
Kleinkind im Oval Office? Insider zeichnet erschĂŒtterndes Bild der Trump-Regierung

Wer geglaubt hatte, in Washington herrsche zumindest eine berechenbare, wenn auch harte Realpolitik, der dĂŒrfte nach den Aussagen eines frĂŒheren Trump-Beraters ins GrĂŒbeln geraten. In einem aufsehenerregenden GesprĂ€ch des einstigen Oberstleutnants Daniel Davis mit dem Verfassungsrechtler Robert Barnes â einem Mann, der den US-PrĂ€sidenten 2020 noch persönlich juristisch beraten haben soll â wird ein Bild gezeichnet, das nichts mehr mit dem Image des entschlossenen Machers zu tun hat.
Der Trump von heute sei nicht mehr der von gestern
Barnes lĂ€sst kein gutes Haar an der aktuellen Verfassung des mĂ€chtigsten Mannes der Welt. WĂ€hrend Trump 2020 noch rational, wissbegierig und zu echter strategischer Planung fĂ€hig gewesen sei, dominiere heute ein einziges GefĂŒhl sein Handeln: die Angst. Hinzu komme eine bemerkenswerte Neigung zur SelbsttĂ€uschung, die der Fachmann mit dem englischen Begriff der âconfabulationâ umschreibt.
âStellen Sie sich Trump als ein Kleinkind vor, das von Angst getrieben und motiviert wird, dann können Sie sein Verhalten vorhersagen und ihn entsprechend beeinflussen.â
Eine Aussage, die sitzt. Mal fĂŒrchte der PrĂ€sident einen wirtschaftlichen Kollaps, mal den Zorn einflussreicher Lobbygruppen und der medialen Schlagkraft von Fox News, mal die Schmach, am Ende wie Obama oder Jimmy Carter dazustehen. Eine kohĂ€rente Linie? Fehlanzeige.
38 Mal kurz vor dem Deal â und dann doch die Bomben
Besonders entlarvend seien die VorgĂ€nge rund um die Verhandlungen mit dem Iran. Laut Berichterstattung habe Trump seit Anfang April sage und schreibe 38 Mal öffentlich verkĂŒndet, ein Abkommen stehe unmittelbar bevor. VizeprĂ€sident JD Vance sei mehrfach vorgeschickt worden, um die Ăffentlichkeit auf einen Abschluss einzustimmen â nur damit der PrĂ€sident kurz darauf erneut mit Luftangriffen drohte oder diese gar ausfĂŒhrte.
Barnes spricht von mindestens sechs oder sieben Gelegenheiten, bei denen ein fertiger Deal bereits ausgehandelt gewesen sei. Doch jedes Mal habe Trump im letzten Moment zurĂŒckgerudert. Der Grund? Die Furcht vor Kritik aus dem Lager der Hardliner und der vielzitierten âFake-GenerĂ€leâ im Fernsehen. Die Angst, als âschwĂ€cher als Obamaâ zu gelten, scheine selbst die Sorge vor einem regionalen Krieg mit katastrophalen Folgen zu ĂŒbertrumpfen.
Vance gegen Trump â DemĂŒtigung im Machtzirkel
Brisant ist auch das VerhĂ€ltnis zwischen PrĂ€sident und Vize. WĂ€hrend Vance konsequent auf ein Abkommen drĂ€nge, das das iranische Atomprogramm langfristig eindĂ€mme und den USA wirtschaftliche Vorteile bringe, torpediere Trump diese BemĂŒhungen öffentlich â teils sogar, wĂ€hrend Vance im Fernsehen fĂŒr den Deal werbe. Barnes spricht offen von bewusster DemĂŒtigung. Kein Wunder, dass die Iraner gelernt hĂ€tten, den Worten Trumps wenig Gewicht beizumessen und stattdessen auf konkrete Taten zu pochen.
Keine Strategie, nur eine emotionale Achterbahn
Das Fazit des Insiders ist ernĂŒchternd: Es gebe keine âTrump-Doktrinâ. Es gebe einen PrĂ€sidenten, dessen Entscheidungen von der jeweils dominanten Furcht des Tages bestimmt wĂŒrden â verstĂ€rkt durch Berater, die ihm nach dem Mund redeten, und eine Medienblase, die jede Abweichung vom harten Kurs als SchwĂ€che brandmarke. Wer auf rationale FĂŒhrung der Supermacht hoffe, werde bitter enttĂ€uscht.
Man muss sich diese Tragweite vor Augen fĂŒhren: Die geopolitische StabilitĂ€t eines ganzen Planeten hĂ€nge demnach weniger von kĂŒhlen ErwĂ€gungen ab als von der Frage, welche Angst dem PrĂ€sidenten morgens beim Blick auf sein Smartphone als Erstes begegne. FĂŒr Europa, das sich politisch viel zu lange in eine bequeme AbhĂ€ngigkeit von Washington begeben hat, ist diese Erkenntnis ein dringender Weckruf. Doch statt eigene SouverĂ€nitĂ€t aufzubauen, verzettelt sich auch die deutsche Politik lieber in ideologischen NebenschauplĂ€tzen, wĂ€hrend die wirklich groĂen Fragen der AuĂen- und Sicherheitspolitik ungelöst bleiben.
Was bedeutet das fĂŒr den Vermögensschutz?
Wenn die Welt von emotionalen Furchtimpulsen statt von verlĂ€sslicher Realpolitik regiert wird, dann steigt die Unsicherheit an den MĂ€rkten zwangslĂ€ufig. Eskalierende Konflikte, schwankende Zollpolitik und unberechenbare EntscheidungstrĂ€ger sind Gift fĂŒr planbare Investitionen â aber traditionell RĂŒckenwind fĂŒr jene Vermögenswerte, die sich seit Jahrtausenden in Krisenzeiten bewĂ€hrt haben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten nicht ohne Grund als Anker in stĂŒrmischen Zeiten. Sie kennen kein Twitter, keine wechselnde Tagesform und keine Lobby, die ihnen den Wert diktiert.
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