
Ostdeutschlands Chemie-Herz vor dem Kollaps: Dow-Entscheidung bedroht Zehntausende ArbeitsplÀtze
Ein beilĂ€ufiger Satz des US-Konzernchefs könnte das Ende einer ganzen Industrieregion bedeuten. Wenn Jim Fitterling, Chef des amerikanischen Chemiegiganten Dow, von "Leerlauf oder Stilllegung" spricht, zittert nicht nur Mitteldeutschland â es offenbart sich das ganze AusmaĂ des deutschen Industrieversagens. Die Ampel-Koalition mag Geschichte sein, doch ihr verheerendes Erbe wirkt fort: Eine Energiepolitik, die unsere Industrie systematisch zerstört.
Das tickende Zeitbomben-Ultimatum
Bis Ende Juli will Dow entscheiden. FĂŒnf Wochen bleiben der neuen GroĂen Koalition unter Friedrich Merz, um zu beweisen, dass sie es besser kann als ihre VorgĂ€nger. Doch was tut die Regierung? Bundeskanzler Merz habe telefoniert, heiĂt es. Telefoniert! WĂ€hrend eine ganze Region um ihre Existenz bangt, fĂŒhrt man nette GesprĂ€che. Kein Wunder, dass die Gewerkschaften auf die Barrikaden gehen.
"Hier stehen nicht allein Hunderte gut bezahlter und tariflich sauber geregelter ArbeitsplĂ€tze auf dem Spiel, sondern die industrielle Zukunft einer ganzen Region", warnt Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis. Er hat recht â doch er verschweigt, wer diese Misere verursacht hat: Eine Politik, die lieber das Klima rettet als deutsche ArbeitsplĂ€tze.
Der Dominoeffekt des Grauens
Was die grĂŒne Energiewende-Ideologie angerichtet hat, zeigt sich nirgends deutlicher als in Mitteldeutschland. Die Dow-Anlagen in Böhlen und Schkopau sind keine isolierten ProduktionsstĂ€tten â sie sind das schlagende Herz eines gewaltigen Industrieverbunds. FĂ€llt dieses Herz aus, sterben die angeschlossenen Betriebe wie Organe ohne Blutversorgung.
"Die HĂŒtte brennt. Eine solche Situation habe ich in den vergangenen zehn Jahren noch nicht erlebt."
So drastisch formuliert es Nora Schmidt-Kesseler von den Nordostchemie-VerbÀnden. Und sie untertreibt noch. In Bitterfeld-Wolfen allein hÀngen 15.000 ArbeitsplÀtze am Chemiepark. Auf jeden direkten Chemie-Job kommen drei weitere in der Region. Das sind Zehntausende Familien, die vor dem Nichts stehen könnten.
Die finanzielle Kettenreaktion
Die Stadt Bitterfeld-Wolfen rechnet 2025 mit 33 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen. Zusammen mit dem Einkommensteueranteil macht das fast 60 Prozent aller stĂ€dtischen Einnahmen aus. Als finanzstarke Kommune gibt sie 22,5 Millionen Euro an schwĂ€chere Gemeinden weiter. Bricht Dow weg, reiĂt es die gesamte Finanzarchitektur der Region mit sich.
Die drei SargnÀgel der deutschen Energiepolitik
Warum trifft es ausgerechnet den Osten so hart? Die Antwort liegt in der verheerenden Energiepolitik der vergangenen Jahre, die gleich dreifach zuschlÀgt:
Erstens: Die Energiepreise explodieren. WĂ€hrend unsere Politiker von der "Energiewende" schwĂ€rmen, zahlen Unternehmen Mondpreise fĂŒr Strom und Gas. Dow-Chef Fitterling macht kein Geheimnis daraus: Seine Firma konzentriert sich auf rentable Standorte. Deutschland gehört dank grĂŒner Ideologie nicht mehr dazu.
Zweitens: Der Osten ist besonders verwundbar. Hier konzentriert sich die energieintensive Grundstoffchemie. Die Auslastung stĂŒrzte von 85 Prozent (2021) auf unter 75 Prozent (2024) ab. MittelstĂ€ndler können die Kostenexplosion nicht wie GroĂkonzerne kompensieren. Sie gehen unter.
Drittens: Die Inflation frisst die Kommunen auf. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld rutschte von soliden ĂberschĂŒssen ins Defizit. Gestiegene Personalkosten und explodierende Zinsen â alles Folgen der Energiekrise â lĂ€hmen die öffentlichen Haushalte.
Hilferufe verhallen ungehört
Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff fordert "Standortbedingungen, die Produktion rentabel machen". Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter verlangt niedrigere Energiepreise und weniger BĂŒrokratie. Doch was bietet die neue Regierung? Eine marginale Senkung der Stromsteuer. Ein Tropfen auf den heiĂen Stein.
Die bittere Wahrheit: WĂ€hrend China seine Industrie mit Billigenergie pĂ€ppelt und die USA unter Trump mit massiven Steuersenkungen locken, diskutiert Deutschland ĂŒber KlimaneutralitĂ€t und ein 500-Milliarden-Sondervermögen fĂŒr grĂŒne TrĂ€umereien. Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Stattdessen bĂŒrdet er kommenden Generationen gigantische Lasten auf.
Die politische Zeitbombe tickt
Was hier auf dem Spiel steht, ist mehr als nur Wirtschaft. Es geht um den sozialen Frieden in einer Region, die schon einmal den Zusammenbruch ihrer Industrie erlebt hat. Damals, nach der Wende, versprach man blĂŒhende Landschaften. Heute droht erneut die Deindustrialisierung â diesmal hausgemacht durch ideologische Verblendung.
Die Menschen im Osten haben genug von leeren Versprechungen. Sie wollen keine Almosen, sondern Arbeit. Sie wollen keine WindrÀder, sondern wettbewerbsfÀhige Energiepreise. Sie wollen keine Gender-Debatten, sondern eine Politik, die ihre Interessen vertritt.
Zeit fĂŒr radikales Umdenken
Wenn Dow geht, ist es kein Betriebsunfall. Es ist das Symptom einer kranken Politik, die Ideologie ĂŒber Vernunft stellt. Die neue Regierung muss jetzt beweisen, dass sie es ernst meint mit dem Kurswechsel. Schluss mit der Klima-Hysterie, her mit bezahlbarer Energie! Schluss mit BĂŒrokratie-Wahnsinn, her mit Standortpolitik!
Die Uhr tickt. Ende Juli fĂ€llt die Entscheidung. Entweder rettet Deutschland seine Chemieindustrie â oder es verabschiedet sich endgĂŒltig als Industrienation. Die Menschen in Mitteldeutschland haben lange genug gelitten unter einer Politik, die ihre Lebensgrundlagen opfert. Es ist höchste Zeit, dass ihre Stimme gehört wird. Nicht nur in Böhlen und Schkopau, sondern ĂŒberall in diesem Land, wo ehrliche Arbeit noch etwas zĂ€hlt.










