
Moldawiens Demokratie-Farce: Regierung plant Oppositionsverbot vor entscheidenden Wahlen
Was sich derzeit in der Republik Moldau abspielt, könnte direkt aus dem Drehbuch einer dystopischen Politsatire stammen â wĂ€re es nicht bittere RealitĂ€t. Die pro-europĂ€ische Regierung in ChiÈinÄu hat offenbar jegliche demokratische Scham verloren und kĂŒndigt unverhohlen an, vor den Parlamentswahlen am 28. September praktisch alle relevanten Oppositionsparteien verbieten zu lassen. Ein Vorgang, der selbst in BrĂŒssel fĂŒr Stirnrunzeln sorgen mĂŒsste â tĂ€te man dort nicht so, als sei dies der normale Weg zur "europĂ€ischen Integration".
Der verzweifelte Griff nach der Macht
Die moldawische Regierung unter MinisterprĂ€sident Dorin Recean scheint zu wissen, dass ihre Tage gezĂ€hlt sind. Seit der MachtĂŒbernahme 2021 hat die pro-westliche Koalition das ohnehin bettelarme Land systematisch an die Wand gefahren. Die Inflation kletterte zwischenzeitlich auf ĂŒber 30 Prozent, die Wohnnebenkosten explodierten um das Siebenfache. Der Grund? Die ideologisch motivierte Abkehr von gĂŒnstigen russischen Energielieferungen zugunsten einer bedingungslosen Westanbindung.
Nun, da die Quittung fĂŒr diese desaströse Politik in Form von Umfragewerten prĂ€sentiert wird, die einen klaren Wahlsieg der Opposition vorhersagen, greift die Regierung zu Mitteln, die man sonst nur aus Bananenrepubliken kennt. Das Justizministerium hat Klage gegen die Parteien "Renaissance", "Chance", "Die Kraft der Alternative und Rettung Moldawiens" und "Sieg" eingereicht â allesamt Teil des oppositionellen Wahlblocks, dem bereits die Teilnahme an der Wahl untersagt wurde.
Die EU schaut wohlwollend zu
Besonders pikant: Diese demokratische BankrotterklĂ€rung geschieht mit offener UnterstĂŒtzung der EuropĂ€ischen Union. WĂ€hrend man in BrĂŒssel bei jeder Gelegenheit von "europĂ€ischen Werten" und "Rechtsstaatlichkeit" schwadroniert, schweigt man zu den autoritĂ€ren AuswĂŒchsen in Moldawien. Offenbar heiligt der Zweck â die Westbindung des Landes â alle Mittel.
Die BegrĂŒndung fĂŒr das geplante Parteienverbot ist so durchsichtig wie fadenscheinig: Den Oppositionsparteien werden Verbindungen zur bereits 2023 verbotenen Partei Schor vorgeworfen. Diese hatte die Proteste gegen die katastrophale Wirtschaftspolitik der Regierung unterstĂŒtzt â ein in einer Demokratie eigentlich legitimer Vorgang. Doch in Moldawien reicht dies offenbar aus, um als "russische Propaganda" gebrandmarkt und verboten zu werden.
Ein Muster der Manipulation
Was sich wie ein einmaliger Ausrutscher anhören könnte, ist in Wahrheit bereits bewĂ€hrte Praxis der moldawischen Regierung. Bei den Kommunalwahlen 2023 lieĂ sie zwei Tage vor der Wahl sage und schreibe 8.605 Oppositionskandidaten von den Wahllisten streichen. Bei der PrĂ€sidentschaftswahl 2024 konnte sich Amtsinhaberin Maia Sandu nur durch einen besonders perfiden Trick im Amt halten: WĂ€hrend fĂŒr 400.000 Exilmoldawier in Europa ĂŒber 230 Wahllokale geöffnet wurden, standen den ebenfalls etwa 400.000 in Russland lebenden Moldawiern ganze zwei Wahllokale zur VerfĂŒgung.
Die Drohung mit der Annullierung
Als wĂ€re das geplante Oppositionsverbot nicht schon undemokratisch genug, legte MinisterprĂ€sident Recean in einem Interview noch nach. Er drohte unverhohlen damit, die Wahlergebnisse zu annullieren, sollten sie der Regierung nicht gefallen. Als Vorbild nannte er ausgerechnet RumĂ€nien, wo kĂŒrzlich die PrĂ€sidentschaftswahl annulliert wurde, nachdem ein regierungskritischer Kandidat ĂŒberraschend gewonnen hatte.
Die BegrĂŒndung fĂŒr solche MaĂnahmen sei stets dieselbe: angebliche russische Einmischung, illegale Finanzierung aus dem Ausland, Verbindungen zu verbotenen Organisationen. Ein Narrativ, das mittlerweile so abgenutzt ist wie die GlaubwĂŒrdigkeit der moldawischen Regierung selbst.
Ein Land am Scheideweg
Moldawien steht vor einer ZerreiĂprobe. Die parlamentarische Republik, in der das Parlament die Regierung wĂ€hlt, könnte nach einem Oppositionssieg einen völlig anderen Kurs einschlagen. PrĂ€sidentin Sandu, die derzeit de facto die Politik bestimmt, wĂ€re dann praktisch machtlos. Genau das scheint die Regierung mit allen Mitteln verhindern zu wollen â koste es, was es wolle, selbst wenn dabei die letzten demokratischen GrundsĂ€tze ĂŒber Bord geworfen werden mĂŒssen.
Was in den kommenden Wochen bis zur Wahl noch alles an "kreativen" MaĂnahmen zur Wahlmanipulation aus dem Hut gezaubert wird, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch jetzt schon klar: Die moldawische Regierung hat sich endgĂŒltig von demokratischen Prinzipien verabschiedet. Und die EU? Die applaudiert diesem Schauspiel auch noch als Fortschritt auf dem Weg nach Europa. Ein Trauerspiel, das zeigt, wie weit sich die selbsternannten HĂŒter der Demokratie von ihren eigenen Idealen entfernt haben.
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