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20 Francs Napoleon: Der Ratgeber zur klassischen europäischen Goldmünze der Lateinischen Münzunion

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Rund 5,8 Gramm Feingold, ein niedriges Aufgeld und ein Motiv, das die Geschichte Europas im 19. Jahrhundert erzählt: Die 20-Francs-Goldmünze gehört zu den bekanntesten historischen Kleingold-Münzen des Kontinents. Wer klassisches Anlagegold mit numismatischem Hintergrund sucht, ohne gleich eine ganze Unze zu kaufen, stößt fast zwangsläufig auf Napoleon, Marianne und den geflügelten Genius. Dieser Ratgeber ordnet die Serie ein, erklärt die Lateinische Münzunion dahinter und zeigt, worauf es beim Kauf gebrauchter Stücke ankommt.

Historische französische 20-Franc-Goldmünze mit klassischem Porträt und Lorbeerkranz im warmen Licht auf dunklem Samt
Die 20-Francs-Goldmünze vereint historischen Reiz mit rund 5,8 Gramm Feingold.

Was die 20-Francs-Goldmünze ausmacht

Die 20-Francs-Goldmünze ist keine einzelne Münze, sondern eine ganze Familie. Über mehrere Jahrzehnte prägte Frankreich Goldstücke im Nennwert von 20 Francs mit wechselnden Motiven, die jeweils die politische Epoche widerspiegelten. Verbindend ist nicht das Bild, sondern die Norm: identisches Gewicht, identischer Feingehalt, identischer Durchmesser. Genau diese Standardisierung macht die Serie bis heute so berechenbar für Käufer.

Jede reguläre 20-Francs-Münze wiegt 6,4516 Gramm bei einem Feingehalt von 900/1000 (21,6 Karat). Daraus ergeben sich rund 5,806 Gramm Feingold je Stück. Der Durchmesser liegt bei 21 Millimetern, die restlichen 10 Prozent bestehen aus Kupfer, das die Münze widerstandsfähiger gegen Kratzer und Abrieb macht. Diese Legierung war im Umlaufgeld des 19. Jahrhunderts üblich und erklärt den leicht rötlichen Schimmer vieler Stücke.

Weil der Goldanteil klein und klar definiert ist, eignet sich die Münze für Käufer mit begrenztem Budget. Statt einer ganzen Unze (rund 31,1 Gramm) erwerben Sie ein handliches Stück mit überschaubarem Kapitaleinsatz. Der Aufpreis gegenüber dem reinen Materialwert, das sogenannte Aufgeld oder Agio, fällt bei diesen historischen Umlaufmünzen häufig moderat aus, weil sie in sehr großer Stückzahl geprägt wurden und daher breit verfügbar sind.

Die technischen Eckdaten im Überblick

  • Nennwert: 20 Francs
  • Gesamtgewicht: 6,4516 Gramm
  • Feingehalt: 900/1000 (21,6 Karat)
  • Feingoldgewicht: rund 5,806 Gramm (ca. 0,1867 Feinunzen)
  • Durchmesser: 21 Millimeter
  • Legierung: Gold-Kupfer

Die drei klassischen Motive: Napoleon, Marianne und Genius

Wer eine 20-Francs-Münze in die Hand nimmt, hält je nach Prägejahr ein anderes Bild vor sich. Drei Motive dominieren den Markt und sind bei Händlern regelmäßig verfügbar. Sie unterscheiden sich künstlerisch deutlich, sind aber materiell praktisch gleichwertig.

Napoleon III.

Napoleon III., geboren als Charles-Louis-Napoléon Bonaparte, war während der Zweiten Republik von 1848 bis 1852 französischer Staatspräsident und regierte anschließend von 1852 bis 1870 als Kaiser der Franzosen. Auf den nach ihm benannten Münzen erscheint sein Profil, in frühen Jahrgängen ohne, später mit Lorbeerkranz. Seine Herrschaft endete abrupt: Nach der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg und seiner Gefangennahme im September 1870 setzte ihn die neue Pariser Regierung ab und rief die Republik aus. Er verbrachte seine letzten Jahre im englischen Exil.

