Kettner Edelmetalle
27.01.2026
16:30 Uhr

Kahlschlag bei Aumovio: Tausende ArbeitsplÀtze fallen der Autokrise zum Opfer

Die deutsche Automobilindustrie erlebt einen beispiellosen Niedergang, und mit ihr sterben die ArbeitsplĂ€tze. Der erst kĂŒrzlich von Continental abgespaltene Zulieferer Aumovio verkĂŒndete am Dienstag den nĂ€chsten Hammerschlag: Bis zu 4000 Stellen in Forschung und Entwicklung sollen weltweit gestrichen werden. Ein weiteres Kapitel im Trauerspiel der deutschen Industriepolitik.

Globaler Stellenabbau trifft auch deutsche Standorte hart

Die Hiobsbotschaft aus Frankfurt lĂ€sst aufhorchen. Bis Ende 2026 will das Unternehmen den massiven Personalabbau weitgehend abgeschlossen haben. Betroffen sind Standorte in Singapur, RumĂ€nien, Serbien, Mexiko – und selbstverstĂ€ndlich auch Deutschland. Hierzulande soll sich der Zulieferer von einer hohen dreistelligen Zahl an BeschĂ€ftigten trennen. Wieder einmal sind es deutsche Arbeitnehmer, die den Preis fĂŒr verfehlte Wirtschaftspolitik zahlen mĂŒssen.

Konzernchef Philipp von Hirschheydt bemĂŒhte die ĂŒblichen Floskeln, um den drastischen Schritt zu rechtfertigen. Das „herausfordernde Umfeld" zwinge zu „zusĂ€tzlichen Maßnahmen", um die Effizienz zu steigern. Die Aufwandsquote fĂŒr Forschung und Entwicklung soll bis 2027 um zwei Prozentpunkte unter zehn Prozent des Umsatzes gedrĂŒckt werden. Hinter diesen nĂŒchternen Zahlen verbergen sich menschliche Schicksale, zerplatzte TrĂ€ume und existenzielle Ängste.

Ein Freiwilligenprogramm als schwacher Trost

Immerhin verspricht das Management, den Abbau „möglichst sozialvertrĂ€glich" zu gestalten. Ab Anfang MĂ€rz soll fĂŒr die deutschen Standorte ein Freiwilligenprogramm starten. Gleichzeitig beteuert Aumovio, weiterhin in Zukunftsfelder wie softwaredefinierte Fahrzeuge und autonomes Fahren zu investieren. Doch wie glaubwĂŒrdig sind solche Versprechen, wenn gleichzeitig die Forschungsabteilungen ausgeblutet werden?

Der schleichende Tod einer Branche

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Aumovio beschĂ€ftigt derzeit mehr als 86.000 Menschen an ĂŒber 100 Standorten in 25 LĂ€ndern. Vor gut fĂŒnf Jahren, noch als Teil von Continental Automotive, waren es mehr als 100.000 BeschĂ€ftigte. Ein RĂŒckgang von ĂŒber 14.000 ArbeitsplĂ€tzen – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Aumovio steht dabei keineswegs allein. Die gesamte Zulieferbranche befindet sich im freien Fall. Bosch und ZF Friedrichshafen bauen ebenfalls zigtausende ArbeitsplĂ€tze ab. Die Ursache ist immer dieselbe: eine Krise der Autoindustrie, befeuert durch die zu langsam wachsende Nachfrage nach Elektroautos. Ausgerechnet jene Technologie, in die Politik und Industrie blindlings Milliarden gepumpt haben, erweist sich nun als Sargnagel fĂŒr den deutschen Wohlstand.

Die bittere Bilanz einer verfehlten Industriepolitik

Was wir hier erleben, ist das Ergebnis jahrelanger ideologiegetriebener Wirtschaftspolitik. Die deutsche Automobilindustrie, einst das RĂŒckgrat unserer Volkswirtschaft, wurde systematisch in eine Sackgasse manövriert. Der erzwungene Umstieg auf ElektromobilitĂ€t, ohne RĂŒcksicht auf Marktreife und KundenwĂŒnsche, rĂ€cht sich nun bitter. Die Zeche zahlen nicht die Politiker in Berlin, sondern die Arbeiter in den Fabriken.

WĂ€hrend andere Nationen pragmatisch verschiedene Antriebstechnologien fördern, hat Deutschland alles auf eine Karte gesetzt – und verliert. Die Konsequenzen sind verheerend: Massenentlassungen, Standortschließungen und der schleichende Verlust technologischer Kompetenz. Eine Entwicklung, die nicht nur die Betroffenen, sondern das gesamte Land in eine ungewisse Zukunft fĂŒhrt.

Die Frage, die sich stellt, ist nicht mehr ob, sondern wie tief der Fall der deutschen Automobilindustrie noch gehen wird. Und ob die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz den Mut aufbringt, den eingeschlagenen Irrweg zu korrigieren – bevor es endgĂŒltig zu spĂ€t ist.

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