Kettner Edelmetalle
10.04.2026
06:31 Uhr

Pakistans Verteidigungsminister torpediert eigene Vermittlerrolle mit antisemitischer Hasstirade

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Land, das sich als neutraler Vermittler zwischen den USA und dem Iran inszeniert, lĂ€sst seinen Verteidigungsminister ungehindert israelfeindliche Tiraden auf der Plattform X abfeuern – und wundert sich dann ĂŒber die internationale Empörung. Was sich in Islamabad kurz vor dem geplanten Beginn hochsensibler Verhandlungen abgespielt hat, spottet jeder diplomatischen Vernunft.

Wenn der „Friedensstifter" zum Brandstifter wird

Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif bezeichnete Israel öffentlich als „böse" und als „Fluch fĂŒr die Menschheit". Damit nicht genug: Er Ă€ußerte die Hoffnung, dass jene, die diesen – wie er es nannte – „krebsartigen Staat" geschaffen hĂ€tten, „in der Hölle schmoren" mögen. Worte, die an SchĂ€rfe kaum zu ĂŒberbieten sind. Und das ausgerechnet von einem Regierungsvertreter jenes Landes, das die heikle Aufgabe ĂŒbernommen hat, zwischen Washington und Teheran zu vermitteln.

Die Reaktion aus Jerusalem ließ nicht lange auf sich warten. Das BĂŒro von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu nannte den Ausfall „empörend" und mit der Rolle eines Friedensvermittlers schlicht unvereinbar. Israels Außenminister Gideon Sa'ar ging noch weiter und sprach von „unverhohlen antisemitischen Ritualmordlegenden". Eine EinschĂ€tzung, die angesichts der gewĂ€hlten Rhetorik Asifs durchaus nachvollziehbar erscheint.

Der Libanon-Konflikt als Pulverfass

Hintergrund der Eskalation ist die dramatische Lage im Libanon. Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges vor mehr als fĂŒnf Wochen hat die Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und BodeneinsĂ€tzen. Allein am Mittwoch sollen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums bei israelischen Angriffen mehr als 300 Menschen getötet worden sein. Zahlen, die – sofern sie zutreffen – das Ausmaß der Gewalt in erschreckender Weise verdeutlichen.

US-PrĂ€sident Donald Trump erklĂ€rte in einem Telefoninterview, er habe mit Netanjahu gesprochen und dieser habe eine Reduzierung der Angriffe zugesagt. Der israelische Regierungschef selbst bestĂ€tigte diese Darstellung allerdings nicht. Stattdessen betonte er, Israel werde die Hisbollah weiter „mit HĂ€rte" bekĂ€mpfen. Wörtlich hieß es: „Es gibt keine Waffenruhe im Libanon." Ein Satz, der an Deutlichkeit nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst.

Diplomatisches Tauziehen um Waffenruhe

Gleichzeitig nehmen die diplomatischen BemĂŒhungen an Fahrt auf. Ein Beamter des US-Außenministeriums bestĂ€tigte, dass in der kommenden Woche in Washington Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon ĂŒber eine Waffenruhe stattfinden sollen. Details zu Termin und Teilnehmern blieben zunĂ€chst offen. Berichten zufolge hĂ€tten Trump und sein Sondergesandter Steve Witkoff erheblichen Druck auf Netanjahu ausgeĂŒbt, die militĂ€rischen Operationen zurĂŒckzufahren.

Aus libanesischen Regierungskreisen verlautete hingegen, Verhandlungen könnten nur unter der Voraussetzung einer Waffenruhe stattfinden. Netanjahu selbst kĂŒndigte am Abend an, GesprĂ€che mit dem Libanon „so bald wie möglich" beginnen zu wollen. Ziel sei ein „historisches, dauerhaftes Friedensabkommen". Ob diese Worte mehr als bloße Rhetorik sind, wird sich zeigen mĂŒssen.

Ein Grundproblem westlicher Nahost-Politik

Der Vorfall offenbart einmal mehr ein fundamentales Problem der internationalen Diplomatie: Wer als Vermittler auftreten will, muss ein Mindestmaß an NeutralitĂ€t wahren. Pakistan hat diese Grundregel in spektakulĂ€rer Weise verletzt. Dass ausgerechnet ein Atomstaat mit eigener islamistischer Problematik als BrĂŒckenbauer zwischen den USA und dem Iran fungieren soll, war von Anfang an eine fragwĂŒrdige Konstruktion.

FĂŒr Europa und insbesondere fĂŒr Deutschland sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Die Eskalation im Nahen Osten – vom Iran-Krieg ĂŒber den Libanon-Konflikt bis hin zu den jĂŒngsten Angriffen auf das israelische Konsulat in Istanbul – zeigt, wie fragil die geopolitische Ordnung geworden ist. In solchen Zeiten braucht es keine ideologisch verblendeten Vermittler, sondern nĂŒchterne Realpolitik. Doch davon ist man in vielen westlichen HauptstĂ€dten leider meilenweit entfernt.

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