Marianne (Coq / Hahn)

Nach dem Ende des Kaiserreichs prägte die Dritte Republik ein neues Motiv. Die Vorderseite zeigt Marianne, die weibliche Nationalallegorie der französischen Republik, mit phrygischer Mütze und Eichenlaub. Auf der Rückseite steht ein gallischer Hahn (frz. „coq"), weshalb dieser Typ auch als „Coq" oder „Hahn-Napoleon" gehandelt wird. Über der Umschrift prangt der republikanische Leitsatz „Liberté, Égalité, Fraternité". Diese Variante wurde bis in die 1910er-Jahre geprägt und ist eine der am häufigsten angebotenen 20-Francs-Münzen.

Genius (Engel)

Der Genius, oft schlicht „Engel" genannt, zeigt eine stehende geflügelte Figur, die die Verfassung in eine Tafel schreibt. Das Motiv stammt aus der Zeit nach der Französischen Revolution und wurde in verschiedenen Epochen des 19. Jahrhunderts verwendet. Sammler schätzen die klare, aufrechte Komposition. Materiell entspricht die Genius-Münze exakt den anderen 20-Francs-Prägungen.

Mehrere historische europäische Kleingold-Münzen mit klassischen Porträts und Kranzmotiven auf dunklem Schiefer
Napoleon, Marianne und Genius stehen materiell gleichwertig nebeneinander.
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Die Lateinische Münzunion: der Verbund hinter der Münze

Der eigentliche Grund für die europaweite Verbreitung dieses Münztyps liegt in einem Währungsabkommen. Frankreich hatte den Standard einer 20-Francs-Goldmünze bereits 1803 unter Napoleon Bonaparte festgelegt. 1865 hoben Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz diese Norm mit der Gründung der Lateinischen Münzunion (LMU) auf eine gemeinsame Grundlage. Ziel war ein einheitlicher Standard für Gold- und Silbermünzen, damit die Münzen der Mitgliedsländer über Grenzen hinweg zum Nennwert akzeptiert wurden. Später traten weitere Staaten bei oder prägten nach demselben Muster.

Der Kern der Vereinbarung war eine feste Gewichts- und Feinheitsnorm. Eine Goldmünze im Wert von 20 Einheiten der jeweiligen Landeswährung sollte überall 6,4516 Gramm bei 900/1000 Feingehalt wiegen. Dadurch entstand eine ganze Gruppe faktisch austauschbarer Münzen, die sich nur in Motiv, Sprache und Nennwertbezeichnung unterscheiden.

Kompatible Münzen der LMU

Wer die 20-Francs-Münze verstanden hat, kennt zugleich mehrere „Geschwister". Alle folgenden Stücke teilen praktisch dasselbe Feingoldgewicht von rund 5,8 Gramm und werden am Markt in einer ähnlichen Preisklasse gehandelt:

  • Schweizer Vreneli (20 Franken): das bekannteste Pendant, mit dem Kopf einer jungen Frau vor Alpenpanorama
  • Italienische 20 Lire: etwa mit den Porträts von Umberto I. oder Vittorio Emanuele II.
  • Belgische 20 Francs: unter anderem mit König Leopold II.
  • 20 Belga / weitere belgische Prägungen nach demselben Standard

Diese Verwandtschaft ist mehr als eine historische Randnotiz. Sie bedeutet, dass sich verschiedene europäische Kleingold-Münzen unkompliziert kombinieren lassen, weil ihr Materialwert nahezu identisch ist. Wer die Serie kennenlernen möchte, findet in unserem Ratgeber zum Schweizer Vreneli die passende Ergänzung und im Überblick zu den Goldmünzen das gesamte Spektrum.

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Wert und Aufgeld: wie sich der Preis zusammensetzt

Der Preis einer 20-Francs-Goldmünze folgt in erster Linie dem Goldpreis. Da jede Münze rund 5,8 Gramm Feingold enthält, ergibt sich der innere Wert aus dem aktuellen Kurs multipliziert mit dieser Menge. Auf diesen Materialwert kommt das Aufgeld, das Herstellungs-, Handels- und Seltenheitskomponenten abbildet.

