Kettner Edelmetalle
07.06.2026
14:28 Uhr

Neun Präsidenten in zehn Jahren: Perus politisches Chaos als Mahnung für den Westen

Neun Präsidenten in zehn Jahren: Perus politisches Chaos als Mahnung für den Westen

Wenn ein Land binnen einer Dekade neun Staatsoberhäupter verschleißt, dann läuft etwas gewaltig schief. In Peru haben die Bürger am Sonntag erneut die Wahlurnen aufgesucht, um über ihren neunten Präsidenten in nur zehn Jahren zu entscheiden. Eine Zahl, die für sich spricht – und die zeigt, wohin ein Staat treibt, wenn politische Instabilität zur Dauerschleife wird.

Konservative Härte gegen linke Versprechen

Im Stichwahl-Duell standen sich zwei grundverschiedene Welten gegenüber. Auf der einen Seite die 51-jährige Keiko Fujimori, rechtsgerichtet, kompromisslos und zum bereits vierten Mal in Folge angetreten. Auf der anderen der 57-jährige linke Abgeordnete Roberto Sánchez, der erstmals nach dem höchsten Amt im Staate griff. Beobachter erwarteten ein Kopf-an-Kopf-Rennen – ein Fünftel der rund 27 Millionen Wahlpflichtigen galt bis zuletzt als unentschlossen.

Fujimori versprach das, was in Peru – und nicht nur dort – offenbar dringend nötig ist: ein hartes Durchgreifen gegen die ausufernde Kriminalität, eine rigide Grenzpolitik und ein Ende der illegalen Migration. „Wir stehen für Fortschritt“, verkündete sie zum Wahlkampfabschluss in Lima. Wer ihren Gegner wähle, stimme für den Rückschritt.

70 Prozent der Wähler wünschten sich in Umfragen, dass der Kampf gegen die Kriminalität für die neue Staatsspitze oberste Priorität habe.

Wenn die Sicherheit zum Wahlkampfthema Nummer eins wird

Dieser Befund sollte auch hierzulande aufhorchen lassen. Die steigende Kriminalitätsrate war das beherrschende Thema des peruanischen Wahlkampfs – ein Muster, das man in Europa und besonders in Deutschland nur allzu gut kennt. Auch bei uns sorgen sich die Bürger längst um ihre Sicherheit, während die Verantwortlichen die Probleme lieber kleinreden, als sie zu lösen. Wenn das Vertrauen in den Staat erst einmal erodiert, folgt die politische Instabilität auf dem Fuße.

Ein Erbe, das polarisiert

Keiko Fujimori ist die Tochter des einstigen Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regierte. Seine Anhänger feierten ihn dafür, dass er die linken Rebellen besiegte und die Wirtschaft stabilisierte. Später wurde er wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt; im Jahr 2024 verstarb er. Sein Vermächtnis prägt die politische Identität seiner Tochter bis heute.

Im Falle eines Sieges hofft Fujimori auf Rückenwind von rechtsgerichteten und von den USA gestützten Regierungen, die zuletzt in Lateinamerika an die Macht gelangten. Ihr Herausforderer Sánchez hingegen wird von den Anhängern des linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo getragen, der nach einem versuchten Staatsstreich im Gefängnis sitzt. Sánchez selbst sieht sich pikanterweise einem Gerichtsverfahren gegenüber: Ein Gericht ordnete am Freitag einen Prozess gegen ihn an, weil er der Wahlbehörde Zuwendungen an seine Partei verschwiegen haben soll.

Regieren ohne Mehrheit – das nächste Problem

Wer auch immer das Rennen für sich entscheidet: Das Amt wird am 28. Juli angetreten – und zwar ohne Mehrheit im Parlament. Die peruanische Verfassung erlaubt es der Volksvertretung sogar, den Präsidenten wegen „dauerhafter moralischer Unfähigkeit“ abzusetzen. Ein Mechanismus, der das Land in den vergangenen Jahren immer wieder ins Chaos stürzte und der die schwindelerregende Zahl von neun Präsidenten in zehn Jahren überhaupt erst ermöglichte.

Was uns Peru lehrt

Die peruanische Dauerkrise ist mehr als eine südamerikanische Randnotiz. Sie ist ein Lehrstück darüber, was geschieht, wenn ein Staat seine Kernaufgaben – innere Sicherheit, Grenzschutz, wirtschaftliche Stabilität – vernachlässigt. Die Wähler wenden sich dann jenen zu, die klare Kante versprechen. In Peru war es die konservative Fujimori, die mit dem Versprechen von Ordnung und Sicherheit punkten konnte. Ein Signal, das auch europäische Regierungen nicht ignorieren sollten, wenn ihnen am sozialen Frieden gelegen ist.

In Zeiten, in denen ganze Staaten in politischen Turbulenzen versinken, Währungen unter Druck geraten und Vertrauen in Institutionen schwindet, besinnen sich kluge Anleger auf Beständiges. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg politische Umbrüche, Staatskrisen und Währungsreformen überdauert – ein Wert, der weder von Parlamenten abgesetzt noch von instabilen Regierungen entwertet werden kann.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

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