trumps Sondergesandter, behauptete unmittelbar nach dem Gipfel auf der Plattform X, es seien âbedeutende Fortschritte" erzielt worden. Man habe sich auf einen Rahmen fĂŒr bilaterale Sicherheitsgarantien und einen Wohlstandsplan geeinigt. Die Koalition sei sich einig, dass dauerhafte Sicherheitsgarantien und robuste Wohlstandszusagen fĂŒr einen nachhaltigen Frieden unerlĂ€sslich seien.
Doch wer zwischen den Zeilen liest, erkennt schnell: Konkrete Zusagen fehlen nach wie vor. Washington hĂ€lt sich bewusst bedeckt. Die Rhetorik bleibt absichtlich schwammig â ein diplomatisches Manöver, das Selenskyj zunehmend frustriert.
Das ewige Hin und Her zwischen Europa und Amerika
Aus Selenskyjs Perspektive stellt sich die Situation folgendermaĂen dar: Die EuropĂ€er ĂŒberschĂŒtten ihn mit verbalen Zusicherungen, wĂ€hrend Washington zögert oder gar blockiert. Dieses Muster wiederholt sich seit Monaten. Es wird viel geredet, gestritten und verhandelt â aber am Ende wird nichts unterschrieben. Trump selbst dĂŒrfte jeden Schritt ablehnen, der seinem hĂ€ufig wiederholten Wahlkampfversprechen widerspricht: keine amerikanischen Soldaten auf ukrainischem Boden.
Trump drĂ€ngt auf Wahlen in der Ukraine â Selenskyj verzögert
Ein weiterer Streitpunkt betrifft die von Trump geforderten Wahlen in der Ukraine. Laut ukrainischen Medien traf sich die Arbeitsgruppe zur Vorbereitung von Wahlen wÀhrend des Kriegszustands am Donnerstag zum zweiten Mal. Die Zentrale Wahlkommission hat bereits VorschlÀge erarbeitet. Die Frage der Wahlen ist einer von 20 Punkten eines zwischen Washington und Kiew entwickelten Friedensplans.
Das ukrainische Parlament hat die Einrichtung einer parteiĂŒbergreifenden Arbeitsgruppe genehmigt, die ein einmaliges Gesetz zur Regelung von Wahlen unter Kriegsrecht ausarbeiten soll. Doch auch hier zeichnet sich absichtliche Verzögerungstaktik ab. Selenskyj selbst hat zusĂ€tzliche Bedingungen aufgestellt â etwa einen kurzfristigen Waffenstillstand, der die DurchfĂŒhrung der Wahlen ermöglichen wĂŒrde.
Russland will keine Scheinlösungen
Moskau mĂŒsste einem solchen kurzfristigen Waffenstillstand zustimmen â und hat derartige VorschlĂ€ge in der Vergangenheit wiederholt abgelehnt. Russland strebt eine dauerhafte politische Lösung an, die den Krieg endgĂŒltig beendet, keine temporĂ€ren Arrangements, die lediglich Zeit kaufen.
Die Botschaft an Selenskyj ist unmissverstĂ€ndlich: Wer Trumps Geduld ĂŒberstrapaziert, wird am Ende möglicherweise gar keine Sicherheitsgarantien erhalten. Die westliche Allianz zeigt Risse, und die Ukraine droht zwischen den Interessen ihrer vermeintlichen VerbĂŒndeten zerrieben zu werden. Es bleibt abzuwarten, wie lange dieses diplomatische Katz-und-Maus-Spiel noch andauern wird â und wer am Ende die Zeche zahlt.
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