Bei den gängigen Jahrgängen von Napoleon, Marianne und Genius ist das Aufgeld typischerweise überschaubar, weil diese Münzen millionenfach geprägt wurden. Genau darin liegt der praktische Reiz: Sie erhalten ein historisches Goldstück oft zu einem Preis, der nah am reinen Materialwert liegt. Zur Orientierung: Aktuell werden gängige 20-Francs-Münzen im Handel im Bereich von rund 850 Euro gehandelt, wobei der genaue Preis mit dem Goldkurs schwankt.

Wie sich der Goldpreis in den vergangenen Jahren entwickelt hat, zeigt der folgende Chart:

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Diese Faktoren beeinflussen den Preis

  1. Goldpreis: der mit Abstand wichtigste Hebel, da die Münze zum Großteil aus dem Materialwert besteht
  2. Aufgeld: abhängig von Angebot, Nachfrage und Verfügbarkeit des jeweiligen Typs
  3. Erhaltungszustand: stark abgegriffene Stücke verlieren an numismatischem Reiz, der Goldwert bleibt aber erhalten
  4. Jahrgang und Seltenheit: einzelne seltene Jahrgänge oder Prägestätten können einen numismatischen Aufpreis rechtfertigen

Wichtig: Historische Kleingold-Münzen sind zuerst Sachwerte mit Materialbezug und erst danach Sammlerobjekte. Ein Renditeversprechen ist damit ausdrücklich nicht verbunden. Der Goldpreis kann steigen und fallen, entsprechend schwankt auch der Wert der Münze.

Gebrauchtkauf: worauf Käufer achten sollten

20-Francs-Münzen sind fast immer gebrauchte Umlaufmünzen, die vor über hundert Jahren geprägt wurden. Ein makelloser Zustand ist die Ausnahme, leichte Gebrauchsspuren sind die Regel und mindern den Materialwert nicht. Wichtig ist, den Unterschied zwischen anlageorientiertem und rein numismatischem Kauf zu kennen.

Nahaufnahme von Händen, die eine historische Goldmünze mit einer Pinzette prüfen, im warmen Licht vor dunklem Hintergrund
Bei historischen Umlaufmünzen sind leichte Gebrauchsspuren normal und kein Mangel.

Anlageorientierter Kauf

Steht der Goldgehalt im Vordergrund, spielt der exakte Erhaltungszustand eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sind dann ein niedriges Aufgeld und die Echtheit. Achten Sie auf Gewicht (6,4516 Gramm) und Durchmesser (21 Millimeter) als erste Prüfgrößen. Seriöse Händler prüfen die Echtheit mit standardisierten Verfahren, etwa über Gewicht, Maße und moderne Messtechnik.

Numismatischer Kauf

Wer gezielt seltene Jahrgänge, bestimmte Prägestätten oder besonders gut erhaltene Stücke sucht, bewegt sich im numismatischen Bereich. Hier zählen Details wie Prägeschärfe, Randgestaltung und Patina. Für diese Käufergruppe lohnt der Blick in Fachkataloge und die Auseinandersetzung mit einzelnen Jahrgängen.

Checkliste vor dem Kauf

  • Wird das Feingoldgewicht (rund 5,8 Gramm) klar angegeben?
  • Stimmen Gewicht und Durchmesser mit den Normwerten überein?
  • Kauft man bei einem Händler mit Echtheitsprüfung und nachvollziehbarer Herkunft?
  • Ist das Aufgeld transparent und marktüblich?
  • Ist klar, dass bei numismatischen Münzen der Erhaltungszustand variiert und kein Reklamationsgrund ist?

Ein Hinweis, den man bei historischen Münzen ernst nehmen sollte: Aufgrund ihres Alters weichen die Erhaltungszustände voneinander ab. Bei numismatischen Münzen ist das kein Mangel, sondern Teil ihrer Natur. Bei Kettner Edelmetalle werden Edelmetalle über eine ISO-konforme Echtheitsprüfung kontrolliert und zu 100 Prozent versichert versendet.

