Kettner Edelmetalle
18.04.2026
21:30 Uhr

Lichter aus in Nikolassee: Berlins marode Infrastruktur offenbart sich erneut

Lichter aus in Nikolassee: Berlins marode Infrastruktur offenbart sich erneut
Symbolbild: KI-generiert

Es ist Samstagabend, die Berliner genießen ihr Wochenende – und dann wird es plötzlich dunkel. Wieder einmal. Im noblen Stadtteil Nikolassee im Berliner SĂŒdwesten fiel am spĂ€ten Abend fĂŒr 1.314 Haushalte der Strom aus. Was wie eine Randnotiz klingt, ist in Wahrheit ein Symptom fĂŒr ein weit tieferliegendes Problem: Deutschlands Infrastruktur bröckelt an allen Ecken und Enden.

DĂ©jĂ -vu im Berliner SĂŒdwesten

Das Pikante an diesem Vorfall: Erst rund drei Monate zuvor hatte ein lĂ€ngerer Stromausfall denselben Teil des Berliner SĂŒdwestens heimgesucht. Nun also die Wiederholung. Betroffen waren diesmal StraßenzĂŒge wie der Kirchweg, die Schopenhauerstraße, die Von-Luck-Straße, der Waldrebensteig, die Wasgenstraße sowie die nĂ€here Umgebung. Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin GmbH teilte mit, die Störung werde voraussichtlich bis Mitternacht behoben sein. Man darf sich fragen: Wurde nach dem ersten Ausfall ĂŒberhaupt grĂŒndlich nach der Ursache geforscht?

Ein Land, das seine Grundversorgung nicht mehr sichern kann

StromausfĂ€lle in der deutschen Hauptstadt – das klingt nach einem schlechten Witz, ist aber bittere RealitĂ€t. WĂ€hrend die Politik jahrelang Milliarden in ideologische Prestigeprojekte gepumpt hat, wurde die grundlegende Infrastruktur strĂ€flich vernachlĂ€ssigt. Stromnetze, BrĂŒcken, Straßen, Schienen – ĂŒberall das gleiche Bild des Verfalls. Berlin, diese Stadt, die sich so gerne als weltoffene Metropole inszeniert, schafft es nicht einmal, die Lichter anzulassen.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur angekĂŒndigt. Doch ob dieses Geld tatsĂ€chlich dort ankommt, wo es dringend gebraucht wird – nĂ€mlich in den Leitungen, Kabeln und Verteilerstationen des Landes –, darf bezweifelt werden. Die Erfahrung lehrt, dass solche Mammutprogramme allzu oft in bĂŒrokratischen MĂŒhlen versanden oder fĂŒr politisch opportune Projekte zweckentfremdet werden.

Die Energiewende und ihre Schattenseiten

Man muss kein Ingenieur sein, um zu erkennen, dass die hastig vorangetriebene Energiewende der vergangenen Jahre ihre Spuren hinterlassen hat. WĂ€hrend man sich in Berlin und BrĂŒssel gegenseitig fĂŒr ambitionierte Klimaziele feierte, wurde die StabilitĂ€t des Stromnetzes zunehmend fragiler. Konventionelle Kraftwerke wurden abgeschaltet, bevor ausreichend ErsatzkapazitĂ€ten geschaffen waren. Die Netzinfrastruktur wurde nicht im erforderlichen Tempo ausgebaut. Das Ergebnis? Haushalte, die im Dunkeln sitzen.

NatĂŒrlich wĂ€re es ĂŒbertrieben, jeden lokalen Stromausfall unmittelbar der Energiepolitik anzulasten. Technische Defekte können immer auftreten. Doch die HĂ€ufung solcher VorfĂ€lle – und die Tatsache, dass derselbe Stadtteil innerhalb weniger Monate gleich zweimal betroffen ist – sollte nachdenklich stimmen. Wenn selbst in einer wohlhabenden Gegend wie Nikolassee die Versorgungssicherheit nicht mehr gewĂ€hrleistet werden kann, wie steht es dann erst um weniger privilegierte Viertel?

Die Störung wird voraussichtlich bis 00:00 Uhr behoben sein.

So lapidar die Mitteilung des Netzbetreibers auch klingen mag – fĂŒr die betroffenen Familien, fĂŒr Ă€ltere Menschen, fĂŒr alle, die auf eine funktionierende Stromversorgung angewiesen sind, war dieser Abend alles andere als harmlos. Deutschland muss endlich aufwachen und seine PrioritĂ€ten neu ordnen. Bevor man die Welt rettet, sollte man vielleicht erst einmal dafĂŒr sorgen, dass zu Hause das Licht nicht ausgeht.

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