
RĂŒckzug aus Erbil: Wenn Berlin nur noch reagiert, statt zu handeln
Es ist ein Bild, das die deutsche AuĂen- und Sicherheitspolitik in einem einzigen Vorgang zusammenfasst: Die Bundeswehr rĂ€umt ihr Feldlager im nordirakischen Erbil â nicht etwa, weil man selbst zu einem strategischen Schluss gekommen wĂ€re, sondern schlicht deshalb, weil die Amerikaner gehen. Und wenn die USA gehen, dann geht auch der Schutzschirm. Ohne fremde Flugabwehr steht die deutsche Truppe im Regen. Willkommen in der RealitĂ€t deutscher Wehrhaftigkeit im Jahr 2026.
Ein Abzug im Windschatten Washingtons
Wie das Verteidigungsministerium den Bundestag am Freitagmorgen informiert habe, so die Berichterstattung, solle der komplette RĂŒckzug bis Ende September vollzogen sein. Der Grund sei denkbar entlarvend: Die Vereinigten Staaten zögen sich aus dem multinationalen Camp am Rande des Flughafens von Erbil zurĂŒck â und mit ihnen die schĂŒtzenden US-Luftabwehrsysteme. Deutschland, so muss man es nĂŒchtern formulieren, ist militĂ€risch nicht in der Lage, den eigenen Soldaten in einem Krisengebiet einen ausreichenden Schutz aus eigener Kraft zu garantieren.
Man stelle sich das einmal vor: Eine der gröĂten Volkswirtschaften der Welt, die gerade Hunderte Milliarden an neuen Schulden fĂŒr Infrastruktur und AufrĂŒstung durch das Parlament peitscht, kann rund 30 verbliebene Soldaten im Nordirak nicht eigenstĂ€ndig absichern. Wer schĂŒtzt hier eigentlich wen?
Zwischen den Fronten eines eskalierenden Konflikts
Das internationale Camp war seit dem Beginn der US-israelischen MilitĂ€rschlĂ€ge gegen den Iran im FrĂŒhjahr immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsaktionen. Zwar hĂ€tten sich die Raketen- und Drohnenangriffe nicht direkt gegen die Bundeswehr gerichtet, doch die rĂ€umliche NĂ€he im gemeinsamen Lager habe die deutschen Soldaten wieder und wieder in die Schutzbunker getrieben. Ein Dasein im Kellergewölbe, wĂ€hrend ĂŒber den Köpfen der Nahost-Konflikt tobt â so sieht das Ende einer Mission aus, die einst mit groĂen Worten begann.
Ein Einsatz, der 2015 gegen den "Islamischen Staat" begann, endet nun still und leise â nicht durch eigene StĂ€rke, sondern durch fremde Entscheidungen.
Vom Kampf gegen den IS zum gerÀuschlosen Abgang
RĂŒckblende: 2015 hatte die damalige Bundesregierung entschieden, deutsche Ausbilder in den Nordirak zu entsenden, um die kurdischen Peschmerga im Kampf gegen die vorrĂŒckenden Terror-Milizen zu stĂ€rken. Deutschland lieferte sogar Waffen. In den Folgejahren wurde die Beratung fortgesetzt, man beteiligte sich an einer internationalen Anti-Terror-Mission. Es war einer jener AuslandseinsĂ€tze, die stets von wohlklingenden Versprechen begleitet wurden â und deren Ende nun kaum jemand in Berlin öffentlich thematisieren mag.
Pistorius will bleiben â irgendwie
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wolle die Beratung der Peschmerga trotz der SchlieĂung des Feldlagers fortfĂŒhren. Eine Handvoll MilitĂ€rberater solle auch nach Ende September in Erbil verbleiben, kĂŒnftig jedoch im deutschen Generalkonsulat statt im Feldlager am Flughafen. Ein Kompromiss, der symbolisch fĂŒr den Zustand deutscher Sicherheitspolitik stehen mag: Man will prĂ€sent sein, ohne wirklich handlungsfĂ€hig zu bleiben. Man will Gesicht wahren, ohne Verantwortung tragen zu können.
Die entscheidende Frage bleibt: Wann endlich begreift die deutsche Politik, dass SouverĂ€nitĂ€t nicht am ReiĂbrett der VerbĂŒndeten endet? Ein Land, das seine eigenen Soldaten nur unter dem Schirm anderer schĂŒtzen kann, hat seine sicherheitspolitische Selbstbestimmung lĂ€ngst verspielt. Und das ist nicht allein die Meinung unserer Redaktion, sondern die stille Sorge vieler BĂŒrger, die zusehen, wie Deutschland international an Statur verliert.
Was bleibt: Unsicherheit als Konstante
Der Abzug aus Erbil ist mehr als eine logistische FuĂnote. Er ist ein Sinnbild fĂŒr eine Nation, die in der Welt von heute reagiert, statt zu gestalten. In Zeiten, in denen geopolitische Verwerfungen, Kriege und WĂ€hrungsturbulenzen die Tagesordnung bestimmen, wird eines immer deutlicher: VerlĂ€sslichkeit findet man selten in politischen Versprechen. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sucht sie zunehmend in bewĂ€hrten Sachwerten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie in unruhigen Zeiten als stabiler Anker eines breit gestreuten Portfolios dienen können â unabhĂ€ngig davon, welche Regierung gerade welche RĂŒckzugsgefechte fĂŒhrt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschlieĂlich die Meinung unserer Redaktion sowie uns vorliegende Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.
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