Für wen sich die 20-Francs-Münze eignet

Die Münze spricht mehrere Käufergruppen an. Für Einsteiger ist sie ein niedrigschwelliger Zugang zu physischem Gold mit historischem Charakter. Für Sammler bietet die Vielfalt an Motiven, Jahrgängen und LMU-Ländern ein weites Feld. Und wer sein Gold stückeln möchte, schätzt die kleine Einheit: Statt einer großen Münze lassen sich viele kleine Stücke bei Bedarf einzeln veräußern.

Gerade die Stückelung ist ein praktisches Argument. Wer über die Zeit mehrere 20-Francs-Münzen erwirbt, kann flexibel auf Teilbeträge zugreifen, ohne eine ganze Unze auf einmal abgeben zu müssen. In Verbindung mit dem historisch niedrigen Aufgeld erklärt das die dauerhafte Nachfrage nach diesen Klassikern. Wer breiter vergleichen möchte, findet in unserer Übersicht der weiteren Goldmünzen und im Goldpreis-Ratgeber weiterführende Informationen.

Vergleich gängiger LMU-Kleingold-Münzen (ca. 5,8 g Feingold)
MünzeLandMotivFeingold
20 Francs Napoleon III.FrankreichKaiserporträtca. 5,81 g
20 Francs MarianneFrankreichMarianne / Hahnca. 5,81 g
20 Francs GeniusFrankreichEngel / Geniusca. 5,81 g
20 Franken VreneliSchweizFrauenkopf / Alpenca. 5,81 g
20 Lire UmbertoItalienKönigsporträtca. 5,81 g
20 Francs Leopold II.BelgienKönigsporträtca. 5,81 g

Häufige Fragen zur 20-Francs-Goldmünze

Wie viel Gold enthält eine 20-Francs-Münze?

Eine reguläre 20-Francs-Goldmünze wiegt 6,4516 Gramm bei einem Feingehalt von 900/1000. Daraus ergeben sich rund 5,806 Gramm Feingold, was etwa 0,1867 Feinunzen entspricht. Die restlichen zehn Prozent bestehen aus Kupfer.

Was ist der Unterschied zwischen Napoleon, Marianne und Genius?

Es handelt sich um verschiedene Motive derselben Münzserie. Napoleon III. zeigt das Kaiserporträt, Marianne die republikanische Nationalallegorie mit gallischem Hahn, und der Genius eine stehende Engelsfigur. Gewicht und Feingehalt sind bei allen drei identisch.

Was war die Lateinische Münzunion?

Die Lateinische Münzunion war ein 1865 gegründetes Währungsabkommen zwischen Frankreich, Belgien, Italien und der Schweiz. Es legte einheitliche Gewichts- und Feinheitsnormen für Gold- und Silbermünzen fest, sodass die Münzen der Mitglieder länderübergreifend akzeptiert wurden. Deshalb sind 20 Francs, 20 Lire und 20 Franken Vreneli materiell nahezu gleich.

Ist ein abgegriffener Zustand ein Problem?

Beim anlageorientierten Kauf nicht. 20-Francs-Münzen sind historische Umlaufmünzen, leichte Gebrauchsspuren sind normal und mindern den Goldwert nicht. Bei numismatischen Münzen weicht der Erhaltungszustand naturgemäß ab und ist kein Reklamationsgrund. Wer gezielt sammelt, achtet dagegen stärker auf Prägeschärfe und Erhaltung.

Warum ist das Aufgeld bei 20-Francs-Münzen oft niedrig?

Weil diese Münzen im 19. und frühen 20. Jahrhundert in sehr großen Stückzahlen geprägt wurden und daher breit am Markt verfügbar sind. Das große Angebot hält den Aufpreis gegenüber dem reinen Materialwert bei gängigen Jahrgängen meist moderat.

Kann ich verschiedene LMU-Münzen kombinieren?

Ja. Da Vreneli, 20 Lire, belgische 20 Francs und die französischen Prägungen praktisch dasselbe Feingoldgewicht besitzen, lassen sie sich problemlos in einer Sammlung kombinieren. Ihr Materialwert ist nahezu identisch, sie unterscheiden sich vor allem im Motiv.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Edelmetallpreise unterliegen Schwankungen. Angaben zu Preisen und Verfügbarkeit sind Momentaufnahmen und können sich ändern.

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