
Regierungssprecher strauchelt bei unbequemen Fragen zur Weimer-AffÀre
Die Bundespressekonferenz vom Montag entwickelte sich fĂŒr die Bundesregierung zu einem wahren SpieĂrutenlauf. Als Journalisten die brisanten Recherchen von Apollo News zur Causa Wolfram Weimer thematisierten, geriet der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sichtlich ins Schwitzen. Seine hilflosen Ausweichmanöver offenbarten einmal mehr, wie die Regierung bei unbequemen Wahrheiten reflexartig die Mauer des Schweigens hochzieht.
Wenn Staatsdiener zu GeschÀftemachern werden
Die investigativen Kollegen von Apollo News hatten aufgedeckt, was eigentlich einen handfesten Skandal darstellen mĂŒsste: Der amtierende Staatsminister Wolfram Weimer nutzt sein privates Medienunternehmen offenbar dazu, "Einfluss auf politische EntscheidungstrĂ€ger" zu verkaufen. Konkret geht es um den Ludwig-Erhard-Gipfel, bei dem zahlungskrĂ€ftige Kunden sich Zugang zu Weimers Kabinettskollegen erkaufen können. Ein GeschĂ€ftsmodell, das in funktionierenden Demokratien eigentlich undenkbar sein sollte.
Doch statt klare Antworten zu liefern, verstrickte sich Regierungssprecher Hille in peinliche AusflĂŒchte. Auf die prĂ€zise Frage des Politico-Journalisten Maximilian Stascheit, ob hier nicht ein massiver Interessenkonflikt vorliege, kam nur heiĂe Luft: Man kommentiere "grundsĂ€tzlich nicht" Medienberichte. Eine Standardfloskel, die immer dann aus der Schublade geholt wird, wenn es brenzlig wird.
Die EigentĂŒmerfrage als wunder Punkt
Besonders pikant wurde es, als es um Weimers EigentĂŒmerschaft ging. Laut Handelsregister gehört ihm nach wie vor die HĂ€lfte der Weimer Media Group - eine Tatsache, die Hille partout nicht kommentieren wollte. Stattdessen wiederholte er gebetsmĂŒhlenartig, Weimer habe die GeschĂ€ftsfĂŒhrung abgegeben. Als ob das irgendetwas an den satten Gewinnen Ă€ndern wĂŒrde, die als MiteigentĂŒmer in seine Taschen flieĂen.
"Wenn Berichte wie die von Apollo News ĂŒberprĂŒfbare Fakten enthalten, die Regierungsmitglieder betrĂ€fen, sind Sie doch gehalten, die zu kommentieren"
So brachte es Journalist Hans Jessen auf den Punkt. Doch die Bundesregierung blieb stur bei ihrer Vogel-StrauĂ-Taktik. Man Ă€ndere nichts an der Praxis, Medienberichte nicht zu bewerten, stammelte Hille. Eine Aussage, die angesichts der Tragweite der VorwĂŒrfe geradezu grotesk wirkt.
Ein System der gegenseitigen Bereicherung?
Was hier sichtbar wird, ist symptomatisch fĂŒr den Zustand unserer politischen Klasse. Ein Staatsminister, der nebenbei ein lukratives GeschĂ€ft mit dem Verkauf von PolitikerzugĂ€ngen betreibt - und eine Regierung, die dazu schweigt. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Wie viele solcher Verflechtungen existieren noch im Berliner Politbetrieb?
Die Recherche von Apollo News verdient höchste Anerkennung. WĂ€hrend der Mainstream-Journalismus oft genug als verlĂ€ngerter Arm der Regierungspropaganda agiert, zeigen die Kollegen hier echten investigativen Biss. Sie decken auf, was andere lieber unter den Teppich kehren wĂŒrden: die schmutzigen GeschĂ€fte an der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft.
Die Doppelmoral der selbsternannten SaubermÀnner
Besonders bitter stöĂt die Doppelmoral auf. Dieselbe politische Klasse, die bei jeder Gelegenheit von "Transparenz" und "IntegritĂ€t" schwadroniert, mauert, wenn es um die eigenen GeschĂ€fte geht. Man stelle sich nur vor, ein AfD-Politiker wĂŒrde Ă€hnliche GeschĂ€fte betreiben - der mediale Aufschrei wĂ€re ohrenbetĂ€ubend.
Doch bei den etablierten Parteien gelten offenbar andere MaĂstĂ€be. Da wird weggeschaut, relativiert und beschönigt. Die Bundespressekonferenz vom Montag war ein LehrstĂŒck in politischer Heuchelei. Statt AufklĂ€rung gab es AusflĂŒchte, statt Transparenz nur Nebelschwaden.
Es ist diese Art von Vetternwirtschaft, die das Vertrauen der BĂŒrger in die Politik systematisch untergrĂ€bt. Wenn Staatsdiener ihre Position nutzen können, um private GeschĂ€fte zu machen, wenn Regierungssprecher offensichtliche Interessenkonflikte kleinreden - dann lĂ€uft etwas fundamental schief in diesem Land. Die Recherchen von Apollo News haben einen wichtigen Stein ins Rollen gebracht. Es bleibt zu hoffen, dass weitere Medien den Mut finden, in dieser Sache nachzuhaken. Denn eines ist klar: Mit Schweigen und Aussitzen darf diese Regierung nicht durchkommen.
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