
Israels geheime Landnahme: Ăber 30 neue Siedlungen im Westjordanland still und leise durchgewunken
Was geschieht, wenn eine Regierung Fakten schafft, die sie vor der Weltöffentlichkeit am liebsten verbergen wĂŒrde? Das israelische Sicherheitskabinett liefert die Antwort: Man genehmigt klammheimlich mehr als 30 neue Siedlungen im besetzten Westjordanland â und hofft, dass es niemand bemerkt. Doch die Rechnung ging nicht auf.
Beschluss unter dem Deckmantel der Geheimhaltung
Wie mehrere internationale Medien unter Berufung auf israelische Quellen berichten, habe das Sicherheitskabinett bereits am 25. MĂ€rz die Legalisierung von rund 34 neuen SiedlungsauĂenposten und landwirtschaftlichen Betrieben im Westjordanland beschlossen. Am 1. April sei die Entscheidung dann vom Kabinett offiziell bestĂ€tigt worden. Das Pikante daran: Die Regierung unter Premierminister Benjamin Netanyahu habe die Entscheidung bewusst nicht öffentlich verkĂŒndet â offenkundig, um internationaler Kritik aus dem Weg zu gehen. Erst nach Freigabe durch die israelische MilitĂ€rzensur, eine staatliche Stelle, die Medienberichte mit Bezug zur nationalen Sicherheit vor Veröffentlichung prĂŒfen kann, sickerten die Informationen durch.
Die israelische Beobachtungsorganisation Peace Now, die den Siedlungsbau seit Jahren kritisch dokumentiert, bestĂ€tigte die Zahl von 34 neuen Siedlungen. Viele davon befĂ€nden sich in abgelegenen Gebieten des Westjordanlands â ein Umstand, der die Frage aufwirft, ob hier nicht systematisch Fakten geschaffen werden sollen, die eine kĂŒnftige Zwei-Staaten-Lösung endgĂŒltig unmöglich machen.
Schweigen in Jerusalem, Empörung in Ramallah
Bezeichnend ist das ohrenbetĂ€ubende Schweigen der israelischen Regierungsspitze. Weder Verteidigungsminister Israel Katz noch Finanzminister Bezalel Smotrich hĂ€tten sich zu den Berichten geĂ€uĂert. Auch das BĂŒro von Premierminister Netanyahu habe nicht unmittelbar Stellung genommen. Wer schweigt, hat bekanntlich selten nichts zu verbergen.
Die PalĂ€stinensische Autonomiebehörde hingegen fand deutliche Worte. Das BĂŒro von PrĂ€sident Mahmoud Abbas sprach von einer âgefĂ€hrlichen Eskalation und einem flagranten VerstoĂ gegen das Völkerrecht". Die Entscheidung stelle einen weiteren Schritt zur Umsetzung von Annexions-, Expansions- und VertreibungsplĂ€nen dar. Man forderte die internationale Gemeinschaft â insbesondere die USA â zum sofortigen Eingreifen auf.
Armee am Limit, Siedlergewalt auf Rekordniveau
Besonders brisant erscheint der Zeitpunkt der Entscheidung vor dem Hintergrund der massiven Belastung des israelischen MilitĂ€rs. Generalstabschef Eyal Zamir soll die Regierung in der Kabinettssitzung ausdrĂŒcklich davor gewarnt haben, dass die StreitkrĂ€fte durch Personalmangel und erweiterte Einsatzanforderungen bereits an ihre Grenzen stieĂen. Ein Kampfbataillon sei bereits von der libanesischen Grenze ins Westjordanland verlegt worden â ein Schritt, der die ohnehin angespannte Sicherheitslage an Israels Nordgrenze weiter verschĂ€rfen dĂŒrfte.
Parallel dazu eskaliert die Gewalt durch israelische Siedler in erschreckendem AusmaĂ. Die Menschenrechtsorganisation Yesh Din dokumentierte allein zwischen Ende Februar und Ende MĂ€rz 305 FĂ€lle von Siedlergewalt â im Schnitt mehr als zehn VorfĂ€lle pro Tag. Seit Jahresbeginn seien mindestens sechs PalĂ€stinenser durch Siedler getötet worden. Die Vereinten Nationen berichteten zudem, dass Siedlergewalt seit Anfang 2025 zur Vertreibung von mindestens 700 PalĂ€stinensern gefĂŒhrt habe.
Rekordwerte beim Siedlungsbau
Peace Now verurteilte die Regierungsentscheidung in scharfen Worten: Die Errichtung neuer Siedlungen schade der Sicherheit, belaste die Armee unertrĂ€glich und untergrabe jede Möglichkeit einer Konfliktlösung. Laut der Organisation seien allein 2025 mit 86 neuen AuĂenposten ein historischer Rekordwert erreicht worden. Man muss kein Nahostexperte sein, um zu erkennen, dass hier eine Politik der vollendeten Tatsachen betrieben wird, die jeden diplomatischen Ansatz im Keim erstickt.
Doppelstrategie: Siedlungen genehmigen, Siedlergewalt bekÀmpfen?
In einem bemerkenswerten Spagat hat das Sicherheitskabinett parallel zur Siedlungsgenehmigung auch eine Direktive gegen sogenannte ânationalistische Straftaten" jĂŒdischer Siedler verabschiedet. Diese sehe eine verstĂ€rkte TruppenprĂ€senz sowie die Einrichtung einer Spezialeinheit gegen extremistische Siedlerjugend vor. Die israelische Regierung bezeichne die Angriffe als Taten einer âradikalen Minderheit" â eine EinschĂ€tzung, die von Menschenrechtsbeobachtern und betroffenen Bewohnern vehement bestritten wird.
Diese Doppelstrategie wirft fundamentale Fragen auf. Kann man einerseits Dutzende neue Siedlungen genehmigen und andererseits glaubwĂŒrdig gegen die Gewalt vorgehen, die aus eben diesem Siedlungsprojekt erwĂ€chst? Die Antwort dĂŒrfte auf der Hand liegen. Es entsteht der Eindruck einer Politik, die mit der rechten Hand gibt, was die linke zu bekĂ€mpfen vorgibt.
FĂŒr Europa und Deutschland sollte dieser Vorgang ein Weckruf sein. In einer Zeit, in der die geopolitischen Spannungen weltweit zunehmen â vom Ukraine-Krieg ĂŒber die Eskalation zwischen Israel und dem Iran bis hin zu den handelspolitischen Verwerfungen durch die amerikanische Zollpolitik â, zeigt sich einmal mehr, wie fragil die internationale Ordnung geworden ist. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schĂŒtzen will, tut gut daran, auf bewĂ€hrte Werte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrtausende als KrisenwĂ€hrung bewĂ€hrt und bieten gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten einen verlĂ€sslichen Anker fĂŒr das eigene Vermögen.
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