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12.05.2026
05:24 Uhr

Netanyahus Forderung: Krieg gegen Iran soll weitergehen – bis das letzte Gramm Uran verschwunden ist

Netanyahus Forderung: Krieg gegen Iran soll weitergehen – bis das letzte Gramm Uran verschwunden ist
Symbolbild: KI-generiert

WĂ€hrend sich in Washington allmĂ€hlich die Erkenntnis durchsetzt, dass Amerika sich aus dem nahöstlichen Schlamassel zumindest rhetorisch herauswinden möchte, scheint der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu eine völlig andere Agenda zu verfolgen. In einem viel beachteten Interview mit der US-Sendung "60 Minutes", das am Sonntag ausgestrahlt wurde, ließ Netanyahu keinen Zweifel daran: Der militĂ€rische Druck auf den Iran mĂŒsse weitergehen, und zwar so lange, bis das angereicherte Uran nicht nur diplomatisch verhandelt, sondern "physisch entfernt" sei.

Ein brĂŒchiger Waffenstillstand am seidenen Faden

US-PrĂ€sident Donald Trump selbst hatte am Montag eingerĂ€umt, dass der Waffenstillstand mit Teheran nur noch an einem hauchdĂŒnnen Faden hĂ€nge – auf "massiver lebenserhaltender Maschinerie", wie er es formulierte. Der amerikanische PrĂ€sident wiederholte zudem die abenteuerliche Behauptung, der Iran habe ihm signalisiert, einzig die USA und China seien ĂŒberhaupt in der Lage, den "nuklearen Staub" aus den zerbombten Anlagen zu bergen.

Netanyahu hingegen sprach im Interview von einem "großen Erfolg" der bisherigen militĂ€rischen Operationen, sah jedoch noch reichlich Arbeit vor sich. Es gebe weiterhin angereichertes Uran, das herausgeschafft werden mĂŒsse. Anreicherungsanlagen seien noch zu demontieren. Stellvertretermilizen mĂŒsse man ausschalten. Ballistische Raketen, die der Iran produzieren wolle, gelte es zu zerstören. Die Liste der maximalistischen Forderungen liest sich wie ein Drehbuch fĂŒr einen niemals endenden Krieg.

"Mit was eigentlich?" – Die unbequeme Frage

Moderator Major Garrett stellte die entscheidende Frage, die in westlichen HauptstĂ€dten offenbar niemand mehr zu stellen wagt: Wie genau solle die Entfernung des iranischen Nuklearmaterials denn ĂŒberhaupt vonstattengehen? Mit israelischen SpezialkrĂ€ften? Mit amerikanischen Soldaten? Unter internationaler Aufsicht?

Netanyahus Antwort offenbarte das ganze Dilemma: Er wich aus. Er werde militĂ€rische Mittel nicht öffentlich diskutieren, doch PrĂ€sident Trump habe ihm gegenĂŒber geĂ€ußert, er wolle "da reingehen". Es sei "physisch möglich". Auf die nachgesetzte Frage, ob das Material notfalls auch ohne Abkommen mit Gewalt entfernt werden könne, blockte der Premier sichtlich genervt ab: Man werde ihm diese Frage ein zweites und drittes Mal stellen, und er werde sie ein zweites und drittes Mal nicht beantworten.

"Ein auslĂ€ndischer Premierminister erzĂ€hlt dem amerikanischen Publikum gerade, EUER Krieg sei noch nicht vorbei – und schlĂ€gt beilĂ€ufig vor, EURE Söhne nach Iran zu schicken, um Uran zu holen."

Genau dieser Eindruck verfestigt sich in den USA. In den sozialen Netzwerken brodelt es. Immer mehr Stimmen, gerade aus dem konservativen Lager rund um Trumps eigene Basis, fragen sich, warum eigentlich ein auslĂ€ndischer Regierungschef im amerikanischen Fernsehen offen ĂŒber den Einsatz amerikanischer Soldaten in einem fremden Krieg sinniert.

