
Pekings Machtdemonstration: Von der Leyens China-Besuch wird zum diplomatischen Desaster
Was sich vergangene Woche in Peking abspielte, könnte man getrost als LehrstĂŒck in Sachen Realpolitik bezeichnen. Die EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen reiste mit groĂen Ambitionen zum EU-China-Gipfel â und kehrte mit leeren HĂ€nden und beschĂ€digtem Ego zurĂŒck. Die chinesische FĂŒhrung demonstrierte eindrucksvoll, was sie von der europĂ€ischen Moralpolitik hĂ€lt: herzlich wenig.
Der Shuttlebus als Symbol des Abstiegs
Schon die Ankunft geriet zur Farce. Statt der ĂŒblichen Staatskarossen wartete auf die EU-Delegation ein schlichter Flughafen-Shuttlebus â jenes GefĂ€hrt, mit dem normalerweise Touristen befördert werden. Man stelle sich vor: Die mĂ€chtigste Frau Europas, eingezwĂ€ngt zwischen Koffern und mĂŒden Reisenden. Ein Bild, das symboltrĂ€chtiger kaum sein könnte fĂŒr den Bedeutungsverlust der EU auf der WeltbĂŒhne.
Doch damit nicht genug der DemĂŒtigungen. Am Ort des Geschehens angekommen, erwartete von der Leyen keine Ehrengarde, keine roten Teppiche, keine protokollarischen Höflichkeiten. Xi Jinping empfing sie mit der WĂ€rme eines sibirischen Winters. Die Botschaft war unmissverstĂ€ndlich: Wer China mit erhobenem Zeigefinger kommt, wird behandelt wie ein lĂ€stiger Bittsteller.
Europas moralische Ăberheblichkeit trifft auf chinesischen Pragmatismus
Von der Leyen, die in einem KostĂŒm erschien, das an die Europaflagge erinnern sollte â als ob die Chinesen nicht wĂŒssten, woher sie kommt â, forderte eine "grundlegende Neuausrichtung" der Beziehungen. Mit welchem Recht eigentlich? Europa, das sich in endlosen Debatten ĂŒber Gendersternchen und KlimaneutralitĂ€t verliert, wĂ€hrend China HochgeschwindigkeitszĂŒge baut und WeltmĂ€rkte erobert?
"Wer uns nicht respektiert, ist nicht willkommen" â diese unausgesprochene Botschaft Pekings hallte durch jeden Moment des Treffens.
Die EU-Chefin beklagte ein Handelsdefizit von ĂŒber 300 Milliarden Euro und warf Peking vor, europĂ€ische MĂ€rkte mit ĂberkapazitĂ€ten zu ĂŒberschwemmen. Doch ist es nicht vielmehr so, dass Europa schlicht nicht mehr konkurrenzfĂ€hig ist? WĂ€hrend deutsche Autobauer noch ĂŒber die richtige Anzahl von Geschlechtern in ihren Stellenausschreibungen diskutieren, produziert China lĂ€ngst die Elektroautos der Zukunft.
Die Quittung fĂŒr ideologische Verblendung
Xi Jinping konterte souverĂ€n und mahnte die EU, "richtige strategische Entscheidungen" zu treffen. Ein diplomatischer Wink mit dem Zaunpfahl, der deutlicher kaum sein könnte. Europa solle nicht auf "Abkopplung" setzen, sondern auf offene Zusammenarbeit. Ăbersetzt: Hört auf mit eurer moralisierenden Besserwisserei und kehrt zur Realpolitik zurĂŒck.
Die Streitpunkte des Gipfels lesen sich wie eine BankrotterklĂ€rung europĂ€ischer AuĂenpolitik: EU-Zölle auf chinesische Elektroautos â ein verzweifelter Versuch, die eigene RĂŒckstĂ€ndigkeit zu kaschieren. Chinas ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr seltene Erden â die logische Konsequenz, wenn man seine strategischen Ressourcen nicht an jeden verschleudert. Und dann noch die Forderung, China solle seinen Einfluss auf Russland im Ukraine-Krieg geltend machen â als ob Peking auf BrĂŒsseler Zuruf tanzen wĂŒrde.
Ein Tag statt zwei â Chinas ultimative BrĂŒskierung
Der Gipfel der DemĂŒtigung war jedoch die vorzeitige Beendigung des Treffens. Auf chinesischen Wunsch wurde der ursprĂŒnglich zweitĂ€gige Gipfel auf einen einzigen Tag verkĂŒrzt. Man kann sich die Szene lebhaft vorstellen: Von der Leyen, die noch ihre PowerPoint-PrĂ€sentation ĂŒber Menschenrechte vorbereitet hatte, wĂ€hrend Xi bereits zum AbschiedsgruĂ ansetzt.
Als "kleiner Hoffnungsschimmer" werden nun laufende Verhandlungen ĂŒber eine gemeinsame KlimaschutzerklĂ€rung verkauft. Ein Trostpflaster fĂŒr eine gescheiterte Mission. WĂ€hrend China weiter Kohlekraftwerke baut, darf sich Europa mit wohlklingenden AbsichtserklĂ€rungen begnĂŒgen.
Die Lehren aus Peking
Was bleibt von diesem diplomatischen Debakel? Europa muss endlich begreifen, dass die Welt nicht auf seine moralischen Belehrungen wartet. WĂ€hrend die EU-BĂŒrokraten in BrĂŒssel ĂŒber die nĂ€chste Regulierung nachdenken, schmiedet China Allianzen, sichert sich Rohstoffe und baut seine globale Dominanz aus.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz tĂ€te gut daran, aus von der Leyens Fehltritt zu lernen. Deutschland braucht eine AuĂenpolitik, die auf StĂ€rke und nationalen Interessen basiert, nicht auf ideologischen Luftschlössern. Wer in Peking ernst genommen werden will, muss erst einmal zu Hause seine Hausaufgaben machen.
Der Shuttlebus von Peking sollte als Mahnmal dienen: So endet es, wenn man Weltpolitik mit erhobenem Zeigefinger betreiben will. China hat der EU eine Lektion erteilt, die schmerzhaft, aber notwendig war. Die Frage ist nur: Wird Europa daraus lernen oder weiter im Traumland der moralischen Ăberlegenheit verharren?
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