Wenn VerbĂŒndete zu Strippenziehern werden

Es ist ein altes Spiel, das hier offenbar in neuer Inszenierung gespielt wird. Die israelische Regierung versucht offensichtlich, die maximalistischen Kriegsziele zu zementieren, wĂ€hrend Washington mit einer Hand das "Victory"-Narrativ pflegt und mit der anderen verzweifelt nach einem Ausgang sucht. Die Kollision dieser Interessen ist programmiert – und die Leidtragenden wĂ€ren, wie so oft, einfache Soldaten und Zivilisten.

Die offenen Fragen sind enorm: Wird sich daraus ein Bodenkrieg entwickeln? US-Offizielle dementieren bislang, dass israelische Bodentruppen einmarschieren wĂŒrden. Doch dass amerikanische Soldaten in die Schusslinie geraten könnten, wurde von Washington ausdrĂŒcklich nicht ausgeschlossen. Eine bemerkenswerte Differenzierung – und ein hochgefĂ€hrliche.

Geopolitische Dauerkrise als RealitÀt

WĂ€hrend die deutsche Bundesregierung unter Friedrich Merz vornehmlich damit beschĂ€ftigt ist, das eigene 500-Milliarden-Sondervermögen zu verteilen und die nĂ€chste Schuldenrunde durchs Grundgesetz zu peitschen, schwelt im Nahen Osten ein Konflikt, dessen Eskalationspotenzial die globalen EnergiemĂ€rkte, Lieferketten und letztlich auch die Inflation in Europa unmittelbar treffen wĂŒrde. Die Schließung der Straße von Hormus ist kein Hirngespinst, sondern eine vom Iran wiederholt durchgespielte Option.

FĂŒr Anleger bedeutet diese Gemengelage vor allem eines: Unsicherheit. Wenn auslĂ€ndische Regierungschefs offen darĂŒber diskutieren, fremde Soldaten in auslĂ€ndische Territorien zu schicken, wenn WaffenstillstĂ€nde nur noch rhetorische HĂŒllen sind und wenn die Lieferketten weltweit unter Spannung stehen, dann sucht das Kapital traditionell jene HĂ€fen auf, die seit Jahrtausenden Bestand haben. Physisches Gold und Silber haben in solchen Phasen geopolitischer Spannungen ihre besondere StĂ€rke immer wieder bewiesen – als wertstabile ErgĂ€nzung in einem ausgewogenen Portfolio, das auf Vermögenssicherung ĂŒber Generationen hinaus angelegt ist.

Ein Krieg, der nicht enden darf?

Was bleibt nach diesem Interview, ist ein bitterer Beigeschmack. Netanyahus Botschaft an die Welt lautet im Kern: Der Krieg ist nicht vorbei. Er kann auch nicht vorbei sein. Erst wenn das letzte Gramm Uran physisch aus dem Iran verschwunden ist – wie auch immer das gehen mag – gönnt sich Israel eine Pause. Die Frage, ob diese Maximalposition realistisch, geschweige denn militĂ€risch durchfĂŒhrbar ist, scheint zweitrangig.

Die amerikanische Öffentlichkeit indes wacht langsam auf. Und das ist vielleicht die wichtigste Entwicklung dieser Tage: dass auch in den USA immer mehr BĂŒrger nicht lĂ€nger bereit sind, ihre Söhne und Töchter fĂŒr die Kriegsziele anderer Nationen in den Tod zu schicken. Eine Lektion, die auch deutsche Politiker langsam beherzigen sollten – statt blind jeder Eskalationslogik aus Washington oder Tel Aviv hinterherzulaufen.

Hinweis der Redaktion: Die in diesem Beitrag geĂ€ußerten EinschĂ€tzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der vorliegenden Informationen wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und seine Investitionsentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Eine Haftung fĂŒr Vermögensentscheidungen aufgrund dieses Artikels wird ausdrĂŒcklich ausgeschlossen.

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